VW PV 3.3.3 Farben und Lacke - Prüfung der Kratzfestigkeit von Klarlacken

VW PV 3.3.3 Farben und Lacke - Prüfung der Kratzfestigkeit von Klarlacken

Die Norm „VW PV 3.3.3 Farben und Lacke – Prüfung der Kratzfestigkeit von Klarlacken“ des Automobilherstellers Volkswagen beschreibt ein Verfahren zur Prüfung der Waschstraßenbeständigkeit von Klarlacken, Decklacken und Kunststoffoberflächen mittels Laborwaschanlagen. Diese Norm enthält zusätzliche Vorgaben, die bei der Durchführung der Kratzfestigkeitsprüfung nach DIN EN ISO 20566 eingehalten werden müssen. Im Unterschied zur DIN EN ISO 20566 wird bei dieser Norm lediglich die Glanzgradänderung gemessen und dokumentiert.

VW PV 3.3.3 Farben und Lacke - Prüfung der Kratzfestigkeit von Klarlacken

Die Prüfung erfolgt mit einer Laborwaschanlage nach der Norm „DIN EN ISO 20566 Beschichtungsstoffe – Bestimmung der Kratzfestigkeit eines Beschichtungssystems mittels einer Fahrzeugwaschanlage im Labormaßstab“. Es ist zu beachten, dass mit dieser Methode keine definitive Aussage möglich ist, da das Alter der Bürsten einen entscheidenden Einfluss auf die Kratzwirkung und das Ergebnis hat. Sie dient lediglich der Darstellung von Ergebnissen im Vergleich zu einer zeitgleich geprüften Referenz. Darüber hinaus sind die folgenden, von der DIN EN ISO 20566 abweichenden Vorgaben einzuhalten. Abweichungen von den Vorgaben dieser Norm sind möglich und werden, soweit aufgabenspezifisch, gekennzeichnet.

  • Waschsuspension (Teil der Norm DIN EN ISO 20566 Waschsuspension): Waschsuspension, pro Liter d50 = 1,5 g Quarzmehl mit einer durchschnittlichen Korngröße von 19 μm. Die Wassertemperatur sollte zwischen 18 °C und 28 °C liegen. Eine konstante Temperatur von beispielsweise 25 °C sorgt für eine bessere Reproduzierbarkeit. Falls kein instrumenteller Vergleich möglich ist, kann anstelle von demineralisiertem Wasser auch Leitungswasser verwendet werden.
  • Prüfplatten (Abschnitt Prüfplatten der DIN EN ISO 20566): Sofern nicht anders vereinbart, müssen Prüfplatten und Referenzplatten aus Stahlblech oder Aluminiumblech mit den Abmessungen 100 mm x 100 mm x 0,8 mm bestehen und original lackiert sein. Uni-Schwarz wird bevorzugt. Die Proben müssen entsprechend den technischen Lieferbedingungen TL 211 bzw. TL 218 konditioniert werden. Alternativ ist eine Konditionierung bei Raumtemperatur von 22 °C plus/minus 2 °C für 2 Tage möglich. Bei der Prüfung von Kunststoffteilen kann alternativ ein Kunststoffträger als Unterlage verwendet werden. Sofern geometrisch möglich, können auch Zuschnitte aus Fertigteilen verwendet werden. Gleiches gilt für die Prüfung von Kunststoffen mit Formfarben. Der Glanzgrad kann nur in Uni-Farben zuverlässig bestimmt werden. Prüfplatten können beim Besteller bestellt werden.
  • Prüfablauf und Auswertung (Abschnitte Ablauf und Auswertung der Norm DIN EN ISO 20566):
    • Für hochglänzende Materialien gilt: Vor der Prüfung werden die Anfangsglanzeigenschaften bei 20 Grad gemäß DIN EN ISO 2813 erfasst. Angegeben wird der Mittelwert aus mindestens 5 Messwerten, gemessen senkrecht zur zu erwartenden Kratzrichtung.
    • Für matte und seidenmatte Materialien: Vor der Prüfung werden die Ausgangsglanzeigenschaften unter folgendem Messwinkel ermittelt: 60° Werkzeuggeometrie für mittelglänzende Oberflächen und 85° Werkzeuggeometrie für matte Oberflächen. Die zu verwendende Werkzeuggeometrie wird für jeden Glanzbereich separat nach DIN EN ISO 2813 ermittelt.

Ein Prüflauf mit 10 Schlagpaaren wird ohne Prüfbleche durchgeführt. Anschließend werden auf jedes Prüfblech 10 Schlagpaare aufgebracht. Nach der Belastung werden die Prüfbleche mit kaltem demineralisiertem Wasser abgespült, um Quarzstaubrückstände zu entfernen. Anschließend werden die Prüfbleche mit einem nicht kratzenden Papiertuch abgewischt oder mit Druckluft getrocknet und anschließend mit einem mit Lösungsbenzin angefeuchteten Mikrofasertuch gereinigt, um Abrieb vom Bürstvorgang zu entfernen. Der Restglanz wird innerhalb von 2 Stunden bei 20 Grad senkrecht zur Kratzrichtung gemäß DIN EN ISO 2813 gemessen. Ermittelt wird der Mittelwert aus fünf Messungen in einer homogenen Fläche.

Pro Probe sollten mindestens zwei Prüfbleche in getrennten Durchläufen geprüft werden. Zur Beurteilung des Rückflussverhaltens werden die Proben 2 Stunden bei 60 °C gealtert. Nach dem Abkühlen der Prüfbleche auf Raumtemperatur wird der Restglanz erneut bestimmt.

  • Prüfbericht (Teil Prüfbericht der Norm DIN EN ISO 20566): Um den Verschleiß der Bürsten zu berücksichtigen, müssen neben den Glanz- und Restglanzwerten nach Belastung und Reflow auch die finalen und ursprünglichen Messdaten der Referenzblech-Prüfplatten im Prüfbericht angegeben werden.
  • Überwachung von Waschanlagen (Ergänzung zur Norm DIN EN ISO 20566 zur Überprüfung und Kalibrierung von Waschanlagen): Bei jeder Prüfung muss zur Überwachung der Waschbürsten gleichzeitig eine Referenzblech-Prüfplatte belastet werden. Die Referenzblech-Prüfplatte muss stets an der gleichen Stelle auf dem Waschtisch platziert werden. Nach 50 Stunden Belastung ist die Bürste auszutauschen. Der Glanzgradverlauf der gleichzeitig geprüften Referenzblech-Prüfplatten ist zu dokumentieren, um die Konsistenz der Ergebnisse zu beurteilen und eventuelle Einflüsse zu berücksichtigen. Abweichungen sind im Prüfbericht zu dokumentieren.

Kurz gesagt beschreibt die VW-Norm PV 3.3.3 das Verfahren zur Bewertung der Kratzfestigkeit von Klarlacken für Autos und konzentriert sich dabei insbesondere auf Schäden, die durch automatische Waschanlagen verursacht werden. Diese Norm ist entscheidend, um die Haltbarkeit und ästhetische Langlebigkeit von Fahrzeuglackierungen unter realen Bedingungen sicherzustellen. Die Einhaltung dieser Norm ist für Hersteller und Zulieferer, die Qualitätsstandards einhalten möchten, von entscheidender Bedeutung. Sie stellt sicher, dass die Außenflächen von Fahrzeugen auch nach wiederholtem Einsatz in automatischen Waschanlagen ihr Aussehen langfristig behalten. Die Einhaltung dieser Norm ist oft eine Voraussetzung für Teilelieferanten in der VW-Lieferkette.

Unsere Organisation, die seit Jahren Unternehmen aller Branchen durch ein breites Spektrum an Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsaktivitäten unterstützt, verfügt über ein starkes Team von Mitarbeitern, die die globalen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgen und sich ständig weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW PV 3.3.3 Farben und Lacke – Prüfung der Kratzfestigkeit von Klarlacken“ an.

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