DIN 53438 Prüfung brennbarer Stoffe – Reaktion auf Entzündung mit kleiner Flamme
Die vom Deutschen Institut für Normung (DIN) entwickelte Norm „DIN 53438 Prüfung brennbarer Stoffe – Reaktion auf die Entzündung mit einer kleinen Flamme“ besteht aus folgenden, unter demselben Titel veröffentlichten Unterabschnitten:

- Die Norm „DIN 53438-1 Teil 1: Allgemeine Daten“ beschreibt Prüfverfahren zur Bestimmung des Verhaltens brennbarer Stoffe gegenüber einer kleinen Flamme eines Brenners in einer Flammenprüfkammer unter kontrollierten Prüfbedingungen. Diese Prüfverfahren eignen sich zur Produktionskontrolle, zur Prüfung der Verbrennungskonsistenz und zum Vergleich der Verbrennungseigenschaften verschiedener Produkte. Darüber hinaus können die Prüfergebnisse nur allgemeine Informationen über die Verbrennungseigenschaften eines Produkts unter anderen als den geprüften Bedingungen liefern.
Für die Zwecke dieser Norm gelten die folgenden Definitionen:
- Brenndauer: Die Zeit vom ersten Anzünden einer Brennerflamme bis zum Erlöschen der anderen Flammen im Prüfling oder bis das Zeitende die obere Markierung erreicht.
- Nachheizzeit: Die Zeit zwischen dem Erlöschen der Flamme am Flammenteil und dem Erlöschen der Flamme.
Bei der Prüfung wird die Flamme auf einen senkrecht in der Flammenprüfkammer positionierten Prüfling gerichtet. Beim Kantenzündungsverfahren (Verfahren K) nach DIN 53438-2 wird die Flamme auf die untere freie Kante des Prüflings gerichtet, beim Oberflächenzündungsverfahren (Verfahren F) nach DIN 53438-3 auf die dem Brenner zugewandte Oberfläche des Prüflings. Es muss geprüft werden, ob und wann die Flammenspitze die angegebene Messmarke auf dem Prüfling erreicht.
Die Norm DIN 53438-1 enthält Definitionen, Grundsätze und allgemeine Informationen und bildet die Grundlage für eine Reihe relevanter Prüfverfahren. Sie wird häufig in Branchen eingesetzt, in denen Feuerbeständigkeit und Feuerhemmung entscheidende Sicherheitsfaktoren sind. Diese Norm gilt für:
- Kunststofffolien
- Schäume
- Vliesstoffe
- Filtermedien (z. B. für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, HVAC-Systeme)
- Wärme- und Schalldämmstoffe
Dieser Standard ist nicht auf einen einzigen Produkttyp beschränkt, sondern definiert allgemeine Grundsätze, die für mehrere Materialkategorien gelten.
Der Zweck dieser Norm besteht darin, eine standardisierte Methode zur Bewertung der Entzündbarkeit und Verbrennungsneigung eines Materials bei Kontakt mit einer kleinen Flamme bereitzustellen. Dazu werden reale Zündquellen wie Funken, Streichhölzer oder Kurzschlüsse simuliert. Die Ergebnisse helfen Herstellern:
- Materialien nach ihrer Entflammbarkeit klassifizieren
- Vergleich des Brandverhaltens verschiedener Materialien
- Nachweis der Einhaltung von Sicherheitsstandards oder Bauvorschriften
- Optimierung der Materialformulierungen zur Erhöhung der Feuerbeständigkeit
Die Grundprinzipien des Normflammtests nach DIN 53438-1 sind:
- Exposition gegenüber einer kontrollierten Flammenquelle (normalerweise Butan oder Propan)
- Beobachtung von Flammenausbreitung, Zündzeitpunkt und Selbstverlöschungsverhalten
- Positionierung der Proben (vertikal oder horizontal)
- Definierte Beflammungsdauer (z. B. 15 Sekunden)
- Aufzeichnung der Nachbrennzeit, Nacherhitzungszeit und Länge des beschädigten/verkohlten Materials
DIN 53438-2 Teil 2: „Kantenentzündung“ ist eine deutsche Industrienorm, die Prüfverfahren zur Beurteilung der Entflammbarkeit von Materialien festlegt, die speziell in Luftfiltern und Filtersystemen verwendet werden. Diese Norm spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Einhaltung der Brandschutzvorschriften in Branchen, in denen Luftfiltersysteme eingesetzt werden, wie z. B. Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Automobilindustrie, Reinräume und industrielle Belüftung.Diese Norm ist Teil der umfassenderen DIN 53438-Reihe, die sich mit der Reaktion von Materialien auf Feuer befasst. Der hier beschriebene Test bewertet, wie ein Material reagiert, wenn es vertikal einer Flamme ausgesetzt wird. Er gilt insbesondere für Filtermedien, die typischerweise aus synthetischen oder glasfaserbasierten Materialien bestehen und häufig in Umgebungen eingesetzt werden, in denen feuerbeständige Komponenten erforderlich sind.
Die wesentlichen Bestandteile der in dieser Norm beschriebenen Methode sind:
- Vorbereitung der Testproben: Die Proben werden üblicherweise in Streifen mit festgelegten Abmessungen geschnitten (z. B. 20 mm breit und 160 mm lang). Das Material muss vor dem Test auf eine bestimmte Temperatur und Luftfeuchtigkeit konditioniert werden.
- Vertikaler Streifenflammentest: Eine Flamme (normalerweise von einem Standard-Gasbrenner) wird an die Unterkante eines vertikal montierten Teststreifens gerichtet. Die Flamme wird für eine bestimmte Zeit (z. B. 15 Sekunden) angelegt und dann entfernt.
- Bewertungskriterien:
- Nachbrennzeit: Die Zeit, während der das Material nach dem Entfernen der Flamme weiterbrennt.
- Nachglühzeit: Die Zeit, in der das Material ohne offene Flamme glüht.
- Die Länge des zerstörten oder verkohlten Materials.
- Ob brennbare Partikel herunterfallen und ein unter die Probe gelegtes Wattepad entzünden.
Die nach der Norm DIN 53438-2 geprüften Werkstoffe werden grundsätzlich in drei Kategorien eingeteilt:
- F1: Nicht brennbar oder flammhemmend: Sehr sicher, selbstverlöschend.
- F2: Mäßig entzündlich: Brennt mit mittlerer Geschwindigkeit und Intensität.
- F3: Entzündlich: Brennt auch nach Erlöschen der Flamme weiter, weniger geeignet für sicherheitskritische Anwendungen.
Diese Klassifizierungen helfen Herstellern und Sicherheitsingenieuren bei der Auswahl geeigneter Materialien auf der Grundlage der Anforderungen an die Feuerbeständigkeit.
Die Norm DIN 53438-2 wird vor allem in folgenden Bereichen eingesetzt:
- HVAC-Filter: Stellt sicher, dass in Gebäuden oder Fahrzeugen verwendete Filter nicht zur Ausbreitung von Feuer beitragen.
- Reinraumfiltration: Unverzichtbar in der Pharma- und Elektronikindustrie, wo sowohl Luftreinheit als auch Brandschutz von entscheidender Bedeutung sind.
- Industrielle Belüftung: Fabriken und Verarbeitungsbetriebe verwenden zertifizierte Filter, um die Anforderungen der Arbeitssicherheit zu erfüllen.
Für das Verhalten von Werkstoffen in der Luftfilterung und Lüftung bei Einwirkung offener Flammen spielt die Norm „DIN 53438-3 Teil 3: Oberflächenentzündung“ eine zentrale Rolle. Diese Norm bietet ein Prüfverfahren zur Beurteilung der Entflammbarkeit nichtmetallischer Werkstoffe, insbesondere solcher, die in Luftfiltern und Dämmkomponenten zum Einsatz kommen.In sicherheitskritischen Umgebungen wie Industrieanlagen, HLK-Systemen und Reinräumen ist die Feuerbeständigkeit der zur Luftfilterung und Belüftung verwendeten Materialien von entscheidender Bedeutung.
Die Norm DIN 53438-3 dient der Prüfung des Brandverhaltens von Materialien in einer kontrollierten Laborumgebung. Sie ist besonders wichtig in Branchen, in denen poröse oder faserige Materialien wie Filtermaterialien, Textilien und Schaumstoffisolierungen verwendet werden.
DIN 53438-3 konzentriert sich auf die Prüfung der Flammenausbreitung an vertikal montierten Proben. Die wichtigsten Merkmale sind:
- Vertikale Flammenprüfung: Diese Norm beschreibt ein Verfahren, bei dem eine Materialprobe vertikal montiert und einer kleinen Standardflamme ausgesetzt wird. Ziel ist die Beobachtung von:
- Zündverhalten
- Flammenausbreitung
- Selbstverlöschungszeit
- Schadensausmaß (Verkohlungslänge)
- Prüfklassifizierung: Basierend auf den Prüfergebnissen werden Materialien nach ihrer Entflammbarkeit klassifiziert. Diese Kategorien sind:
- F1: Nicht entflammbar oder selbstverlöschend mit minimaler Beschädigung.
- F2: Begrenzte Flammenausbreitung mit teilweiser Selbstverlöschung.
- F3: Brennbare Materialien mit erheblicher Flammenausbreitung.
Diese Klassifizierungen helfen Herstellern bei der Auswahl geeigneter Materialien basierend auf den Brandschutzanforderungen der Anwendung.
Die Norm DIN 53438-3 findet breite Anwendung in folgenden Bereichen:
- Filtermedien in HLK-Systemen
- Vliesstoffe für den Einsatz in Reinräumen oder der Pharmaindustrie
- Wärmedämmstoffe
Unser seit vielen Jahren tätiges Unternehmen, das die weltweiten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik aufmerksam verfolgt, führt mit einem kompetenten Team und einer umfangreichen Infrastruktur Prüfungen, Messungen und Analysen in den unterschiedlichsten Bereichen für Unternehmen aller Branchen durch. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen nach der Norm DIN 53438 „Prüfung brennbarer Stoffe – Verhalten bei Entzündung mit kleiner Flamme“ an.