DIN 62136 Textilmaschinen und Zubehör - Nadel- und Platin-Schmieröle für unabhängige Nadelstrickmaschinen

DIN 62136 Textilmaschinen und Zubehör - Nadel- und Platin-Schmieröle für unabhängige Nadelstrickmaschinen

Die vom Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegebene Norm „DIN 62136 Textilmaschinen und Zubehör – Nadel- und Senkeröle für unabhängige Nadelstrickmaschinen“ besteht aus folgenden, unter demselben Titel veröffentlichten Unterabschnitten:

DIN 62136 Textilmaschinen und Zubehör - Nadel- und Platin-Schmieröle für unabhängige Nadelstrickmaschinen

  • Die Norm „DIN 62136-1 Teil 1: Mindestanforderungen an Mineralöle“ gilt primär für mineralölbasierte Nadel- und Senkerschmieröle, die in Strickmaschinen für Druck- und Sprühanwendungen an Nadeln und Senkern eingesetzt werden. Mineralöle sind Kohlenwasserstoffe, die durch Destillation und anschließende Raffination von Erdöl gewonnen werden. Diese Norm harmonisiert verschiedene, bisher in der Praxis angewandte Prüfverfahren. Sie enthält außerdem Mindestanforderungen an die Öleigenschaften, um die Eignung von Nadel- und Senkerschmierölen zu bestimmen.

Kurz gesagt, diese Norm umfasst Schmieröle auf Mineralölbasis und Kriterien wie Viskosität, Flammpunkt, Verschleißschutz und Verträglichkeit mit Kunststoffmaschinenteilen (z. B. Beständigkeitsprüfung). Sie wird hauptsächlich für die Druck- oder Sprühschmierung in unabhängigen Nadelstrickmaschinen verwendet.

In der schnelllebigen Welt der Textilproduktion, wo Präzision und Effizienz oberste Priorität haben, können selbst kleinste Bauteile über Erfolg oder Misserfolg von Produktionslinien entscheiden. Strickmaschinen, insbesondere solche mit unabhängigen Nadeln, arbeiten unter hoher mechanischer Belastung; Nadeln und Senker durchlaufen Millionen von Zyklen pro Tag. Spezialschmierstoffe sind unerlässlich, um Reibung, Verschleiß und potenzielle Ausfälle zu reduzieren. Hier setzt die Norm DIN 62136-1 an und definiert einen Standard für speziell entwickelte Schmierstoffe auf Mineralölbasis.

Dieser Standard bietet Herstellern und Anwendern klare und überprüfbare Kriterien, um die zuverlässige Funktion von Schmierstoffen zu gewährleisten, ohne die Maschinenintegrität oder die Stoffqualität zu beeinträchtigen. Angesichts der globalen Transformation der Textilproduktion hin zu Automatisierung und Nachhaltigkeit spielen dieser und ähnliche Standards eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Ausfallzeiten, der Verlängerung der Anlagenlebensdauer und der Minimierung der Umweltbelastung durch optimierte Schmierstoffformulierungen.

Die Norm DIN 62136-1 definiert im Wesentlichen Mindestanforderungen an Öle für Druck- oder Sprühschmiersysteme von Nadelstrickmaschinen. Diese Öle müssen einen dünnen, dauerhaften Schmierfilm auf den Nadeln und Senkern bilden, um die Reibung zu reduzieren, ohne dabei zu tief in die Garnkontaktflächen einzudringen und Flecken auf dem Gewebe zu hinterlassen. Die Norm hebt fünf Schlüsseleigenschaften hervor, die unter kontrollierten Bedingungen geprüft werden, um reale Betriebsbedingungen zu simulieren.

  • Viskosität und Fließeigenschaften: Die Viskosität beschreibt die Dickflüssigkeit des Öls und ist entscheidend für eine gleichmäßige Verteilung bei unterschiedlichen Temperaturen. Die Norm DIN 62136-1 schreibt Folgendes vor:
  • Kinematische Viskosität bei 40 Grad: Typischerweise 15–50 mm2/s, sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fließfähigkeit bei Sprühapplikation und Filmfestigkeit unter Last.
  • Viskositätsindex (VI): Mindestens 95, zeigt stabile Leistung bei Temperaturen von 20 Grad (Werkstattumgebung) bis 80 Grad (Maschinentemperatur).
  • Fließgrenze: Maximale Temperatur -15 Grad Celsius; verhindert das Erstarren in kälteren Umgebungen.
  • Thermische und oxidative Stabilität: Strickmaschinen erzeugen durch Reibung Wärme, die den Ölabbau beschleunigt. Die Norm fordert Folgendes:
  • Flammpunkt: Mindestens 200 Grad, um Entzündungsgefahren zu vermeiden.
  • Geringe Flüchtigkeit: Bei 150 Grad beträgt der Verdunstungsverlust maximal 5 %, wodurch Verbrauch und Rückstandsansammlung minimiert werden.
  • Oxidationsstabilität: Die Beständigkeit gegen Gummibildung wurde durch beschleunigte Alterung getestet, um eine Lebensdauer von über 1.000 Betriebsstunden zu gewährleisten.

Öle, die diese Standards nicht erfüllen, können zu Lackablagerungen, Nadelverstopfungen und Produktionsausfällen führen.

  • Verschleißschutz und reibungsmindernde Eigenschaften: DIN-konforme Öle zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Stahlnadeln und -senke vor abrasivem Verschleiß zu schützen. Die Anforderungen lauten wie folgt:
  • Vierkugel-Verschleißprüfung: Muss der Norm DIN 51350 entsprechen.
  • EP-Zusätze (Extremdruckadditive): Mindestmengen an Verschleißschutzmitteln wie Zink oder Phosphor werden mittels Spektrometrie gemessen.
  • Reibungskoeffizient: Maximal 0,10 in Schwingungstests, die Nadelstich-Wechselwirkungen simulieren.
  • Kompatibilität mit Maschinenmaterialien: Moderne Strickmaschinen verwenden Kunststoffkomponenten (z. B. POM- oder PA-Führungen). Die Norm umfasst Widerstandsprüfungen:
  • Nach 168 Stunden Eintauchen in eine Temperatur von 23 Grad Celsius sollten die Kunststoffe weder aufquellen noch reißen.
  • Korrosionsschutz: Neutraler pH-Wert (6-8) und Rostschutz gemäß DIN 50017.

Dadurch werden Leckagen oder Funktionsstörungen an den Dichtungen und Nocken verhindert.

  • Umwelt- und Sicherheitsaspekte: Die Norm DIN 62136-1 entspricht den umweltfreundlichen Trends, ohne diese jedoch vollständig abzudecken.
  • Geringer Anteil an Aromaten: Maximal 3 %, um Hautirritationen und Emissionen zu reduzieren.
  • Emulgierbarkeit: Spezielle Zusatzstoffe verbessern die Waschbarkeit und Scheuerverträglichkeit der Textilien.
  • Biologische Abbaubarkeit: Für mineralische Produkte erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich.

Die Öle müssen ungiftig und gegebenenfalls für Garne geeignet sein, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

  • Die Norm „DIN 62136-2 Teil 2: Mindestanforderungen an synthetische Ölschmierstoffe“ umfasst synthetische Ölschmierstoffe mit ähnlichen Eigenschaften wie thermische Stabilität, geringe Flüchtigkeit und Eignung für Hochgeschwindigkeitsstrickverfahren.

Da Strickmaschinen hinsichtlich Geschwindigkeit, Präzision und Nachhaltigkeit immer neue Maßstäbe setzen, ist der Bedarf an Schmierölen deutlich gestiegen. Die Nadeln arbeiten heute mit über 50 Hüben pro Sekunde, die Nadelbetttemperaturen übersteigen 100 Grad Celsius, und die Hersteller stehen unter Druck, Öldämpfe, Flecken auf den Textilien und die Umweltbelastung zu reduzieren. In diesem Umfeld hat sich die Norm DIN 62136-2 weltweit als Goldstandard für erstklassige Strickereien etabliert. Diese Norm definiert die Leistungsgrenzen von vollsynthetischen und teilsynthetischen Schmierstoffen.

Die grundlegenden Mindestkriterien, die synthetische Öle erfüllen oder übertreffen müssen, lauten wie folgt:

  • Spezifikation DIN 62136-2 Anforderung (typisch) Prüfverfahren Warum ist es wichtig?
  • Basisöltyp: Vollsynthetisch. Bedeutung: Vorhersagbare Molekularstruktur.
  • Kinematische Viskosität bei 40 °C: 18–68 mm²/s (häufigster Wert: 22–32). Bedeutung: Sprühbarkeit und Filmfestigkeit.
  • Viskositätsindex: Mindestens 140 (typischerweise 160–200). Wichtig: Stabilität vom Kaltstart bis zur Betriebstemperatur.
  • Stockpunkt: Maximal -30 Grad (üblicherweise maximal -45 Grad). Wichtig für zuverlässige Leistung im Winter.
  • Flammpunkt: Mindestens 220 Grad (meist mindestens 250 Grad). Bedeutung: Brandschutz und geringe Kondensation.
  • Die Noack-Volatilität bei 250 Grad beträgt maximal 8 % (bei den besten Produkten bis zu 3 %). Wichtig ist, dass nur minimaler Öldampf und geringer Verbrauch entsteht.
  • Thermische/oxidative Stabilität: Nach 500 Stunden bei 150 °C kein signifikanter Anstieg der Viskosität oder Säurezahl. Bedeutung: Lange Lebensdauer, saubere Maschinen.
  • Verschleißschutz (4-Kugellager-Belastung): Mindestens 2000 N (viele mindestens 3000 N). Dies gewährleistet insbesondere eine lange Lebensdauer der Nadel und der Tauchspitze unter Stoßbelastung.
  • Materialverträglichkeit: Nach 1000 Stunden Eintauchen sollten weder Risse noch Quellungen in POM, PA und Elastomeren auftreten. Dies verhindert insbesondere Beschädigungen an modernen Kunststoffteilen.
  • Reinigungsfähigkeit des Stoffes: Leicht emulgierbar und abwaschbar. Wichtig ist, dass der fertige Stoff weder vergilbt noch Ölflecken aufweist.

Die Norm DIN 62136-2 ist weit mehr als eine vage technische Vorgabe. Sie bildet die Grundlage, auf der die weltweit modernsten Strickereien außergewöhnliche Zuverlässigkeit, Reinheit und Nachhaltigkeit erreichen. Während Mineralöle nach DIN 62136-1 in kostensensiblen oder mittelschnellen Anwendungen weiterhin ihren Platz haben, setzen alle modernen, leistungsstarken oder umweltzertifizierten Produktionsstätten standardmäßig auf synthetische Öle nach DIN 62136-2.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm DIN 62136 „Textilmaschinen und Zubehör – Nadel- und Senkeröle für unabhängige Nadelstrickmaschinen“ an.

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