VW TL 52476 POM, Fertigteile für den Fahrzeuginnenraum – Materialanforderungen

VW TL 52476 POM, Fertigteile für den Fahrzeuginnenraum – Materialanforderungen

Die vom Automobilkonzern Volkswagen entwickelte Norm „VW TL 52476 POM, Fertigteile für den Fahrzeuginnenraum – Materialanforderungen“ beschreibt die Materialanforderungen für Fertigteile aus Polyoxymethylen (POM), beispielsweise Lautsprecherabdeckungen und Befestigungselemente (Clips).

VW TL 52476 POM, Fertigteile für den Fahrzeuginnenraum – Materialanforderungen

In dieser Norm werden die Anforderungen wie folgt festgelegt:

  • Die Erstlieferung und Genehmigung von Änderungen muss der VW-Norm 01155 entsprechen.
  • Granulatmaterial muss der VW-Norm 50026 entsprechen.
  • Die Witterungsbeständigkeit im Außenbereich muss der Norm VW 50185 entsprechen.
  • Die Materialprobenprüfung muss der VW-Norm 52000 entsprechen.
  • Die Materialeignung muss der VW-Norm 91101 entsprechen.
  • Die Prüfung erfolgt an Proben, die aus einbaufertigen Teilen entnommen werden.
  • Ist eine Probenentnahme von Fertigteilen nicht möglich, ist die Vorgehensweise mit der für die Freigabe verantwortlichen Abteilung abzustimmen (z. B. Prüfung auf Prüfplatten oder Verzicht auf Prüfungen).
  • Die Abweichung ist im Prüfbericht zu dokumentieren.
  • Die für eine vollständige Prüfung erforderliche Probenanzahl ist mit der zuständigen Abteilung abzustimmen.
  • Die Oberfläche und das Innere der fertigen Teile müssen frei von Bearbeitungsfehlern wie Fließlinien, Rissen, Lunkern oder Ähnlichem sein. Einsturzspuren an der Basis von Rippen und Versteifungen sind nur zulässig, wenn sie die Funktion, das Aussehen oder den Zusammenbau der Teile nicht beeinträchtigen. Die fertigen Teile sollten sich problemlos zusammenbauen lassen.
  • Fertige Teile sollten so verpackt werden, dass eine Luftzirkulation gewährleistet ist. Fertigteile zur Anlieferung in großen Verpackungseinheiten (Kartons, Paletten) sollten so gestapelt bzw. angeordnet werden, dass eine Luftzirkulation möglich ist.
  • Fertigteile müssen im Spritzgussverfahren hergestellt werden. Alle verwendeten Materialien müssen mit Materialbeschreibung, Produktname und Rohstoffhersteller gemäß VDA 260-Standard angegeben werden. Darüber hinaus müssen Materialien gemäß der VW-Norm 50026 definiert werden. Es dürfen die Granulatklassen GK1, GK2, GK3 und GK4 verwendet werden. Eine Vermischung anderer Materialqualitäten ist untersagt.
  • Die Proben müssen vor der Prüfung mindestens 24 Stunden lang in Standardatmosphäre gemäß VW 50554 konditioniert werden.
  • Das verwendete Material muss Polyoxymethylen (POM)-Homopolymer oder -Copolymer sein.

Alle Merkmale und Anforderungen sind in der Tabelle der Norm aufgeführt. Für freigegebene Materialien sollte ein reduzierter Prüfumfang durchgeführt werden.

Die Identitätsprüfung erfolgt mittels Infrarotspektroskopie.

Wird zur Bestimmung der Schmelztemperatur das Verfahren der dynamischen Differenzkalorimetrie eingesetzt, ist folgende Vorgehensweise anzuwenden: Es wird ein Prüfgerät nach DIN EN ISO 11357-1 verwendet. Als Probe dient ein flacher Parallelschnitt eines Fertigteils mit einem Gewicht von ca. 5 mg bis 10 mg. Die Probe wird mit einer Heizrate von 10 Grad K/Minute von 50 Grad auf 200 Grad erhitzt. Anschließend wird es mit einer Geschwindigkeit von 5 Grad K/Minute auf 50 Grad abgekühlt und dann mit einer Geschwindigkeit von 10 Grad K/Minute wieder auf 200 Grad erhitzt.

Streckspannungs- und Streckdehnungsprüfungen werden gemäß der Norm DIN EN ISO 527-2 durchgeführt. Die Prüfgeschwindigkeit im Zugversuch beträgt für Probentyp 5A 50 mm/min. Wenn keine 5A-Proben verfügbar sind, dürfen S 53504A-Zugproben gemäß DIN 3 verwendet werden.

Für die Schlagfestigkeit wird ein Pendelschlagprüfgerät nach DIN EN ISO 13802 eingesetzt. Bei der Prüfung werden Proben von einseitig genarbten oder lackierten Fertigteilen mit der genarbten oder lackierten Seite in Schlagrichtung auf die Stützen des Pendelschlagwerks gelegt.

Bei der Kerbschlagzähigkeitsprüfung kommt ein Pendelschlagprüfgerät nach DIN EN ISO 13802 zum Einsatz.

Beim Hochtemperaturverhaltenstest wird mindestens ein fertiges Teil in einem Umluftofen mit geschlossener Klappenabdeckung einer thermischen Alterungsprüfung unterzogen. Temperaturen wie in der Zeichnung angegeben, Alterungszeit beträgt 22 Stunden plus/minus 2 Stunden.

Die Prüfung des Tieftemperaturverhaltens erfolgt durch Alterung von mindestens zwei fertigen Teilen. Temperaturen wie in der Zeichnung angegeben, Alterungszeit beträgt 22 Stunden plus/minus 2 Stunden.

Kugelfalltest: Eine 3989 g schwere Kugel wird auf einer nicht vertieften Grundplatte (Probenauflagefläche) nach der Norm PV 1-500 auf mindestens einen ebenen Bauteilabschnitt fallen gelassen. Die Fallhöhe der Kugel beträgt 450 plus/minus 5 mm oder wie in der Zeichnung angegeben.

Wenn bei der Bestimmung der Lichtechtheit die Anzahl der Belichtungsperioden in der Zeichnung nicht definiert ist, gilt folgende Regel:

  • 3 Einwirkzeiträume für Bauteile in Bereichen mit indirekter Sonneneinstrahlung
  • 5 Einwirkzeiträume für Bauteile in Bereichen mit direkter Sonneneinstrahlung (z. B. Instrumententafel)

Entsprechen die Prüfergebnisse hinsichtlich des Emissionsverhaltens nicht den Anforderungen der VW-Norm 50180, müssen die Teile bis zum Erreichen der Grenzwerte getempert werden. Die Temperatur sollte so gewählt werden, dass es zu keiner Veränderung von Form, Farbe und Oberfläche kommt.

Neben den zahlreichen Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsstudien, die unsere Organisation mit geschultem und fachkundigem Personal und fortschrittlicher technologischer Ausrüstung für Unternehmen verschiedener Branchen durchführt, bieten wir auch Prüfdienstleistungen an, die in der Norm „VW TL 52476 POM, Fertigteile für Fahrzeuge“ definiert sind Innenraum - Materialanforderungen". gibt.

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