
In der Chemie ist die Jodzahl oder Jodadsorptionszahl oder Jodzahl eines Stoffes die Masse an Jod in Gramm, die von 100 Gramm einer Chemikalie verbraucht wird. Die Jodzahl wird häufig verwendet, um den Gehalt an Ungesättigtheit in Fetten, Ölen und Wachsen zu bestimmen. In Fettsäuren tritt die Ungesättigtheit hauptsächlich in Form von Doppelbindungen auf, die gegenüber Halogenen, d. h. Jod, sehr reaktiv sind. Je höher die Jodzahl, desto ungesättigter ist das Öl. Kokosöl ist beispielsweise ein sehr gesättigtes Fett und eignet sich daher zur Seifenherstellung. Leinöl hingegen ist ein hochungesättigtes Öl und daher ein geeignetes Trocknungsöl für die Herstellung von Ölfarben.

Moderne Analysemethoden wie die Gaschromatographie liefern sehr detaillierte Informationen, unter anderem zum Sättigungsgrad. Dennoch gilt der Jodgehalt weiterhin als wichtiger Qualitätsparameter für flüssige und feste Fette. Dieser Wert gibt auch Aufschluss über die Oxidationsstabilität von Fetten, die direkt vom Sättigungsgrad abhängt. Dieser Parameter beeinflusst unmittelbar die Verarbeitung, Haltbarkeit und Eignung von Ölprodukten. Er ist auch in der Mineralöl- und Kraftstoffindustrie von großer Bedeutung. Die Norm EN 14214 legt einen Grenzwert für Jod in den Biodiesel-Spezifikationen fest.
Bei den in unserer Organisation durchgeführten Test-, Analyse-, Mess- und Bewertungsstudien werden nationale und internationale Normen und geltende gesetzliche Vorschriften eingehalten und zuverlässige und unvoreingenommene Ergebnisse erzielt. Unter den zahlreichen Tests, die in diesem Zusammenhang durchgeführt werden, gibt es auch Dienste zur Jodbestimmung.
