
Die von Volkswagen entwickelte Norm „ VW 96380 Korrosionsprüfung – Modifizierter Umweltzyklustest“ beschreibt beschleunigte Verschleißprüfverfahren zur Bewertung des Korrosionsschutzes von Bauteilen oder Baugruppen. Diese Prüfverfahren simulieren typische Korrosionsprozesse von Verbundkonstruktionen und erzeugen Korrosionsmuster, die gut mit Ergebnissen aus dem Kundenbetrieb, mit Freiluftverschleiß nach DIN 55665 und mit der Korrosivität in verschiedenen Atmosphären nach DIN EN ISO 9223 korrelieren.

Die Schutzwirkung von Korrosionsschutzsystemen kann anhand von Musterblechen überprüft werden. Alle Fahrzeugkomponenten sollten im eingebauten Zustand und möglichst praxisnah geprüft werden. Probenort und Salzbelastung während der Prüfung sind mit der Werkstofftechnik der Porsche AG abzustimmen.
Eine Liste der von der Porsche AG zugelassenen Prüfinstitute finden Sie im Normanhang (Anhang B). Weitere Prüfdienstleister benötigen eine Zulassung durch die Werkstofftechnik der Porsche AG.
Die Einteilung der Korrosionsbilder in Korrosionsklassen erfolgt nach VW 96076. Die zulässige Korrosionsklasse ist vom Einbauort abhängig und muss aus der VW 96023-2 abgeleitet werden. Von dieser Norm abweichende Zeichnungsanforderungen haben Vorrang.
Die unterschiedlichen Korrosivitäten (Schärfen) der Prüfatmosphäre und die modifizierten Klimazyklus-Prüfvarianten basieren unter anderem auf den unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen und Einsatzgebieten der korrosiven Prüfumgebung. Diese Zusammensetzungen werden je nach relevanter Realbelastung eingesetzt. Die erforderlichen Vorbelastungen und Vorkonditionierungsprozesse sind mit der Werkstofftechnik der Porsche AG abzustimmen.
Im Rahmen der Prüfvorbereitung müssen die in dieser Norm beschriebenen Vorgaben zur Durchführung der Prüfung eingehalten werden. Bei erstmaliger Anwendung dieses Prüfverfahrens ist die vorherige Einbindung der Werkstofftechnik der Porsche AG zwingend erforderlich. Bei ausschließlicher Vergabe der Prüfung an Dritte sind die in Anhang B aufgeführten Dienstleister für diese Prüfung zugelassen.
Zur ordnungsgemäßen Durchführung des modifizierten Klimazyklustests ist eine Klimaprüfkammer mit programmierbarer einstündiger Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsanpassung erforderlich. Die Niedertemperaturphase kann in separaten Klimakammern durchgeführt werden. Alle Teile der Prüfkammer, die mit Kondensation oder Prüflösungen in Berührung kommen, müssen aus korrosionsbeständigen Materialien bestehen. Erforderlich ist eine Prüfkammer mit Kühlaggregat, Heizung, Druckausgleich sowie der notwendigen Mess- und Regeltechnik zur Einstellung und Aufrechterhaltung der geforderten Klimabedingungen. Die Toleranzen für Abweichungen von den Soll-Klimabedingungen in der geschlossenen Kammer betragen:
Ausnahme sind die Abkühlphasen von 50°C auf 23°C. Hier kann es aus technischen Gründen vorübergehend zu größeren Luftfeuchtigkeitsabweichungen kommen, die der Werkstofftechnik der Porsche AG gemeldet werden müssen. Der Prüfraum muss so beschaffen sein, dass keine Tropfen von Decke, Wänden oder vorhandenen Abweisern auf die darunter liegenden Proben fallen können. Die Versprühung der Prüflösung erfolgt bei einer Raumtemperatur von 23°C plus/minus 2°C.
Um die Wiederholbarkeit der mit einer Prüfkammer erzielten Prüfergebnisse und die Vergleichbarkeit der mit verschiedenen Prüfkammern erzielten Prüfergebnisse zu gewährleisten, ist eine Kontrolle des Betriebs der Prüfkammern erforderlich. Dies wird einerseits durch Korrosion an speziell vorbereiteten Kontrollblechen und andererseits durch einen externen Umweltsensor erreicht. Nach zwei Testzyklen sollte der Korrosionsverlust an den genannten Kontrollblechen innerhalb der angegebenen Grenzen liegen.
Die Prüfdauer beträgt vorzugsweise 6 oder 12 Zyklen, was einer Gesamtprüfdauer von 6 bzw. 12 Wochen entspricht. Ein Zyklus dauert 7 Tage und besteht aus 7 Prüfabschnitten à 24 Stunden. Die in der Norm enthaltenen Diagramme zeigen die verschiedenen Prüfabschnitte. Diese Diagramme zeigen die relative Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Zeitverlauf.
Herkömmliche Korrosionstests wie Salzsprühnebeltests und konstante Feuchtigkeitstests können die komplexen Korrosionsmechanismen in realen Automobilumgebungen oft nicht nachbilden. Die Norm VW 96380 behebt diese Einschränkung durch die Einführung eines modifizierten Umweltzyklus, der die realen Bedingungen besser widerspiegelt und somit eine genauere Bewertung der Materialbeständigkeit ermöglicht.
Das Wichtigste an der Norm VW 96380 ist die Verknüpfung mit der Norm VW 96023-2 und ihre verbindliche Anwendung für alle Neukonstruktionen der Porsche AG. Die bei der Prüfung beobachteten Korrosionsbilder werden gemäß der Norm VW 96076 in Korrosionsklassen eingeteilt. Die zulässige Korrosionsklasse eines Bauteils hängt vom Einbauort ab, der in der Norm VW 96023-2 festgelegt ist.
Bei der Prüfung werden die Proben einer Reihe von Umweltzyklen ausgesetzt, die verschiedene Bedingungen simulieren, darunter Temperaturschwankungen, Feuchtigkeitsänderungen und Salzbelastung. Nach der Prüfung werden die Proben durch Sichtprüfung, Gewichtsverlustmessung und Analyse der Korrosionsprodukte auf Korrosionszeichen untersucht.
Der VW 96380-Standard wird in der Automobilindustrie häufig verwendet, um die langfristige Qualität und Haltbarkeit von Materialien und Beschichtungen in Fahrzeugen sicherzustellen. Durch die genaue Simulation realer Umweltbedingungen hilft der Test den Herstellern, potenzielle Korrosionsprobleme frühzeitig im Design- und Entwicklungsprozess zu erkennen. Dies führt zu zuverlässigeren und langlebigeren Fahrzeugkomponenten.
Der VW 96380-Standard wird aus folgenden Gründen als wichtig erachtet:
Unsere Organisation, die seit Jahren Unternehmen aller Branchen durch ein breites Spektrum an Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsaktivitäten unterstützt, verfügt über ein starkes Team von Mitarbeitern, die die globalen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgen und sich ständig weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW 96380 Korrosionstest – Modifizierter Umweltzyklustest“ an.
