VW PV 3965 Dekorative Oberflächen - Visueller Farbvergleich nach DIN EN ISO 3668

VW PV 3965 Dekorative Oberflächen - Visueller Farbvergleich nach DIN EN ISO 3668

Die vom Automobilkonzern Volkswagen entwickelte Norm „VW PV 3965 Dekorative Oberflächen an und im Fahrzeug – Visueller Farbvergleich nach DIN EN ISO 3668“ beschreibt zusätzliche Vorgaben, die bei der Durchführung visueller Farbvergleiche nach der Norm „DIN EN ISO 3668 Beschichtungsstoffe – Visueller Farbvergleich von Lackfarben“ eingehalten werden müssen. Diese Norm gilt für alle dekorativen Oberflächen an und im Fahrzeug, unabhängig davon, ob diese nach den Volkswagen Normen VW 50190, VW 50195 oder VW 50196 bewertet werden.

VW PV 3965 Dekorative Oberflächen - Visueller Farbvergleich nach DIN EN ISO 3668

Ziel dieser Norm ist es, eine bessere Übereinstimmung zwischen visuellen und messtechnischen Farbbewertungen zu erreichen. Der Prüfaufbau für den visuellen Vergleich sollte sich dabei am Geräteaufbau für die messtechnische Farbbewertung orientieren.

Die optische Oberflächenfarbabstimmung erfolgt nach DIN EN ISO 3668. Zusätzlich sind folgende Vorgaben einzuhalten.

  • Lichtverhältnisse: Die Prüfung der Lichtarten für den Innen- und Außenbereich erfolgt mit den Prüflichtarten D65 (durchschnittliches künstliches Tageslicht) und TL84 bzw. F11 (künstliches warmweißes Licht). Die Qualität der Prüflichtarten muss einen Farbwiedergabeindex von mindestens 95 für D65 und mindestens 80 für TL84 bzw. F11 nach DIN 6169-2 aufweisen. Sollten die angegebenen Prüflichtarten für den Farbvergleich nicht ausreichen, können nach vorheriger Abstimmung mit den jeweiligen Prüforganisationen auch andere Prüflichtarten zur Bewertung herangezogen werden.
  • Vergleich von Außenflächen: Als Referenz dient der vom Auftraggeber vorgegebene Standard. Die zu bewertenden Probenpaare sollten planparallel zueinander angeordnet sein. Winkelabweichungen zwischen den Probenoberflächen führen zu falschen Beleuchtungs-/Reflexionseigenschaften zueinander und somit zu einer fehlerhaften Auswertung. Um Bewertungsfehler bei Dekorationsmaterialien mit Vorzugsorientierung oder Azimut, beispielsweise bei Lackaufbauten und Foliensystemen, oder auch bei Proben aus Bewitterungstests zu vermeiden, sollten Probenpaare in einer Standardorientierung ausgewertet werden.

Unter Laborbedingungen sollen optische Eindrücke, die als metallische Effekte, richtungsunabhängige Effekte oder richtungsabhängige Effekte bei Einzelteilen und Prüfblechen auftreten können, beurteilt werden:

    • Vergleich metallischer und nichtmetallischer Effekte: Proben und Dekormaterialien, die Edelstahl ähneln oder eine Chromoptik aufweisen, sind nach dem in dieser Norm festgelegten Prüfaufbau zu bewerten. Die Methode bei Vorhandensein eines Glanzeffekts und die Methode bei Nichtvorhandensein eines Glanzeffekts sind in den Abbildungen der Norm dargestellt.
    • Richtungsunabhängiger Vergleich von Vollfarben: Muster und Dekorationsmaterialien, die insgesamt den Eindruck einer gleichfarbigen Oberfläche vermitteln, beispielsweise schwarz glänzende Säulenverkleidungen im Innenbereich oder mattschwarze Verkleidungsplatten, sind gemäß dem in dieser Norm festgelegten Prüfaufbau zu vergleichen.
    • Vergleich richtungsabhängiger Effektfarben: Für Proben und Dekorationsmaterialien, bei denen sich der optische Eindruck bei Änderung der Beleuchtungs- oder Beobachtungsrichtung ändert, beispielsweise bei mit Effektlack beschichteten Teilen oder Proben aus Bewitterungstests, wird gemäß dieser Norm ein Prüfaufbau mit anpassbarer Beleuchtungs- bzw. Beobachtungsrichtung gefordert.

Um eine möglichst gleichmäßige Vollfahrzeugbeleuchtung für den Farbvergleich von Vollfarben zu erreichen, sollte der in dieser Norm beschriebene Prüfaufbau verwendet werden. Für den Vergleich von Effektfarben am gesamten Fahrzeug oder größeren Bauteilen sind reproduzierbare Beleuchtungs- und Beobachtungsaufbauten erforderlich.

  • Vergleich der Innenflächen: Als Referenz dient ein von der jeweiligen Entwicklungsabteilung des Käufers vorgegebener Musterstandard. Dieser definiert die gewünschte Farbe, die gewünschte Struktur, den gewünschten Glanz und die gewünschten taktilen Eigenschaften. Dieser ist bei der jeweiligen internen Teilebeschaffung, der Entwicklungsabteilung oder dem Qualitätssicherungslabor für Einkaufsteile des Käufers einzuholen.

Unter Laborbedingungen sind optische Eindrücke, die metallische, richtungsunabhängige oder richtungsabhängige Effekte sein können, für Einzelteile und Prüfbleche zu bewerten. Die Bewertung metallischer und edelstahlähnlicher oder chromartiger Effekte erfolgt nach dem in dieser Norm festgelegten Prüfaufbau. Die bei Glanzeffekten und die bei fehlendem Glanzeffekt angewandte Methode sind in den Abbildungen dieser Norm dargestellt. Die Bewertung richtungsunabhängiger Volltonfarben erfolgt nach dem in dieser Norm festgelegten Prüfaufbau. Zur Bewertung richtungsspezifischer Farbeffekte können zusätzliche Beobachtungen oder Beleuchtungsrichtungen verwendet werden. In diesen Fällen wird der in dieser Norm beschriebene Prüfaufbau empfohlen.

Um eine möglichst gleichmäßige Gesamtausleuchtung des Fahrzeugs für den Farbvergleich zu erreichen, ist diese Norm einzuhalten. Die Beurteilung kann mit oder ohne Einfluss der Fahrzeugverglasung erfolgen. Vorzugsweise sollte die Beurteilung durch die Verglasung erfolgen (Kundenfall). Wird ein Prüfaufbau mit definierter Beleuchtungs- und Beobachtungsrichtung für den Fahrzeuginnenraum benötigt, ist dieser gegebenenfalls mit den jeweiligen Prüforganisationen abzustimmen.

Kurz gesagt: Der VW PV 3965-Standard stellt sicher, dass Komponenten wie Innenverkleidungen, Armaturenbrettelemente und Außenteile wie Spiegel und Stoßfänger eine einheitliche Farbe und Optik aufweisen. Der Bewertungsprozess nach diesem Standard erfolgt gemäß DIN EN ISO 3668, die Bedingungen für den visuellen Vergleich von Farbunterschieden festlegt. Dazu gehören standardisierte Lichtverhältnisse, Betrachtungswinkel und Hintergrundeinstellungen, um eine konsistente und genaue Beurteilung der Farbübereinstimmung zwischen verschiedenen Teilen und Materialien zu gewährleisten.

Die Einhaltung des VW PV 3965-Standards ist entscheidend für die Wahrung der ästhetischen Qualität und Markenkonsistenz von Volkswagen-Fahrzeugen. Indem sichergestellt wird, dass alle sichtbaren Komponenten den strengen optischen Standards des Unternehmens entsprechen, trägt dies zur allgemeinen Wahrnehmung von Qualität und Liebe zum Detail in den Fahrzeugen bei.

Unser Unternehmen unterstützt seit Jahren Unternehmen aller Branchen mit vielfältigen Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungstätigkeiten. Es verfügt über ein starkes Mitarbeiterteam, das die weltweiten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik aufmerksam verfolgt und sich kontinuierlich weiterbildet. In diesem Zusammenhang bieten wir Unternehmen auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW PV 3965 Dekorative Oberflächen an und im Fahrzeuginnenraum – Visueller Farbvergleich nach DIN EN ISO 3668“ an.

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