VW 96379 Exterieur - Prüfung von Zusatzteilen - Klimatest

VW 96379 Exterieur - Prüfung von Zusatzteilen - Klimatest

Die von Volkswagen entwickelte Norm „ VW 96379 Exterieur – Prüfung von Anbauteilen – Klimatest“ gilt für die Porsche AG. Diese Prüfnorm definiert die Klimatestbedingungen für Exterieur-Anbauteile, die ganz oder teilweise aus Kunststoff bestehen. Sie wird primär auf komplette Baugruppen, wie z. B. Frontsysteme, angewendet. Mit diesem Prüfverfahren wird das Verhalten von Bauteilen unter dem Einfluss von Klimaveränderungen bewertet (z. B. Rissanfälligkeit, Verformung, Trennung der Verbundstruktur).

VW 96379 Exterieur - Prüfung von Zusatzteilen - Klimatest

Bei der Prüfvorbereitung sind die zu prüfenden Teile mit den originalen Verbindungspunkten, Befestigungselementen und Anzugsdrehmomenten an ihren Einbauorten zu befestigen. Abweichungen sind zu dokumentieren. Prüfgestelle sind so zu gestalten, dass Stöße auf die Prüflinge vermieden werden. Die zu prüfenden Teile (Einzelteile oder Baugruppen) oder das gesamte Fahrzeug werden in einer entsprechend vorbereiteten Klimakammer mit der erforderlichen Zyklenzahl geprüft.

Die Teile werden in Abstimmung mit der Werkstoffprüfung der Porsche AG vorgealtert.

Die definierte Dauer der Belastungsphasen während des Abriebprozesses ist einzuhalten. Die Abkühl- und Aufheizphasen können je nach Kapazität der verwendeten Klimakammer variiert werden. Die dadurch entstehende Mehrzeit sollte ein Drittel der Zykluszeit nicht überschreiten. Abweichungen sind im Prüfbericht zu vermerken. Während der Niedertemperaturphasen (Temperaturen unter 0 °C) ist keine Feuchteregelung erforderlich. Die Prüfkammer sollte während der Belastungsphase bei 23 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 30 % beladen werden. Temperatur- und Feuchtewerte sind während der gesamten Abriebzeit zu protokollieren.

Ein Zyklus dauert 12 Stunden und beinhaltet folgende klimatische Bedingungen:

  • 40 Minuten Exposition bei 23 Grad und 30 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit
  • 90 Minuten Abkühlung von 23 Grad auf minus 35 Grad
  • 60 Minuten Belichtung bei minus 35 Grad
  • 80 Minuten Aufwärmen auf 45 Grad und 80 Prozent relative Luftfeuchtigkeit
  • 120 Minuten Exposition bei 45 Grad und 80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit
  • 30 Minuten Aufwärmen auf 90 Grad und 30 Prozent relative Luftfeuchtigkeit
  • 240 Minuten Exposition bei 90 Grad und 30 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit
  • 60 Minuten Abkühlung auf 23 Grad und 30 Prozent relative Luftfeuchtigkeit

Der tatsächliche Wassergehalt der Luft sollte bei Erwärmung auf 90 Grad Celsius und 30 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit 95 g/m³ nicht überschreiten.

Im Rahmen der Bewertung müssen die Bauteile/Fahrzeuge vor Beginn der Klimaprüfung bewertet werden. Die Bauteilgeometrie muss vor und nach der Prüfung an geeigneten Messpunkten photometrisch vermessen werden. Eine zweite optische Bewertung muss nach dem ersten Prüfzyklus erfolgen. Weitere Bewertungen sind etwa nach dem dritten, siebten, zehnten, fünfundzwanzigsten, siebenundfünfzigsten, siebten und zehnten Zyklus durchzuführen. Im Abschlussbericht sind sowohl der Ausgangszustand vor der Prüfung als auch alle nachfolgenden Veränderungen zu dokumentieren.

Das in der VW-Norm 96379 beschriebene Prüfverfahren bewertet die Haltbarkeit von Fahrzeugaußenkomponenten unter unterschiedlichen Umweltbedingungen wie Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit. Diese Norm ist auch als PPV 4015 in den Prüfnormen von Porsche veröffentlicht. Das Hauptziel des Prüfverfahrens PPV 4015 besteht darin, sicherzustellen, dass Fahrzeugaußenkomponenten folgenden Belastungen standhalten:

  • Temperaturschwankungen: Schneller Wechsel zwischen hohen und niedrigen Temperaturen.
  • Feuchtigkeitsänderungen: Aussetzung gegenüber schwankenden Feuchtigkeitswerten.
  • UV-Strahlung: Simulierte Sonneneinstrahlung.
  • Mechanische Belastungen: Wie Vibrationen oder Stöße.

Indem die Hersteller die Komponenten diesen Bedingungen aussetzen, können sie potenzielle Probleme wie Materialabbau, Verfärbungen oder strukturelle Fehler beurteilen, bevor die Teile in echten Fahrzeugen eingesetzt werden.

Der PPV 4015-Test wird von Porsche und anderen Marken des Volkswagen-Konzerns häufig eingesetzt, um die Qualität und Langlebigkeit von Außenteilen zu überprüfen. Er gilt zudem als Maßstab für Umweltbeständigkeitstests in der Branche. So bieten beispielsweise fortschrittliche Prüflabore Dienstleistungen zur Durchführung von PPV 4015-Tests an, um sicherzustellen, dass Fahrzeugkomponenten die strengen Anforderungen der Hersteller erfüllen.

Das allgemeine Verfahren der Standardtestmethode VW 96379 (und PPV 4015) besteht darin, Komponenten Zyklen unterschiedlicher Temperatur- und Feuchtigkeitsniveaus auszusetzen, um reale Umweltbelastungen zu simulieren. Dies umfasst typischerweise:

  • Temperaturzyklen: Zyklus zwischen hohen und niedrigen Temperaturen, um die Auswirkungen der thermischen Ausdehnung und Kontraktion zu bewerten.
  • Feuchtigkeitseinwirkung: Einbringen von Feuchtigkeit zur Beurteilung der Korrosionsbeständigkeit und Materialzersetzung.
  • UV-Strahlung: Simulation der Sonneneinstrahlung zum Testen des Farbverblassens und der Materialbrüchigkeit.

Komponenten werden nach Testzyklen auf folgende Symptome untersucht:

  • Risse oder Verformungen: Deutet auf strukturelle Schwächen hin.
  • Verfärbung: Zeigt UV- oder chemische Schäden an.
  • Delaminierung oder Ablösen: Zeigt einen Klebstofffehler an.

Diese Tests sind in der Automobilindustrie aus mehreren wichtigen Gründen von entscheidender Bedeutung:

  • Gewährleistung von Haltbarkeit und Zuverlässigkeit: Diese Tests simulieren extreme Umweltbedingungen wie starke Hitze, eisige Kälte, UV-Strahlung und Feuchtigkeit, um sicherzustellen, dass die Teile jahrelanger Belastung standhalten, ohne Schaden zu nehmen. Dies bestimmt die langfristige Funktionalität, die Beständigkeit gegen Materialermüdung sowie die Erhaltung von Aussehen und struktureller Integrität.
  • Sicherheit und Leistung: Außenteile wie Verkleidungen, Dichtungen und Formteile mögen zwar kosmetisch erscheinen, ihr Versagen kann jedoch die Aerodynamik, die Wasserdichtigkeit, die Sensorleistung (z. B. Parksensoren in Stoßfängern) und die Sicherheit der Insassen (aufgrund von Rissen oder Verstopfungen) beeinträchtigen.
  • Reduzierung von Garantiekosten und Rückrufen: Bei vorzeitigem Ausfall von Komponenten drohen Autoherstellern Garantieansprüche, kostspielige Rückrufe oder eine Schädigung des Markenrufs. Umwelttests erkennen potenzielle Probleme, bevor die Fahrzeuge den Kunden erreichen, und verhindern so mögliche Ausfälle.
  • Globale Marktreife: Die Fahrzeuge werden weltweit in Regionen verkauft, die von arktischen Klimazonen bis hin zu Wüstenregionen reichen. Diese Tests stellen sicher, dass die Komponenten auch bei extremen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit oder intensiver UV-Belastung funktionieren.
  • Qualitätskontrolle bei Lieferanten und Herstellern: Diese Tests sind häufig erforderlich, damit Lieferanten überprüfen können, ob ihre Teile den Standards der Originalhersteller (OEM) entsprechen. Sie gewährleisten die Chargenkonsistenz, die Material- und Beschichtungsqualität sowie die Zuverlässigkeit von Klebstoffen und Verbindungen.

Kurz gesagt, diese Tests sind wichtig, um Ausfälle im Feld zu verhindern, die Produktqualität zu verbessern, gesetzliche Vorschriften und Kundenerwartungen zu erfüllen und das Markenvertrauen und die Lebensdauer der Fahrzeuge zu gewährleisten.

Unsere Organisation, die seit Jahren Unternehmen aller Branchen durch ein breites Spektrum an Test-, Mess-, Analyse- und Bewertungsaktivitäten unterstützt, verfügt über ein starkes Team von Mitarbeitern, die die globalen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgen und sich ständig weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW 96379 Exterieur – Prüfung zusätzlicher Teile – Klimaprüfung“ an.

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