VW TL 52628 Akustisch wirksame Schalldämmauskleidungen als Sandwichverbund im Fahrgastraum – Werkstoff- und Bauteilanforderungen

VW TL 52628 Akustisch wirksame Schalldämmauskleidungen als Sandwichverbund im Fahrgastraum – Werkstoff- und Bauteilanforderungen

Die von der Volkswagen AG entwickelte Norm „ VW TL 52628 Akustisch wirksame Schalldämmschichten als Sandwichverbunde im Fahrgastraum - Anforderungen an Material und Teile“ beschreibt die Anforderungen an Material und Teile für Formteile aus einer Kombination von Schalldämmfolien oder Vliesstoffen und leichtem Polyurethanschaum (PUR) für Schalldämmzwecke (z. B. Innenschalldämmung von Brandwänden und Montageplatten).

VW TL 52628 Akustisch wirksame Schalldämmauskleidungen als Sandwichverbund im Fahrgastraum – Werkstoff- und Bauteilanforderungen

Die grundlegenden Anforderungen dieser Norm werden wie folgt festgelegt:

  • Erstversorgung und Änderungsfreigabe nach VW 01155-Norm.
  • Vermeidung von Gefahrstoffen gemäß VW 91101 Norm.
  • Für eine vollständige Prüfung sind mindestens 5 Teile erforderlich.

Die Qualität der Teile wurde wie folgt ermittelt:

  • Die Teile müssen beidseitig eine gleichmäßige und weitgehend lunkerfreie Oberfläche aufweisen. Die Faserbindung im Trägermaterial (Typ C) muss gleichmäßig und dauerhaft sein. Das Teil darf nicht fusseln.
  • Es dürfen keine recycelten Fasermaterialien aus Abfällen der Bekleidungsindustrie verwendet werden. Eine homogene Fasermischung und gleichmäßige Faserdicke müssen gewährleistet sein.
  • Die Rohdichte des Polyurethanschaums (PUR) muss im gesamten Teil gleichbleibend sein.
  • Zwischen oder innerhalb einzelner Strukturschichten darf es nicht zu Delaminationen kommen.
  • Das Material, insbesondere der Vliesanteil, muss eine ausreichende Schnittfestigkeit aufweisen und darf bei der späteren Verarbeitung und Nutzung nicht fusseln.
  • Die schallabsorbierende Folie und der Faserformteil müssen vollflächig mit dem Polyurethanschaum verbunden sein. Die Oberfläche muss antihaftbeschichtet sein. Die Teile müssen ihre Formbeständigkeit und Funktionsfähigkeit während Transport, Lagerung, Montage und späterer Nutzung bei Temperaturen zwischen -30 °C und +90 °C sowie unter klimatischen Bedingungen von 55 °C und 95 % relativer Luftfeuchtigkeit behalten.

Mit den Prüfungen darf frühestens 72 Stunden nach der Produktion begonnen werden. Vor der Prüfung müssen die Proben gemäß VW 50554 mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von 23 °C und einer Standardatmosphäre von 50 % Sauerstoff konditioniert werden.

Bei der Auswertung der Messergebnisse gelten die geforderten Zahlenwerte für jede Messung an Folien- und Schaumteilen bzw. aus Sandwichsystemen getrennten Bauteilen.

Die Materialanforderungen und die Anforderungen an die Bauteileigenschaften sind in den Tabellen der Norm detailliert aufgeführt.

Bei der Bestimmung der Rohdichte von Polyurethanschaum müssen alle Probenahmestellen mit dem Lieferanten abgestimmt und auf der Zeichnung dokumentiert werden.

Bei der Ermittlung der Druckspannung beträgt die Probengröße 80 mm x 80 mm, die Probendicke ist bauteilabhängig, beträgt aber mindestens 20 mm. Bei Sandwichkonstruktionen wird die Dicke der inkompressiblen EPDM-Beschichtung (EPDM-Kautschuk ist ein Polymerwerkstoff, der durch Copolymerisation von Propylen und ungesättigtem Dien hergestellt wird) von der Probendicke abgezogen. Die Prüfgeschwindigkeit beträgt 50 mm/min. Die Stauchung liegt bei 40 Prozent. Die Probenhöhe wird unter Vorlast (1,2 N) ermittelt (Vorlast wird nicht zurückgesetzt). Die Ergebnisdarstellung soll dem Tabellenbeispiel entsprechen.

Die Prüfung der Zugfestigkeit und Dehnung (Schalldämmfolie bzw. Polyurethanschaum) erfolgt nach DIN 53504. Die Verfahrgeschwindigkeit beträgt 100 mm/min. Alle Probenentnahmestellen sind auf der Zeichnung zu dokumentieren.

Bei der Geruchsprüfung nach Wärmealterung wird die Probe nach Abschluss der Wärmealterung (je eine Probe 96 Stunden bei 90 °C und eine 400 Stunden bei 3 °C) verwendet. Die Probe wird aus dem Trockenschrank entnommen und im noch warmen Zustand von mindestens drei Personen aus einem Abstand von 10 bis 20 cm auf ihren Geruch beurteilt. Anschließend wird die Probe bei 23 °C ± 2 °C gelagert und der Geruch nach 20 Minuten erneut beurteilt. Im Vergleich zum Ausgangszustand darf kein unangenehmer Geruch wahrnehmbar sein. Eine objektive Geruchsbeurteilung darf nicht durch das Raumklima oder die Umgebungsbedingungen (z. B. Gerüche aus anderen Bereichen oder der Prüfkammer) im Prüfraum beeinträchtigt werden.

Der Kugelfalltest wird ohne Holzunterlage durchgeführt. Geprüft wird die dem Fahrzeuginnenraum zugewandte Fläche.

Beim Schimmelresistenztest wird ein Ausschnitt einer 100 mm x 100 mm großen Probe mittels einer Zerstäuberdüse beidseitig mit destilliertem Wasser besprüht und 10 cm3 Wasser aufgenommen. Anschließend wird die Probe aufgerollt und in ein Schraubglas gegeben. Das Glas muss steril sein (ggf. Nachspülen mit Brennspiritus und Abdampfen). Bei der Probenvorbereitung ist auf Sauberkeit zu achten. Probenkontaminationen sind zu vermeiden. Das verschlossene Glas wird bei 23 °C (+/- 2 °C) gelagert und alle sieben Tage zur Probenauswertung geöffnet. Beim Öffnen von Schraubgläsern sind entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Das Einatmen von Sporen ist zu vermeiden. Bei der Auswertung der Probe ist eine zusätzliche Kontamination zu vermeiden. Die Auswertung erfolgt visuell. Schimmelbildung ist zu vermeiden.

Die Norm VW TL 52628 ist insbesondere im Fahrzeug- und Maschinenbau von Bedeutung, insbesondere in Branchen wie Automobil, Bahn und Luftfahrt, in denen die Geräuschreduzierung eine entscheidende Rolle spielt. Die Bedeutung dieser Norm ergibt sich aus folgenden Gründen:

  • Sorgt für effektive Geräuschreduzierung: Diese Norm beschreibt die technischen Anforderungen an mehrschichtige (Sandwich-)Dämmmaterialien zur Reduzierung von Luft- und Körperschall. Diese Materialien dienen der Reduzierung von Motorgeräuschen, Straßenlärm und Vibrationen, die in Fahrzeugkabinen oder -abteile übertragen werden können.
  • Garantiert gleichbleibende akustische Leistung: Definiert Testmethoden und Leistungsgrenzen und stellt sicher, dass alle in Fahrzeugen verwendeten Materialien die grundlegenden Schalldämmeigenschaften erfüllen. Dies hilft Herstellern, über alle Modelle und Produktionschargen hinweg eine gleichbleibende Geräusch-, Vibrations- und Rauheitsleistung zu gewährleisten.
  • Standardisierung unter Zulieferern: Dieser Standard wird häufig von Erstausrüstern als Spezifikation für Zulieferkomponenten verwendet. Durch die Einhaltung dieses Standards stellen Zulieferer sicher, dass ihre schallabsorbierenden Beschichtungen den Qualitätsanforderungen der Erstausrüster entsprechen.
  • Unterstützt Leichtbau: Sandwichbauweise im Sinne dieser Norm bezeichnet mehrschichtige Schalen, die verschiedene Materialien (z. B. Schaumstoff, Barriere, Filz) kombinieren, um eine hohe Schalldämmung bei minimalem Gewicht zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig für die Kraftstoffeffizienz und die Optimierung der Reichweite von Elektrofahrzeugen.
  • Einhaltung von Umwelt- und Sicherheitsvorschriften: Die angegebenen Materialien müssen in der Regel nicht nur akustische Standards, sondern auch Entflammbarkeit, Emissionen und Recyclingfähigkeit erfüllen. Damit ist diese Norm eine multifunktionale Anforderung, die die Einhaltung der Umwelt- und Sicherheitsvorschriften der Europäischen Union gewährleistet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Norm VW TL 52628 Leistungskriterien für Akustikverkleidungen definiert, zur Kontrolle des Geräuschpegels im Auto beiträgt, um Komfort und Sicherheit zu gewährleisten, Qualität, Konsistenz und Lieferantenkompatibilität gewährleistet und eine leichte und umweltfreundliche Konstruktion ermöglicht.

Unser seit vielen Jahren bestehendes Unternehmen, das die weltweiten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik aufmerksam verfolgt, verfügt über ein kompetentes Team und eine umfangreiche Infrastruktur, um für Unternehmen aller Branchen Prüfungen, Messungen und Analysen in den unterschiedlichsten Bereichen durchzuführen. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW TL 52628: Akustisch wirksame Schalldämmverkleidungen für den Fahrgastraum als Sandwichverbundwerkstoffe – Material- und Bauteilanforderungen“ an.

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