
Die von Volkswagen entwickelte Norm „ VW PV 1303 Nichtmetallische Werkstoffe – Belichtungsprüfung von Fahrgastraumkomponenten“ umfasst die Prüfung von flächigen Textilien, Kunststoffteilen, Gummiteilen, Lacken, Leder, Zierteilen aus Holz sowie textilen und folienbeschichteten Komponenten der Fahrzeuginnenausstattung hinsichtlich Farbechtheit, Licht- und Hitzebeständigkeit. Zudem beinhaltet sie die Bewertung von belichteten Teilen zur Rückverfolgung von Mustern und Standards in der Produktion. Die Norm sieht vor, dass die Proben in einem Prüfgerät mit einer gefilterten Xenon-Bogenlampe belichtet werden. Anhand der belichteten Proben lassen sich auch die Restreißfestigkeit, die Restreißdehnung und die Restabriebfestigkeit bestimmen.

Für die Zwecke dieser Norm gelten die folgenden Definitionen:
Die Anzahl der erforderlichen Zyklen ist in den technischen Liefernormen je nach Einsatzort des Bauteils festgelegt. Zusätzlich können bei Zwischenprüfungen und nach Abschluss der Lichtexposition zusätzliche Prüfungen zur Beurteilung der Lichtechtheit des Materials erforderlich sein (z. B. Bürsten, Crockmeter oder Martindale-Scheuerprüfung).
Die Probenbestrahlung erfolgt grundsätzlich unter den Gerätebedingungen „Nichtrotationsbetrieb“ und „Trockenbelichtung“. Dabei wird auch die hohe Wärmebelastung (Hochtemperatur-Lichteinwirkung) der Ausstattungsmaterialien im Fahrzeuginnenraum berücksichtigt. Die jeweils angegebenen Prüfbedingungen definieren eine Belichtungszeit (nach DIN 75202).
Für die Prüfungen werden Belichtungsprüfgeräte nach DIN 75202 eingesetzt. Um vergleichbare Prüfergebnisse zwischen Lieferant und Kunde zu gewährleisten, ist die Auswahl der im Einzelfall einzusetzenden Geräte mit dem VW-Konzern abzustimmen. Es wird empfohlen, die Prüfgeräte in einem klimatisierten Raum aufzustellen. Andernfalls kann der Einsatz einer angeschlossenen Kühleinheit erforderlich sein.
Je nach Lichteinfallsbedingungen sollten die in der Norm beschriebenen Filtersysteme eingesetzt werden.
Die Abmessungen der Teststreifen sollten möglichst der maximal aufspannbaren Testfläche des Originalprobenträgers entsprechen. Bei Farbechtheitsprüfungen hängt die Mindestprobengröße vom Auswerteverfahren ab. Proben, die kleiner als die entsprechende Probenträgerfläche sind, sollten auf weißem Karton befestigt werden. Bei Garnprüfungen wird ein durchgehendes Garnstück (mindestens 5 cm breit) eng um die Länge eines weißen Kartons gewickelt und auf der Rückseite oder einer unbelichteten Stelle befestigt.
Freigelegte Proben sollten die gleiche Dicke wie das fertige Teil im montierten Zustand aufweisen. Laminate sollten nach Möglichkeit in der ursprünglichen Verbundmaterialdicke freigelegt werden. Die maximale Dicke beträgt für alle Gerätetypen 15 mm und wird durch die Konstruktion des Probenhalters bestimmt.
Wenn Textilproben nicht laminiert werden sollen, wird ein weißer, nicht gewebter Polyester (PET)-Träger aufgebracht (Rohdichte 60 kg/m3).
Alle Probenträger sind vollflächig mit Edelstahl-Trägerplatten (0,7 bis 0,1 mm) ausgestattet. Bei einigen Modellen kommen sowohl Standard-Probenträger als auch Spezial-Probenträger zur eingebetteten Probenmontage zum Einsatz. Die Standard-Probenträger sind bei einigen Modellen konstruktionsbedingt für alle Proben einsetzbar. Die Probenträger dienen zur Prüfung aller nicht kaschierten Textilien und Folien sowie nicht verklebten Filzmaterialien. Jede dieser Proben, deren Abmessungen nach dieser Norm bestimmt werden, wird aufgrund ihrer mangelnden Eigenstabilität an ihrer Schmalseite spannungsfrei auf einer weißen Kartonplatte fixiert und auf den Probenträgern montiert, gegebenenfalls mit einer Abstützung. Spezial-Probenträger werden zur Prüfung aller Materialien verwendet, deren Dicke 5 mm überschreitet oder die konstruktionsbedingt nicht auf den Standard-Probenträgern befestigt werden können. Sind die Proben zu klein oder haben sie keine ausreichende Eigenstabilität, werden sie auf einer weißen Kartonplatte fixiert.
Bei der Beurteilung werden belichtete Proben in der Regel sowohl visuell als auch farbmetrisch auf Farbveränderungen (z. B. Verblassen) beurteilt, wobei eine unbelichtete Probe als Referenz dient. Die Anforderungen sind in den jeweiligen technischen Beschaffungsspezifikationen und Zeichnungen festgelegt.
Zur visuellen Beurteilung wird jede belichtete Probe mindestens zweimal von mehreren geschulten, normalsichtigen Personen unter geeigneter Beleuchtung gemäß DIN 5033-3 beurteilt. Zur Beurteilung der Farbveränderung wird ein Graustufenwert (EN 20105-A02) verwendet. Die Belichtungsergebnisse werden üblicherweise als Graustufenwert „GM“ gemäß EN 20105-A02 angegeben.
Um größere Abweichungen in der farbmetrischen Beurteilung zwischen einzelnen Bewertern und Wiederholungsbeurteilungen zu vermeiden, sollte, wenn möglich, zusätzlich zur visuellen Beurteilung eine farbmetrische Beurteilung nach der Norm VW 501 90 durchgeführt werden.
Kurz gesagt ist der VW PV1303-Standard ein Volkswagen-Standard zum Testen der Licht- und Hitzebeständigkeit nichtmetallischer Materialien im Fahrzeuginnenraum (wie Stoff, Leder, Kunststoff, Gummi, dekoratives Holz und Laminatkomponenten). Dieser Standard wird verwendet, um raues Klima zu simulieren, insbesondere in trockenen und heißen Regionen.
Die Proben werden gefilterten Xenon-Bogenlampen ausgesetzt, die das natürliche Sonnenlicht sehr genau nachahmen. Dabei werden die Bedingungen streng kontrolliert: trockene Belichtung, keine Rotation (d. h. die Teile sind immer in die gleiche Richtung zum Licht ausgerichtet) und hohe Temperaturen.
Das beschriebene Verfahren simuliert die UV- und thermische Alterung, die einer zweijährigen Bewitterung im Freien unter trockenen Bedingungen entspricht. Eine Belichtungsperiode beträgt etwa 64 Stunden. Bei visuell beurteilten Teilen ist gemäß DIN EN 20105 - A02 eine maximale Abweichung von GM ≥ 4 zulässig; Farbverschiebungen sind jedoch unzulässig.
Nach dem Testen sollten keine Risse, Löcher oder Oberflächenveränderungen auftreten, was den Haltbarkeitserwartungen unter realen Umweltbelastungen entspricht.
Neben der Lichteinwirkung kann die VW PV 1303-Norm durch weitere Materialbewertungen ergänzt werden, wie z. B. Abriebfestigkeit, dauerhafte Reißfestigkeit oder Reißdehnung. Diese Bewertungen werden typischerweise mit Methoden wie Martindale- oder Crockmeter-Tests durchgeführt.
Aus diesem Grund ist der VW PV 1303-Standard wichtig, da er sicherstellt, dass nichtmetallische Innenraummaterialien in Volkswagen-Fahrzeugen einer längeren Einwirkung von intensiver Sonneneinstrahlung und Hitze standhalten können, was sowohl für die Haltbarkeit des Produkts als auch für die Kundenzufriedenheit von entscheidender Bedeutung ist.
Unser seit vielen Jahren bestehendes Unternehmen verfolgt die weltweiten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik aufmerksam und verfügt über ein kompetentes Team und eine umfangreiche Infrastruktur, um für Unternehmen aller Branchen Prüfungen, Messungen und Analysen in den unterschiedlichsten Bereichen durchzuführen. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen nach der Norm „VW PV 1303 Nichtmetallische Werkstoffe – Belastungsprüfung von Fahrgastraumkomponenten“ an.
