VW 50134 PA6 für Fertigteile außerhalb des Fahrzeuginnenraums – Materialanforderungen

VW 50134 PA6 für Fertigteile außerhalb des Fahrzeuginnenraums – Materialanforderungen

Die vom Automobilkonzern Volkswagen entwickelte Norm „VW 50134 PA6 – Materialanforderungen für Fertigteile außerhalb des Fahrzeuginnenraums“ beschreibt die Materialanforderungen für glasfaserverstärktes oder mineralverstärktes Polyamid 6 (PA6) im Motor-, Fahrwerks-, Getriebe- und Karosseriebereich ( ohne Lackierung).

VW 50134 PA6 für Fertigteile außerhalb des Fahrzeuginnenraums – Materialanforderungen

In der Automobilindustrie ist Polyamid 6 (PA6) ein weit verbreiteter Bestandteil. Zu den Hauptanwendungen von Polyamid-Nylon-Kunststoffen gehören: Autoteile, Autoansaugkrümmer, Autospiegel, Pedale, Autohauben, Autoradabdeckungen, Autofernbedienungsschlösser, Autoölbehälter, Klemmen, Kabelbäume, Klemmenblöcke, extrudierte Drähte und Kabelummantelungen. flexible Leitungen, Kabelabdeckungen, Stecker und Steckdosen, Kondensatorschalter, Schutzschaltergehäuse, Getriebe, Gehäusematerialien für Elektrowerkzeuge und dergleichen. Polyamid (PA) 6 ist einer der am häufigsten verwendeten Strukturkunststoffe. Es ist leicht zu verarbeiten, weist eine hohe Schlagfestigkeit auf und verfügt über eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme.

In dieser Norm werden die Anforderungen wie folgt festgelegt:

  • Die Erstlieferung und Genehmigung von Änderungen muss der VW-Norm 01155 entsprechen.
  • Granulatmaterial muss der VW-Norm 50026 entsprechen.
  • Die Witterungsbeständigkeit im Außenbereich muss der Norm VW 50185 entsprechen.
  • Die Materialeignung muss gemäß VW-Norm 91101 sichergestellt sein.
  • Die Prüfungen sollten an Mustern aus Fertigteilen durchgeführt werden. Sollten aufgrund der Geometrie keine Prüfungen am Bauteil möglich sein, kann auf Datenblätter oder Messungen an Prüfblechen verwiesen werden.
  • An fertigen Teilen gemessene Spezifikationen können von den Standardspezifikationen abweichen. Abweichungen sind mit dem Käufer abzustimmen und ggf. auf der Zeichnung anzugeben.
  • Die Oberfläche der fertigen Teile muss frei von herstellungsbedingten Mängeln wie Lunker, Rissen, Materialfugen sein.
  • Bei hochbeanspruchten oder besonders funktionskritischen Teilen sollten deren Porosität und Eigenschaften nach der VW-Norm 50093 untersucht werden. Sobald positive Testergebnisse vorliegen, sollten die gemessenen Eigenschaften auf der Zeichnung festgehalten werden. Der Käufer entscheidet, ob eine Porositätsangabe erforderlich ist.
  • Die Teile müssen eine einwandfreie Montage ermöglichen. Es darf keine Funktionsgefährdung oder Verletzungsgefahr für Montagearbeiter durch gelöste Grate oder Partikelablagerungen bestehen.
  • Die Materialien sind für Spritzguss- und Blasformverfahren konzipiert. Sofern PA6 nicht schlagzäh modifiziert ist, ist die Verwendung von homogenem Mahlgut aus der Erstbearbeitung bis zu 30 Gewichtsprozent zulässig. Teile müssen mit dem maximal erwarteten Nachmahlanteil überprüft werden.
  • Der Einsatz von Recyclingmaterialien (also Rohstoffen aus prozessfremden Quellen) ist nur nach Rücksprache mit dem Besteller zulässig und muss in der Zeichnung deutlich kenntlich gemacht werden.

Man unterscheidet zwischen trockenen und konditionierten Konditionierungszuständen. Aus trockenen Bauteilen entnommene Proben werden bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und vor der Prüfung in dauerhaft trockener Atmosphäre gelagert. Bei den aus den Bauteilen im konditionierten Zustand entnommenen Proben handelt es sich um Trockenproben, die in einem wasserdichten, mit 70 Grad warmem Wasser gefüllten Beutel so lange konditioniert werden, bis der in den Tabellen der Norm angegebene Gleichgewichtszustand erreicht ist. Darüber hinaus können Proben auch einer beschleunigten Konditionierung nach DIN EN ISO 1110 unterzogen werden.

Spezifische Materialanforderungen (z. B. Brennbarkeit, Emissionen) sind der Zeichnung zu entnehmen. Ein vollständiger Bruch oder eine Beschädigung von Bauteilen, die die Funktion beeinträchtigen könnten, ist nicht zulässig.

Im gesamten Herstellungsprozess muss darauf geachtet werden, dass die Teile stets den richtigen Feuchtigkeitsgehalt für eine perfekte Montage aufweisen. Dies muss in jedem Fall nach erfolgreichem Montageversuch angezeigt werden. Der Feuchtigkeitsgehalt muss vor der Montage mindestens 0,7 Prozent betragen. Bei Bauteilen, die bei der Montage eingeklipst, verklinkt oder mit Karabinerhaken befestigt werden, muss der Feuchtigkeitsgehalt dem in der Normtabelle angegebenen Gleichgewichtszustand entsprechen. Eventuelle Abweichungen sind auf der Zeichnung zu vermerken und dürfen nur nach Rücksprache mit dem Käufer zugelassen werden. Für Teile, die nicht konditionierbar sind oder bei der Montage nicht konditioniert werden können, sollte schlagfestes PA6-Material verwendet werden.

Die Schmelztemperatur muss mindestens 215 Grad betragen.

Bauteile dürfen nach thermischer Alterung und anschließender Abkühlung keine Veränderungen in Form und Oberflächenbeschaffenheit aufweisen. Die Maßabweichung in Länge und Breite sollte 0,5 Prozent nicht überschreiten.

Fertigteile müssen bei niedrigen Temperaturen voll funktionsfähig sein. Es sollte dann nach dem Erhitzen auf 23 Grad plus/minus 2 Grad keine Risse oder Beschädigungen aufweisen.

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