DIN 55660 Farben und Lacke – Benetzbarkeit
Die vom Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegebene Norm „DIN 55660 Farben und Lacke – Benetzbarkeit“ besteht aus mehreren Unternormen. Im Wesentlichen bietet dieser Normensatz verschiedene Testmethoden zur Messung von Kontaktwinkeln, zur Bestimmung der freien Oberflächenenergie einer festen Oberfläche einschließlich des polaren und dispersiven Teils, zur Messung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten einschließlich des polaren und dispersiven Teils und zur Überprüfung des Messaufbaus mithilfe von Referenzmaterialien mit optischen Methoden.

Diese Normenreihe besteht aus folgenden Teilnormen unter dem Haupttitel „Farben und Lacke – Benetzbarkeit“:
- Die Norm „DIN 55660-1 Teil 1: Terminologie und allgemeine Grundsätze“ erläutert die Begriffe und Definitionen sowie allgemeine Grundsätze.
- Die Norm „DIN 55660-2 Teil 2: Bestimmung der freien Oberflächenenergie fester Oberflächen durch Messung des Kontaktwinkels“ stellt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der freien Oberflächenenergie einer festen Oberfläche durch Messung des Kontaktwinkels bereit. Mit dieser Methode können Substrate und Beschichtungen charakterisiert werden.
- Die Norm „DIN 55660-3 Teil 3: Bestimmung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten nach dem Pendant-Drop-Verfahren“ stellt ein optisches Prüfverfahren zur Bestimmung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten bereit. Diese Methode kann zur Charakterisierung flüssiger Beschichtungsstoffe eingesetzt werden. Allerdings können Flüssigkeiten mit nicht-newtonschem Fließverhalten bei der Anwendung dieser Methode zu Problemen führen.
- Die Norm „DIN 55660-4 Teil 4: Bestimmung des polaren und dispersiven Anteils der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten aus einer Grenzflächenspannung“ stellt ein optisches Prüfverfahren zur Bestimmung des polaren und dispersiven Anteils der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten bereit. Mit dieser Methode können flüssige Beschichtungsstoffe charakterisiert werden. Allerdings können Flüssigkeiten mit nicht-newtonschem Fließverhalten bei der Anwendung dieser Methode zu Problemen führen.
- Die Norm „DIN 55660-5 Teil 5: Bestimmung des polaren und dispersiven Anteils der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten aus Messungen von Kontaktwinkeln an einem Festkörper, der nur einen dispersen Beitrag zur Oberflächenenergie liefert“ stellt ein optisches Prüfverfahren zur Bestimmung der dar polarer und disperser Anteil der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten. Mit dieser Methode können flüssige Beschichtungsstoffe charakterisiert werden. Allerdings können Flüssigkeiten mit nicht-newtonschem Fließverhalten bei der Anwendung dieser Methode zu Problemen führen.
- Die Norm „DIN 55660-6 Teil 6: Messung des dynamischen Kontaktwinkels“ stellt ein optisches Prüfverfahren zur Bestimmung des dynamischen Kontaktwinkels bereit. Mit dieser wohldefinierten Methode können benetzende und nichtbenetzende Eigenschaften bestimmt und Rückschlüsse auf die morphologische und chemische Homogenität der Grenzfläche gezogen werden.
- Die Norm „DIN 55660-7 Teil 7: Messung des Kontaktwinkels bei Schrägtischversuchen (Rollwinkel)“ stellt ein Prüfverfahren zur dynamischen Messung des Rollwinkels eines Flüssigkeitstropfens auf einer festen Oberfläche bereit. Aus der dynamischen Messung können auch die Vor- und Rücklaufwinkel des rollenden Tropfens ermittelt werden. Der Rollwinkel spielt beispielsweise bei der Beurteilung von leicht zu reinigenden oder antihaftbeschichteten Oberflächen eine Rolle.
Dieses Normenwerk kann zur Charakterisierung von Substraten, Beschichtungen und Beschichtungsmaterialien eingesetzt werden. Für Flüssigkeiten mit nicht-Newtonscher Rheologie kann die Anwendbarkeit eingeschränkt sein. Darüber hinaus sind einige allgemeine Grundsätze im Standardanhang (Anhang A) enthalten.
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