AATCC-Bewertungsverfahren – EP2-Graustufen für die Malerei

AATCC-Bewertungsverfahren – EP2-Graustufen für die Malerei

Das von der American Association of Textile Chemists and Colorists (AATCC) veröffentlichte Auswertungsverfahren „AATCC EP2 Gray Scale for Dyeing“ beschreibt die Verwendung der Grauskala zur Beurteilung der Verfärbung ungefärbter Textilien nach Farbechtheitsprüfungen.

AATCC-Bewertungsverfahren – EP2-Graustufen für die Malerei

Prinzipiell wird das Ergebnis eines Farbechtheitstests durch visuellen Vergleich des Farbunterschieds bzw. Kontrasts zwischen gefärbten und ungefärbten Proben bewertet, wobei die Unterschiede auf einer Skala dargestellt werden. Der Farbechtheitsgrad entspricht der Stufe auf der Grauskala, die als gleicher Farb- bzw. Kontrastunterschied betrachtet wird.

Für die Zwecke dieses Verfahrens gelten folgende Bedingungen:

  • Farbflecken: Hierbei handelt es sich um die unbeabsichtigte Aufnahme von Farbe durch einen Untergrund aufgrund von Sublimation oder mechanischem Transfer (z. B. Reibung) infolge der Einwirkung eines farbigen oder verunreinigten flüssigen Mediums oder des direkten Kontakts mit lackiertem oder pigmentiertem Material.
  • Farbechtheit: Die Beständigkeit eines Materials gegenüber Veränderungen seiner Farbeigenschaften, gegenüber der Übertragung seines Farbstoffs auf angrenzende Materialien oder gegenüber beidem infolge der Einwirkung von Umwelteinflüssen während der Verarbeitung, Prüfung, Lagerung oder Verwendung.
  • Grauskala: Eine Skala von Standardgrautönen, die graduelle Unterschiede in Farbe oder Kontrast darstellt und numerischen Farbechtheitsbewertungen entspricht.

Zusammen mit der Skala wird eine Maske mit drei rechteckigen Löchern mitgeliefert. Eines ist für die Beurteilung von gefärbten Mehrfasergeweben, das zweite für die Beurteilung von Keramikquadraten und das dritte für die Beurteilung allgemeiner Flecken gekennzeichnet. Sauberkeit und einwandfreier Zustand der Grauskala sind für reproduzierbare Ergebnisse von entscheidender Bedeutung.

Die Verwendung von Skala und Maske hängt von der Art der zu färbenden Materialien ab. In den folgenden Abschnitten wird gegebenenfalls die Kombination von gefärbten und ungefärbten Materialien behandelt:

  • Große, verschmutzte Materialstücke werden verwendet. Die verschmutzte Materialprobe wird neben ein Stück unverschmutztes Material in derselben Ausrichtung gelegt. Dabei wird besonders auf eine scharfe Kante zwischen den beiden Materialstücken geachtet. Die Grauskala wird entlang der Kanten der Testprobe und des unverschmutzten Materials platziert, wobei die Schnittpunkte der Grauskala und der Textilien ausgerichtet werden. Die mit der Skala gelieferte allgemeine Fleckenbewertungsmaske wird über und um die Proben gelegt, um die Skala zu normalisieren.
  • Bemalte Keramikproben. Die mit einer Skala versehenen Keramikquadrate werden mithilfe einer Maske ausgewertet. Die Maske wird so über das Keramikquadrat gelegt, dass die bemalte Fläche mittig auf der Maske liegt und der Umfang normalisiert wird. Die Grauskala wird neben der Testprobe auf die Maske gelegt.
  • Multifilamentmaterial. Eine Probe gefärbten und eine Probe ungefärbten Multifilamentmaterials werden in derselben Richtung platziert. Durch das Schneiden der gefärbten Probe wird eine scharfe Nahtstelle zwischen den beiden Materialstücken geschaffen. Die Grauskala wird entlang der Kanten der Testprobe und des ungefärbten Materials angebracht, wobei die Nahtstellen der Grauskala und des Textils ausgerichtet werden. Die Auswertungsmaske für das gefärbte Multifilament wird über die mit der Skala versehenen Proben gelegt, und die Skala dient zur Normalisierung des umgebenden Bereichs.
  • Unregelmäßige Flecken. Es wird eine Maske in der passenden Größe ausgewählt und die Anweisungen im ersten Abschnitt oben werden befolgt.

Um visuelle Opazität zu erzielen, wird unlackiertes Material desselben Typs hinter lackierte und unlackierte Materialien gelegt. Ihre Oberflächen werden mit einem Tageslichtsimulator mit einer Beleuchtungsstärke von 1080–1340 lx auf der Probenebene beleuchtet. Das Licht sollte in einem Winkel von ca. 45 Grad auf die Oberflächen treffen, wobei die Blickrichtung annähernd senkrecht zur Oberflächenebene verläuft. Der visuelle Unterschied zwischen den ursprünglichen unlackierten und lackierten Teilen wird anhand von Graustufenunterschieden verglichen. Die Bewertung der Probe entspricht dem Graustufenwert, der dem Kontrast zwischen dem Original und dem Testteil am nächsten kommt. Eine Bewertung von 5 wird nur dann vergeben, wenn kein Unterschied in Farbe oder Kontrast zwischen dem ursprünglichen unlackierten Material und dem Testteil besteht.

Das Äquivalent zu diesem Bewertungsverfahren ist die Norm „ISO 105-A03 Textilien – Farbechtheitsprüfungen – Teil A03: Grauskala zur Fleckenbewertung“ der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Das AATCC-EP2-Verfahren hat technisch denselben Anwendungsbereich wie die Norm ISO 105-A03, die Verfahren können sich jedoch im Detail unterscheiden.

Kurz gesagt, bezeichnet Farbechtheit die Beständigkeit eines Textils gegen Ausbleichen oder Abfärben unter verschiedenen Bedingungen wie Waschen, Lichteinwirkung, Schweiß, Reibung (Abrieb) oder Hitze. Eine mangelhafte Farbechtheit kann dazu führen, dass Farbstoffe in andere Textilien, die Haut oder Oberflächen abfärben. Dies ist ein entscheidender Faktor für Kleidung, Polstermöbel, Autositzbezüge und andere Produkte. AATCC EP2 konzentriert sich speziell auf die Beurteilung der Abfärbung (wie viel Farbe in ein Kontrollgewebe oder ein angrenzendes Gewebe abfärbt) und ergänzt AATCC EP1, welches die Farbveränderung der Originalprobe bewertet.

Dieses Auswertungsverfahren wird weltweit in Qualitätskontrolllaboratorien häufig angewendet.

Eine Graustufenkarte besteht aus neun Farbplättchenpaaren. Ein Plättchen jedes Paares ist reinweiß (steht für keine Verfärbung). Das Plättchen der Antwortkarte zeigt stufenweise dunklere Grautöne an. Diese Paare entsprechen einer Bewertungsskala von 5 (keine Verfärbung) bis 1 (starke Verfärbung) mit Zwischenstufen (z. B. 4-5, 3-4) für genauere Beurteilungen.

  • Note 5: Kein Kontrast (ausgezeichnet - keine Verfärbung).
  • Grad 4-5: Leichte Verfärbungen.
  • Grad 3-4: Sichtbare, aber mäßige Verfärbung.
  • Grad 1: Starke Verfärbung.

Höhere Punktzahlen (näher an 5) weisen auf eine bessere Leistung hin und helfen den Herstellern sicherzustellen, dass Produkte wie Jeans nicht auf weiße Hemden abfärben oder dass Autositze fleckenfrei bleiben.

Bei der Prüfung wird das verfärbte angrenzende Gewebe (üblicherweise ein Testgewebe aus mehreren Fasern) unter kontrollierten Lichtverhältnissen visuell mit einer Skala verglichen. Der Grad der Übereinstimmung mit dem größten Kontrast bestimmt den Grad der Verfärbung.

AATCC EP2 wird in vielen Farbbeständigkeitsprüfverfahren als Referenz verwendet, darunter:

  • AATCC™ 8 Prüfverfahren für Farbechtheit und Abriebfestigkeit: Reibungsmessgerät
  • AATCC™ 61 Waschechtheitsprüfverfahren: beschleunigt
  • AATCC™ 15 Prüfverfahren zur Bestimmung der Farbechtheit gegenüber Schweiß.
  • AATCC™ 125 Prüfverfahren zur Bestimmung der Farbechtheit gegenüber Schweiß und Licht.
  • AATCC TM 117 Farbprüfungsmethode für Hitzebeständigkeit: trocken (ohne Begasung)
  • AATCC™ 133 Farbbeständigkeitsprüfungsverfahren für Hitzebeständigkeit: Heißpressen

Zu den neuesten Aktualisierungen gehören robustere Konstruktionen (z. B. Kunststoffsohlen für eine bessere Haltbarkeit) und verbesserte Bewertungszahlen.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir Unternehmen auch Prüfdienstleistungen gemäß dem Bewertungsverfahren „AATCC EP2 Gray Scale for Painting“ an.

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