VW TL 52608 Feinfaservlies, mehrlagig - Materialanforderungen

VW TL 52608 Feinfaservlies, mehrlagig - Materialanforderungen

Die vom Automobilkonzern Volkswagen entwickelte Norm „VW TL 52608 Feinfaservliesstoffe, mehrlagig – Materialanforderungen“ beschreibt die Materialanforderungen für absorbierende Vliesstoffe auf Basis thermoplastischer Fasern, die beispielsweise zur direkten Schalldämmung von Polstern eingesetzt werden.

VW TL 52608 Feinfaservlies, mehrlagig - Materialanforderungen

Die Anforderungen in dieser Norm lauten wie folgt:

  • Erstlieferungen und Änderungen müssen nach der Norm VW 01155 genehmigt werden.
  • Das Emissionsverhalten muss der Norm VW 50180 entsprechen.
  • Die Vermeidung gefährlicher Stoffe muss gemäß der Norm VW 91101 erfolgen.
  • Für eine vollständige Prüfung wird mindestens 1 m2 Platte bzw. Stück mit gleicher Fläche benötigt.
  • Das mehrlagige Vliesstoffsystem besteht aus einem Basisvliesstoff (Kern) und zwei Decklagenvliesstoffen (Außenlagen).
  • Der Basisvliesstoff ist ein voluminöser, feinfaseriger Vliesstoff aus 100 Prozent Polyesterfasern und gilt als thermisch verfestigter Vliesstoff. Eine gleichmäßige, klebende Faserbindung ist erforderlich und wird durch das Aufschmelzen der in der Faserform vorhandenen festen Bindemittel erreicht.
  • Die jeweiligen Außenschichten, bestehend aus Polyester-/Viskosefasern, werden thermisch verfestigt und durch Kalandrieren geglättet.
  • Die Außenschichten werden mit einem Laminierhilfsmittel auf Polyethylenbasis mit dem Grundvlies verbunden. Die Verbindung muss dauerhaft sein.
  • Teile müssen ihre Maß- und Funktionsintegrität während des Transports, der Lagerung, der Montage und der späteren Verwendung bei Temperaturen von -40 Grad Celsius bis plus 90 Grad Celsius sowie bei klimatischen Bedingungen wie 55 Grad Celsius und 95 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit beibehalten.
  • Die Teile müssen physiologisch unbedenklich sein und dürfen beispielsweise keine Hautreizungen (Feinfaserstaub) verursachen oder unangenehme Gerüche abgeben.
  • Bei höheren Temperaturen freigesetzte Stoffe müssen toxikologisch unbedenklich sein.
  • Die Teile müssen aus thermoplastischem Vliesstoff bestehen, dürfen nicht verformt oder völlig flach sein. Die Teile können mit Klebstoff beschichtet werden.
  • Als Material kommt Polyethylenterephthalat als Basisvliesstoff, Polyethylenterephthalat, Viskose oder Polyethylen als Deckschichten in Frage.
  • Vor der Prüfung müssen die Proben gemäß der Norm VW 50554 mindestens 24 Stunden lang in einer Atmosphäre von 23 Grad Celsius und 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit konditioniert werden.

Darüber hinaus sind Materialanforderungen und erforderliche Eigenschaften in den in der Norm bereitgestellten Tabellen enthalten.

Für kleberbeschichtete Teile gelten darüber hinaus zusätzliche Anforderungen. Der Klebstoff muss vollflächig aufgetragen werden. Die Klebefläche wird mit einer reißfesten Schutzfolie (z. B. silikonbeschichtetes Polyethylen) abgedeckt. Die Anforderungen an die Haftung müssen der Norm VW 50131-C entsprechen.

Die Dickenmessung erfolgt unter einer Vorspannkraft von 0,2 N. Vorzugsweise werden hierbei die Dickenmessergebnisse aus dem Druckversuch verwendet.

Beim Druckspannungsversuch wird der Druckspannungsversuch bei 40 Prozent Deformation (Dickenreduzierung) nach DIN EN ISO 3386-1 unter Berücksichtigung der Norm PV 3919 durchgeführt. Bewertet werden jeweils der 1. und 4. Druck. Jeder Zwischendruck wird bei ca. 70 Prozent Deformation durchgeführt. Die Dickenmessung erfolgt unter einer Vorspannkraft von 0,2 N. Die Prüfgeschwindigkeit beträgt 100 mm/min. Vorzugsweise wird die Kraft-Weg-Kurve aufgezeichnet. Verschlissene Teile werden unmittelbar nach der Entnahme vermessen. Zur Durchführung der Prüfungen werden drei separate Lagen übereinander gelegt.

Als Maß für die Dickenreduzierung nach Zugbelastung gilt die Differenz zwischen der anfänglichen Dickenmessung und der Dicke vor der vierten Kompression. Die Prüfung erfolgt auf Basis der Norm PV 3919.

Die Delaminationslast wird durch einen Scherversuch an 5 cm breiten Streifen ermittelt, bei dem die Probe in zwei Hälften geteilt wird. Die Probe wird jeweils beginnend an der schmalen Seite entlang der halben Breite und Höhe (Dicke) geschnitten. Der Versuch wird mit einer Verfahrgeschwindigkeit von 100 mm/min durchgeführt. Vorzugsweise wird die Kraft-Weg-Kurve aufgezeichnet.

Die Reißfestigkeit wird an 5 cm breiten Probestreifen ermittelt. Die Prüfung erfolgt mit einer Vorschubgeschwindigkeit von 100 mm/min und einer freien Kompressionslänge von 100 mm.

Die Luftdurchlässigkeit wird nach DIN EN ISO 9237 ermittelt. Bei dieser Prüfung beträgt der Prüfdruck 200 Pa und die Prüffläche 100 cm2.

Volkswagen TL 52608 ist eine Normengruppe, die Materialanforderungen an Feinfaservliesstoffe für den Einsatz in Automobilanwendungen festlegt, insbesondere an absorbierende Vliesstoffe für Anwendungen wie die direkte Schalldämmung von Polstern. Diese Norm gilt für mehrlagige Vliesstoffe auf Basis thermoplastischer Fasern (hauptsächlich Polyester).

Kurz gesagt definiert dieser Standard ein System bestehend aus:

  • Eine Basisschicht aus 100 % Polyester-Superfeinfaser, thermisch mit einem Bindemittel verbunden.
  • Zwei Außenschichten aus Polyester/Viskose, kalandriert und mit einem Klebstoff auf Polyethylenbasis auf die Basis laminiert.

Die Hauptgründe, warum der VW TL 52608-Standard als wichtig erachtet wird, sind:

  • Qualität und Konsistenz bei Automobilteilen: Diese Norm definiert strenge Spezifikationen für mehrlagige Vliesstoffe, insbesondere für Schalldämmung und Innenpolsterung (z. B. Säulenverkleidungen). Ohne eine solche Norm würde die Materialqualität variieren, was zu Folgendem führen würde:
    • Unzuverlässige akustische Leistung
    • Vorzeitiger Verschleiß oder Delamination
    • Unzufriedenheit des Kunden mit Aussehen oder Geruch
  • Fahrzeugkomfort und Geräuschreduzierung: Die angegebenen Vliesstoffe sind dafür ausgelegt:
    • Absorbieren von Schall im Fahrzeug (Lärm, Vibration, Rauheitskontrolle)
    • Reduzierung von Straßen-, Motor- oder Windgeräuschen
    • Sicherstellung einer ruhigen und komfortablen Kabine

Der VW-Konzern verlangt von seinen Fahrzeugen einen erstklassigen Komfortstandard. Dieser Standard stellt sicher, dass das Material unter allen Bedingungen akustisch einwandfrei funktioniert.

  • Umwelt- und Wärmebeständigkeit: Der Stoff muss beständig sein gegen:
    • Extreme Temperaturen (minus 40 Grad bis plus 90 Grad)
    • Feuchtigkeit und Kondensation
    • Verschleiß

Dies ist wichtig, da Fahrzeuge in allen Klimazonen eingesetzt werden. Es ist nicht akzeptabel, dass ein Material bei extremer Hitze oder Kälte verschleißt. Dieser Standard garantiert eine weltweite Haltbarkeit.

  • Gesundheit und Sicherheit für Passagiere: Diese Norm erfordert:
    • Keine Hautreizung
    • Keine giftigen Emissionen
    • Kein starker Geruch (insbesondere beim Erhitzen)

Dabei geht es sowohl um den Schutz der Gesundheit der Passagiere als auch um die Wahrnehmung der Marke. Ein Material, das unangenehm riecht oder im Sonnenlicht flüchtige organische Verbindungen (VOCs) abgibt, kann zu Beschwerden oder sogar rechtlichen Problemen führen.

  • Produktions- und Lieferkettenkontrolle: Dieser Standard dient als klarer Maßstab für Lieferanten und Hersteller. Er verhindert Missverständnisse zwischen Designteams und Lieferanten und führt so zu schnelleren Genehmigungen, weniger Ablehnungen und globaler Beschaffung. Jeder Teilelieferant muss diesen Standard einhalten, um in die Lieferkette aufgenommen zu werden.
  • Kosteneinsparungen durch Spezifikation: Durch die Standardisierung der Leistung vermeidet VW Over-Engineering (z. B. die Verwendung teurerer Materialien als nötig). Außerdem wird verhindert, dass leistungsschwache Teile ausgetauscht oder zurückgerufen werden müssen. Dieses Gleichgewicht führt zu einem optimierten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Hauptnutzer dieses Standards sind:

  • Tier-1- und Tier-2-Lieferanten für Schalldämmung aus Vlies
  • Werkstoffingenieure, die Kabinenkomponenten entwerfen
  • Qualitätsprüfer überprüfen die Teilekompatibilität
  • Prüflabore, die mechanische, Umwelt- und Emissionsprüfungen durchführen
  • Hersteller von Innenausstattungskomponenten für Bodenplatten, Säulen, Deckenplatten usw.

Letztendlich ist der VW-Standard TL 52608 wichtig, da er es einem kleinen, verborgenen Teil des Fahrzeugs (wie etwa dem Filz hinter einer Kunststoffverkleidung) ermöglicht:

  • Erfüllt die Erwartungen hinsichtlich Leistung, Sicherheit und Haltbarkeit
  • Trägt zu einem leisen, komfortablen und hochwertigen VW-Fahrzeug bei
  • Weltweit zuverlässig produzierbar und lieferbar
  • Es handelt sich um einen der vielen Standards hinter den Kulissen, die die moderne Automobiltechnik ermöglichen.

Unser Unternehmen ist seit vielen Jahren tätig und verfolgt die weltweiten Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam. Mit einem qualifizierten Team und einer umfangreichen Infrastruktur führt es für Unternehmen aller Branchen Prüfungen, Messungen und Analysen in den unterschiedlichsten Bereichen durch. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW TL 52608 Feinfaservliesstoff, mehrlagig – Materialanforderungen“ an.

WhatsApp