ASTM C1087 Kompatibilität von flüssig aufgetragenen Dichtstoffen mit Zubehör für Strukturglassysteme

ASTM C1087 Kompatibilität von flüssig aufgetragenen Dichtstoffen mit Zubehör für Strukturglassysteme

Die von der American Society for Testing and Materials (ASTM) entwickelte ASTM C1087 Standard Test Method for Determining the Compatibility of Liquid Applied Sealants with Accessories Used in Structural Glass Systems beschreibt ein Labor-Screening-Verfahren zur Bestimmung der Kompatibilität von flüssig aufgetragenen Strukturglasdichtstoffen mit Zubehör wie Trockenglasdichtungen, Abstandhaltern, Unterlegscheiben und Montageblöcken nach Einwirkung von Hitze und ultraviolettem Licht.

ASTM C1087 Kompatibilität von flüssig aufgetragenen Dichtstoffen mit Zubehör für Strukturglassysteme

Dieses Prüfverfahren beinhaltet die Beobachtung der folgenden drei Parameter:

  • Veränderungen der Farbe des Dichtungsmaterials.
  • Veränderungen der Haftung des Dichtmittels am Glas.
  • Veränderungen der Haftung des Dichtmittels am geprüften Zubehörteil.

In strukturell abgedichteten Glassystemen dient das Dichtmittel als Strukturklebstoff und kann gleichzeitig als primäre luftdichte Abdichtung fungieren. Als Strukturklebstoff ist die Integrität der Klebeverbindung von entscheidender Bedeutung.

Veränderungen der Farbe und Haftung nach der Belichtung sind zwei Kriterien, anhand derer die Kompatibilität des Systems bestimmt werden kann. Erfahrungsgemäß können Zubehörteile, die bei dieser Testmethode zu Haftungsverlust oder Verfärbungen führen, diese Effekte auch im praktischen Einsatz hervorrufen.

Die Norm ASTM C1087 ist besonders wichtig, da ein Strukturverglasungssystem nicht nur aus Dichtstoff und Glas besteht. Materialien wie Dichtungen, Abstandhalter, Unterlegscheiben und Einbauklötze kommen mit dem Dichtstoff in Kontakt und können dessen Aussehen und Haftung beeinträchtigen. Diese Norm beschreibt ein Laborprüfverfahren, um potenziell schädliche Wechselwirkungen von Materialien zu identifizieren, bevor diese in einem realen Verglasungssystem eingesetzt werden.

Der Hauptzweck der Norm ASTM C1087 besteht darin, festzustellen, ob flüssig aufgetragene Strukturverglasungspaste nach Einwirkung von Hitze und ultravioletter (UV-)Strahlung mit Zubehörmaterialien kompatibel ist. Der Test konzentriert sich auf drei Haupteffekte:

  • Paste Farbänderung
  • Die Kittmasse klebt am Glas.
  • Die Paste haftet am Zubehörmaterial.

Diese Beobachtungen helfen dabei festzustellen, ob ein Zubehörteil die Leistung oder das Aussehen der Paste negativ beeinflusst.

Die Norm ASTM C1087 befasst sich speziell mit Zubehör, das in strukturelle Verglasungssysteme integriert werden kann. Beispiele hierfür sind:

  • Trockene Glasdichtungen
  • Abstandshalter
  • Simler
  • Justierblöcke
  • Andere Zubehörmaterialien, die mit dem Strukturdichtstoff in Kontakt kommen.

Die Kompatibilität dieser Materialien ist wichtig, da die Komponenten während des Gebrauchs chemisch oder physikalisch mit dem Dichtmittel interagieren können.

ASTM C1087 ist im Wesentlichen ein beschleunigter Labor-Screeningtest. Testaufbauten werden mit Glas, Strukturdichtstoff und dem zu bewertenden Zubehörmaterial vorbereitet. Die Proben werden anschließend hohen Temperaturen und ultravioletter Strahlung ausgesetzt. Diese Exposition soll Abweichungen aufdecken, die unter normalen Laborbedingungen möglicherweise nicht sofort erkennbar sind. Nach der Exposition werden die Proben auf folgende Veränderungen untersucht:

  • Die Farbe des Dichtungsmaterials
  • Das Dichtmittel haftet am Glas.
  • Haftung des Dichtmittels am Zubehörteil

Die Ergebnisse werden mit geeigneten Kontrollproben verglichen, um festzustellen, ob das Zubehör das Dichtungsmaterial beeinträchtigt. Frühere Versionen des Verfahrens beschreiben die Bestrahlung der Proben mit ultravioletter Strahlung, wobei die Strahlung bei einer Probe direkt auf das Dichtungsmaterial trifft und bei der anderen das Glas durchdringt.

Bei der strukturellen Abdichtung von Verglasungen kann das Dichtmittel als Strukturkleber fungieren und gleichzeitig die primäre Luftdichtheit gewährleisten. Daher ist die Aufrechterhaltung der Integrität der Klebeverbindung entscheidend für das Verglasungssystem.

Zubehörteile, die zu Haftungsproblemen führen, können die Zuverlässigkeit des Verglasungssystems beeinträchtigen. Zubehörteile, die während dieses Tests Haftungsverlust oder Verfärbungen verursachen, können im praktischen Einsatz ähnliche Probleme hervorrufen.

Die Bewertungskriterien lauten wie folgt:

  • Farbe des Dichtmittels: Das Dichtmittel wird nach der Einwirkung von Umwelteinflüssen auf sichtbare Verfärbungen oder andere Veränderungen des Aussehens geprüft. Verfärbungen können auf eine Wechselwirkung zwischen dem Dichtmittel und dem Zubehör oder auf eine durch Umwelteinflüsse verursachte Zersetzung hinweisen.
  • Haftung auf Glas: Der Test beurteilt, ob das Dichtmittel weiterhin ordnungsgemäß auf dem Glasuntergrund haftet. Haftungsverlust ist besonders wichtig, da das Dichtmittel die strukturelle Verbindung zwischen Glas und Trägersystem herstellen kann.
  • Haftung an Zubehör: Die Grenzfläche zwischen Dichtstoff und Zubehör wird ebenfalls geprüft. Ein Zubehörteil mag für sich genommen geeignet erscheinen, kann aber in Verbindung mit einem bestimmten Dichtstoff Haftungsprobleme verursachen. Daher sollte die Kompatibilität als Kombination von Materialien und nicht als separate Bewertung jedes einzelnen Materials beurteilt werden.

Die Norm ASTM C1087 ist wichtig, da Strukturglassysteme aus mehreren Materialien bestehen, die über eine lange Nutzungsdauer hinweg zusammenarbeiten müssen. Ein Dichtstoff kann bei Einzelprüfung hervorragende Eigenschaften aufweisen, jedoch Probleme verursachen, wenn er mit einer bestimmten Dichtung, einem Abstandshalter, einer Unterlegscheibe oder einem Setzblock in Kontakt kommt. Mögliche Probleme sind:

  • Haftungsverlust
  • Farbveränderung des Dichtmittels
  • Schnittstellenbeschädigung
  • Verminderte Ausdauer
  • Verminderte Zuverlässigkeit der Glasinstallation.
  • Vorzeitige Alterung des Dichtungsmittels.

Hersteller und Konstrukteure können ungeeignete Materialkombinationen bereits in der Laborphase identifizieren, indem sie vor der Installation Kompatibilitätstests durchführen.

Die Norm ASTM C1087 gilt für:

  • Strukturverglasungssysteme
  • Vorhangfassadenverglasung
  • Fassaden von Geschäftsgebäuden
  • Glasfassadensysteme
  • Architektonische Verglasung
  • Strukturelle Silikonverglasung
  • Verglasungssysteme einschließlich elastischer Dichtungen und Zubehörmaterialien.

Es ist besonders nützlich bei der Auswahl von Dichtstoffen, der Qualifizierung von Zubehör, der Systementwicklung und der Qualitätssicherung.

Ein praktischer Vorteil der Norm ASTM C1087 besteht darin, dass sie die Kompatibilitätsprüfung zwischen verschiedenen Lieferanten und Materialarten unterstützt. Beispielsweise kann in einem Projekt ein Struktur-Silikondichtstoff zusammen mit einer bestimmten Verglasungsdichtung und einem Montageblock spezifiziert werden. Selbst wenn alle drei Produkte einzeln ihre jeweiligen Materialspezifikationen erfüllen, ist ihre Kombination möglicherweise nicht kompatibel. Diese Norm bietet ein kontrolliertes Verfahren zur Prüfung solcher Kombinationen.

Die Norm ASTM C1087 sollte jedoch eher als Labor-Screeningverfahren denn als vollständige Abschätzung der Leistung im praktischen Einsatz betrachtet werden. Das Bestehen des Tests bedeutet nicht, dass alle möglichen Umgebungsbedingungen oder Langzeitbetriebsbedingungen simuliert wurden. Andere Faktoren wie Fugengestaltung, Montagequalität, Untergrundvorbereitung, Dichtstoffzusammensetzung, Umwelteinflüsse und mechanische Belastung können die tatsächliche Leistung beeinflussen. Daher wird diese Norm häufig als Bestandteil eines umfassenderen Qualifizierungsprogramms für Verglasungssysteme angesehen.

Zusammenfassend bietet die Norm ASTM C1087 ein standardisiertes Verfahren zur Prüfung der Kompatibilität von flüssig aufgetragenen Strukturglasdichtstoffen mit Zubehör wie Dichtungen, Abstandshaltern, Unterlegscheiben und Montageblöcken. Ihr Hauptzweck ist die Erkennung von Farbveränderungen des Dichtstoffs und, besonders wichtig, eines möglichen Haftungsverlusts nach Einwirkung von Hitze und UV-Licht.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinem kompetenten und erfahrenen Team die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm ASTM C1087 an.

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