GMW 17408 Flexible expandierte Gummi- und gummiartige Werkstoffe für Dichtungsanwendungen im Automobilbereich

GMW 17408 Flexible expandierte Gummi- und gummiartige Werkstoffe für Dichtungsanwendungen im Automobilbereich

Die von General Motors Worldwide (GMW) entwickelte Norm „GMW 17408 Flexible expandierte Gummi- und gummiartige Werkstoffe für Dichtungsanwendungen im Automobilbereich“ ist eine Materialspezifikation für flexible expandierte Gummi- und gummiartige Werkstoffe, die in Dichtungs- und Isolierungsanwendungen im Automobilbereich eingesetzt werden. Diese Norm umfasst Werkstoffe für Luft- und Staubdichtungen, Wasserdichtungen, Dichtungen, Isolierungen, Klapperschutz und Spaltabdichtungen.

GMW 17408 Flexible expandierte Gummi- und gummiartige Werkstoffe für Dichtungsanwendungen im Automobilbereich

Die Norm GMW 17408 ist besonders wichtig, da Dichtungsmaterialien ihre Funktionsfähigkeit über einen weiten Bereich von Temperaturen, Umgebungsbedingungen, Kompressionsniveaus und Betriebsbedingungen beibehalten müssen. Diese Norm schafft einen gemeinsamen Rahmen für die Klassifizierung und Bewertung dieser Materialien für Fahrzeuganwendungen von General Motors.

Die Norm GMW 17408 gilt für flexible, expandierte Gummi- und gummiartige Werkstoffe, die als Platten, Streifen, Stanzteile oder geschnittene Produkte geliefert werden können. Bei Bedarf kann einseitig ein Haftklebstoff aufgebracht werden. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Luft- und Staubdichtungen
  • Wasserdichtungen und Dichtungen
  • Geräusch- und Klapperisolatoren
  • Lückenfüller
  • Dichtungskomponenten für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen
  • Dichtungen für Instrumententafel
  • Tür und Dichtungen
  • Dichtungen für Seitenspiegel
  • Schiebedachdichtungen
  • Weitere Isolier- und Dichtungskomponenten

Gewerbliche Automobil-Schaumstoffprodukte, die nach dem GMW 17408-Standard zertifiziert sind, werden in Anwendungen wie Instrumententafeln, Klimaanlagenmodulen, Türschlössern, Schiebedächern, Seitenspiegeln und NVH-Dichtungen eingesetzt.

Eines der Hauptmerkmale der Norm GMW 17408 ist ihr Klassifizierungssystem. Diese Spezifikation kategorisiert Werkstoffe in verschiedene Klassen und Typen und ermöglicht es Ingenieuren, einen Werkstoff anhand seiner vorgesehenen Funktion und seines Kompressionsverhaltens auszuwählen. Zum Beispiel:

  • Werkstoffe der Klasse I eignen sich für Anwendungen zur Luft-, Staub- und Schwingungsisolierung und können offenzellige, halboffenzellige, halbgeschlossenzellige oder geschlossenzellige Strukturen aufweisen. Der Werkstofftyp hängt von seinen Kompressions- und Dehnungseigenschaften ab.
  • Werkstoffe der Klasse II werden für Anwendungen eingesetzt, die Wasserdichtigkeit erfordern, und daher ist ihre Leistungsfähigkeit besonders wichtig, wenn das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert werden muss.

Die Daten zu kommerziellen Materialien zeigen eine Klassifizierung von Typ I bis Typ V, wobei die Schaumeigenschaften zunehmend unterschiedlich sind, z. B. ultraweich, extraweich, weich, mittel und hart.

Die Norm GMW 17408 ist nicht auf eine einzelne Polymerfamilie beschränkt. Je nach Anwendung definiert die technische Zeichnung oder die Materialspezifikation die erforderliche Polymerbasis. Beispiele hierfür sind:

  • EPDM: Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymer
  • NBR: Acrylnitril-Butadien-Kautschuk
  • PVC: Polyvinylchlorid
  • CR/SBR: Chloropren/SBR-Gemische
  • Andere zugelassene Gummi- oder gummiartige Materialien

Die Spezifikation verlangt ausdrücklich die Angabe des Polymerbasismaterials, wenn der Standard in den technischen Dokumenten angegeben ist.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Norm nicht alle Arten von Automobil-Schaumstoffen abdeckt. Silikon-, Polyurethan- und Polyolefin-Schäume sind ausdrücklich ausgeschlossen, da diese Materialgruppen in anderen Spezifikationen von General Motors behandelt werden.

Manche Dichtungselemente benötigen eine Kleberückseite, um während der Montage fixiert zu werden. Die Norm GMW 17408 erlaubt die Verwendung des Suffixes „ADH“, wenn ein Klebstoff spezifiziert ist. In solchen Fällen muss das Klebematerial den Anforderungen der Norm GMW 16443 entsprechen.

Reibungsarme Beschichtungen können auch dann spezifiziert werden, wenn das Dichtmittel an einer anderen Oberfläche gleiten muss. Dies wird durch den Zusatz „CO“ gekennzeichnet. Solche Beschichtungen können dazu beitragen, die Reibung zu verringern und unerwünschtes Verhalten zwischen Dichtmittel und Gegengrund zu verhindern.

Die Norm GMW 17408 bewertet Dichtungsmaterialien anhand einer Reihe physikalischer und funktionaler Anforderungen. Je nach Materialklasse, -typ und Anwendung kann die Bewertung folgende Bereiche umfassen:

  • Kompressionselastizität: Das Kompressionselastizitätsverhalten ist grundlegend für die Dichtungsleistung. Das Material muss unter Kompression eine ausreichende Dichtungskraft erzeugen, ohne dabei zu hohe Montagekräfte zu verursachen.
  • Wasserdichtigkeit: Für Anwendungen, die eine Wasserdichtigkeit erfordern, muss das Material geeignete wasserdichte Eigenschaften aufweisen. Dies ist besonders wichtig für Materialien der Klasse II.
  • Luft- und Staubdichtheit: Die Materialien, die um Öffnungen, Verbindungen, Instrumententafeln und andere Fahrzeugschnittstellen verwendet werden, müssen unerwünschte Luftbewegungen und Staubverunreinigungen verhindern.
  • Umweltbeständigkeit: Kfz-Dichtstoffe können Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Witterungseinflüssen und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt sein. Ihre Eigenschaften müssen während der gesamten vorgesehenen Einsatzdauer erhalten bleiben.
  • Physikalische Eigenschaften: Die Materialklassifizierung wird durch Anforderungen an die physikalischen Eigenschaften unterstützt, die dazu beitragen, ein einheitliches Verhalten über Produktionschargen und zugelassene Materialquellen hinweg zu gewährleisten.
  • Entflammbarkeit: Je nach Anwendung und Materialzusammensetzung können auch Anforderungen an die Entflammbarkeit relevant sein. Beispielsweise wird bei handelsüblichen Schaumstoffprodukten, die gemäß der Norm GMW 17408 vermarktet werden, häufig auch die Einhaltung der Norm FMVSS 302 gefordert.

Eine der größten Stärken der Norm GMW 17408 ist, dass sie nicht jede Dichtungsanwendung gleich behandelt. Die technische Dokumentation sollte wesentliche Anwendungsinformationen enthalten, darunter:

  • Polymerbasiertes Material
  • Klasse und Typ
  • Anwendung im Innenraum, Außenbereich oder Motorraum.
  • Erforderlicher Klebstoff oder Beschichtung
  • Oberflächenerscheinung
  • Größe
  • Weitere anwendungsspezifische Anforderungen

Die Auswahl der spezifischen Prüfungen richtet sich nach dem vorgesehenen Anwendungsbereich (Innenraum, Außenbereich, Motorraum oder Außenbeleuchtung). Dieses Vorgehen hilft, eine Über- oder Unterdimensionierung des Dichtmittels zu vermeiden.

Die Norm GMW 17408 ist wichtig, da Dichtungskomponenten zwar einfach erscheinen mögen, Defekte jedoch erhebliche Fahrzeugprobleme verursachen können. Eine unzureichende Abdichtung kann zu Folgendem führen:

  • Wasserleck
  • Staubeinlass
  • Windgeräusch
  • Knarren und Klicken
  • Verlust des Dichtungsdrucks
  • Komponentenbewegung
  • Korrosionsbedingte Probleme
  • Reduzierte NVH-Leistung
  • Negative Kundenwahrnehmung

Die Norm GMW 17408 unterstützt General Motors und seine Zulieferer bei der Auswahl von Werkstoffen mit vorhersehbaren Dichtungseigenschaften, indem sie Werkstoffklassifizierungen und Leistungsanforderungen definiert. Sie schafft zudem eine gemeinsame technische Sprache für Fahrzeughersteller, Werkstofflieferanten, Komponentenhersteller und Prüflaboratorien.

Der GMW-17408-Standard hat den früheren GMW-15473-Standard ersetzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Norm GMW 17408 primär für flexible, expandierte Gummi- und gummiartige Materialien konzipiert ist, die für Dichtungs-, Isolierungs- und Hohlraumabdeckungsfunktionen eingesetzt werden. Sie behandelt Anwendungen im Bereich der Luft-, Staub-, Wasser-, Lärm- und Klapperdämpfung und bietet ein Klassifizierungssystem, das unter anderem auf dem Kompressionsverhalten des Materials und dem vorgesehenen Anwendungszweck basiert.

Die Einhaltung der Norm GMW 17408 ist für Automobilzulieferer wichtig, da sie ein kontrolliertes Verfahren zur Auswahl und Prüfung von Dichtstoffen bietet. Die korrekte Klasse, der Typ, das Polymer, die Klebstoff-/Beschichtungskonfiguration und die anwendungsspezifischen Anforderungen müssen stets bestätigt werden.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm GMW 17408 an.

WhatsApp