
Die von General Motors Worldwide (GMW) entwickelte Norm „GMW 14102 Water Stain Formation Test Determination“ beinhaltet ein Prüfverfahren zur Bewertung der Beständigkeit von Automobilmaterialien gegenüber Wasserflecken und den durch Wasser verursachten Veränderungen des Aussehens oder der Haptik. Dieses Verfahren ist besonders wichtig für Textilien und Polstermaterialien im Fahrzeuginnenraum.

Wasser kann auf vielfältige Weise mit den Materialien im Fahrzeuginnenraum in Kontakt kommen. Beispiele hierfür sind verschüttete Getränke, nasse Kleidung, Reinigungsvorgänge, Kondensation oder versehentliches Einwirken. Ein Material, das im trockenen Zustand einwandfrei funktioniert, kann nach dem Befeuchten und anschließenden Trocknen sichtbare Flecken, Ränder, Verfärbungen oder eine unerwünschte Veränderung der Haptik aufweisen. Die Norm GMW 14102 bietet eine kontrollierte Labormethode zur Bewertung dieses Verhaltens.
Der Hauptzweck der Norm GMW 14102 besteht darin, festzustellen, ob die Einwirkung von Wasser unzulässige Veränderungen an einem Material verursacht. Das Verfahren bewertet zwei Schlüsseleigenschaften:
Wasserflecken können so aussehen:
Das Prüfverfahren beurteilt auch, ob der Kontakt mit Wasser die Textur oder Haptik des Materials verändert. Dadurch eignet sich das Verfahren besonders für Materialien, bei denen sowohl Aussehen als auch haptische Qualität wichtig sind.
Die Norm GMW 14102 gilt primär für textile Materialien, die während der Fahrzeugnutzung – ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt – mit Wasser in Berührung kommen können, beispielsweise bei der Reinigung. Prüflaboratorien legen außerdem das Verfahren für Materialien wie die folgenden fest:
Beispielsweise ist die Norm GMW 14102 unter den Prüfverfahren für beschichtete Textilien, Kunststoffrollenprodukte, Textilien und Garne in der Automobilindustrie aufgeführt. Daher kann diese Norm für Bauteile wie die folgenden gelten:
Die genaue Anwendbarkeit einer bestimmten Komponente wird üblicherweise durch die entsprechende Material- oder Komponentenspezifikation von General Motors bestimmt.
Das Grundprinzip dieses Prüfverfahrens ist einfach: Eine kontrollierte Wassermenge wird auf eine vorbereitete Materialprobe aufgebracht, die anschließend auf unerwünschte Veränderungen untersucht wird. Der Test zielt darauf ab, die Art der lokalen Wassereinwirkung zu simulieren, die während der Fahrzeugnutzung auftreten kann. Nach der Einwirkung und dem Trocknungsprozess beurteilt das Labor die Probe hinsichtlich sichtbarer Effekte wie folgt: Wassereinwirkung – Trocknung – visuelle Beurteilung – taktile Beurteilung.
Wichtig ist, dass sich die Beurteilung nicht auf das Erscheinungsbild unmittelbar nach dem Bewässern beschränkt. Dieser Standard bezieht sich auch auf Veränderungen, die nach dem Verdunsten des Wassers bestehen bleiben oder sichtbar werden.
Für die Prüfung wird die Probe gemäß den Anforderungen der entsprechenden Materialspezifikation vorbereitet. Üblicherweise wird eine Probe von ca. 400 mm x 400 mm verwendet. Die Größe kann jedoch gegebenenfalls erhöht werden, um zu verhindern, dass Wasser an einer Kante der Probe vollständig absorbiert wird.
Probengröße und -vorbereitung sind wichtig, da textile Materialien Wasser durch Kapillarwirkung transportieren können. Ist die Probe zu klein, kann Wasser an die Ränder gelangen und zu Ergebnissen führen, die das normale Verhalten des Materials nicht korrekt widerspiegeln.
Das Verfahren verwendet Wasser der vorgegebenen Qualität (Wasser der Klasse 3 gemäß ISO 3696). Die Kontrolle der Wasserqualität ist wichtig, da gelöste Mineralien und Verunreinigungen das Aussehen der getrockneten Wasserflecken beeinflussen können. Beispielsweise kann Wasser mit einem hohen Gehalt an gelösten Salzen nach dem Verdunsten Rückstände hinterlassen. Die Verwendung von Wasser kontrollierter Qualität trägt dazu bei, die Reproduzierbarkeit des Tests zu verbessern und die Variabilität zwischen verschiedenen Laboren zu verringern.
Nach dem Kontakt mit Wasser und dem anschließenden Trocknen werden Veränderungen im Aussehen der Probe untersucht. Typische Auffälligkeiten sind:
Diese Effekte sind besonders bei dunklen, strukturierten oder relativ homogenen Innenraummaterialien deutlich zu erkennen.
Die Norm GMW 14102 befasst sich auch mit Veränderungen der Haptik. Dies ist wichtig, da Wasser die Haptik verändern kann. Beispielsweise kann ein Material nach dem Trocknen folgende Eigenschaften aufweisen:
Im Fahrzeuginnenraum ist die Haptik von großer Bedeutung, da Kunden Sitze, Armlehnen, Türverkleidungen, Konsolen und andere Polsterteile häufig berühren. Daher kann ein Material, das keine starken optischen Flecken aufweist, dennoch unakzeptabel sein, wenn sich seine haptischen Eigenschaften deutlich verändern.
Die typische Prüfdauer beträgt insgesamt etwa 48 Stunden, wobei eine Stunde für die Koordination eingeplant ist. Die genauen Bedingungen und Abnahmekriterien sind stets der jeweiligen Materialspezifikation zu entnehmen.
Die Norm GMW 14102 ist aus folgenden Gründen wichtig:
Kurz gesagt, konzentriert sich die Norm GMW 14102 primär auf Aussehen und Haptik, nicht auf die Wasseraufnahme eines Materials. Denn Aussehen und Haptik beeinflussen die wahrgenommene Fahrzeugqualität unmittelbar. Daher trägt diese Norm zur Materialauswahl, Lieferantenqualifizierung, Produktvalidierung und Qualitätskontrolle bei.
Diese Norm ist insbesondere bei der Entwicklung von Materialien für den Innenausbau von Bedeutung. Mögliche Anwendungsbereiche sind:
Der Test ist besonders wertvoll bei hellen oder relativ homogenen Materialien, da selbst kleine Wasserflecken oder Verfärbungen optisch erkennbar sein können.
Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm GMW 14102 an.
