
Die vom Volkswagen Automobilkonzern entwickelte Norm „VW PV 3339 Kühlschläuche - Sedimentbestimmung“ beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung des Vorhandenseins von Sedimenten in Kühlschläuchen.

In Kühlsystemen können verschiedene Rückstände entstehen, unter anderem solche, die bei der Extraktion aus Elastomeren entstehen. Der angegebene Maximal-/Grenzwert (Gew.-%) ist der Zeichnung oder der entsprechenden Materialnorm zu entnehmen.
Zur Testvorbereitung werden 10 mm x 10 mm große Abschnitte (ca. 1 mm dick) aus der inneren Schicht des Schlauchmaterials entnommen und gealtert, um Ablagerungen festzustellen. Bei Verwendung von Proben dieser Abmessungen sollte jede Probe eine Oberfläche von ca. 2,4 cm² aufweisen. Die Gesamtoberfläche des zu alternden Schlauchmaterials sollte ca. 400 cm² betragen. Die Gesamtoberfläche der vollständig gealterten Proben ist im Prüfbericht anzugeben. Der Test wird an drei Komponenten durchgeführt.
Vor Beginn des Tests werden die benötigten Filter gemäß ISO 188, Methode A, in einem Umluftofen bei 105 °C konditioniert, bis sich ihr Gewicht nicht mehr ändert. Anschließend werden die Filter bis zur Verwendung mindestens 24 Stunden lang in einem Exsikkator aufbewahrt.
Gummiproben werden 94 Stunden lang in einem Erlenmeyerkolben (Standard-Konuskolben mit 300-ml-Schliffverschluss und rechtwinkligem Verschluss) bei 160 °C mit 200 ml Prüfflüssigkeit gealtert. Diese besteht zu 50 Vol.-% aus deionisiertem Wasser und zu 50 Vol.-% aus einem werkseitig eingefüllten Kühlmittelzusatz gemäß VW TL 774. Der zu verwendende Kühlmittelzusatz ist gegebenenfalls bei der zuständigen Abteilung des Käufers anzufordern. Nach Abschluss der Alterung und Abkühlung der Probe auf 23 °C ± 2 °C in der Prüfumgebung werden die Schlauchabschnitte mithilfe eines Siebs (Porengröße 200–240 µm) aus dem Behälter entnommen und die Prüfflüssigkeit durch einen Mittelfeinfilter filtriert. Für die Filtration wird ein aschefreier Rundfilter für die quantitative Analyse verwendet. Benötigt werden ein Büchner-Trichter aus Kunststoff und Saugflaschen mit Schlauchaufsätzen. Zur Extraktion kann eine Wasserstrahlpumpe oder eine Vakuumpumpe eingesetzt werden. Anschließend wird der Rundfilter zusammen mit dem Rückstand gemäß ISO 188 Standard Methode A bei 105 Grad Celsius 22 Stunden lang in einem Umluftofen getrocknet und danach mindestens 16 Stunden lang in einem Exsikkator konditioniert.
Um mögliche Rückstände der Testflüssigkeit zu erfassen, sollte das Testverfahren auch ohne das Gummimaterial durchgeführt werden; das heißt, zusätzlich zu den drei oben genannten Tests sollte ein vierter Test durchgeführt werden, bei dem nur die Testflüssigkeit verwendet wird.
Abschließend werden auf Basis der verfügbaren Werte die Reste als Prozentsatz des ursprünglichen Gewichts berechnet.
In der risikoreichen Welt der Automobilfertigung, wo jedes Bauteil extremen Bedingungen von sengenden Wüsten bis hin zu salzigen Küstenstraßen standhalten muss, gilt der Volkswagen Konzern seit Langem als Vorreiter in Sachen strenger Qualitätskontrolle. Unter den veröffentlichten Normen sticht die VW-Norm PV 3339 als entscheidender Maßstab für die Bewertung der Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit nichtmetallischer Werkstoffe unter simulierten Umweltbelastungen hervor.
Der VW-PV-3339-Standard baut auf früheren Standards wie VW PV 1200 (allgemeiner Klimazyklus) auf und ergänzt UV-Alterungstests wie VW PV 3929 (Florida-Simulation) und VW PV 3930 (Kalahari-Simulation). Im Zeitalter der Elektromobilität und nachhaltiger Materialien wurde dieser Standard entwickelt, um moderne Herausforderungen zu bewältigen, darunter thermische Belastungen von Batteriegehäusen und Leichtbauverbundwerkstoffen.
Der VW-PV-3339-Standard ist ein Prüfverfahren zur Messung der Beständigkeit nichtmetallischer Werkstoffe gegenüber Umwelteinflüssen. Im Fokus steht dabei die zyklische Einwirkung von Hitze, Feuchtigkeit und potenziell korrosiven Substanzen. Anders als bei statischen Prüfungen werden beschleunigte Alterungszyklen eingesetzt, um die reale Nutzung über Wochen bis Jahre zu simulieren. Dieser Standard ist besonders wichtig für Bauteile im Innen- und Außenbereich, wie z. B. Instrumententafeln, Dichtungen und Verkleidungsteile, die intensiver Sonneneinstrahlung und schwankenden Innenraumtemperaturen standhalten müssen.
Die wichtigsten Elemente der VW-Norm PV 3339 sind folgende:
Lieferanten müssen die Einhaltung der Vorgaben durch akkreditierte Labore dokumentieren, die in der Regel Klimakammern verwenden, welche die von VW vorgegebenen Profile nachbilden. Ein Test kann beispielsweise 500 bis 1.000 Stunden dauern, was einer Expositionsdauer von 10 Jahren entspricht.
In der automobilen Lieferkette fungiert der VW-PV-3339-Standard als Kontrollinstanz. Volkswagen verlangt jährlich die Zertifizierung Tausender Bauteile, und Abweichungen führen zu kostspieligen Ausschuss oder Neukonstruktionen. Diese Strenge hat konkrete Auswirkungen:
Da autonome Fahrzeuge und die urbane Luftmobilität die Mobilität neu definieren, wird der VW-Standard PV 3339 entsprechend angepasst. Zukünftige Versionen könnten die elektromagnetische Bestrahlung von Sensorgehäusen oder die mikrobielle Resistenz biobasierter Innenausstattungen berücksichtigen.
Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir Unternehmen auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW PV 3339 Kühlschläuche – Sedimentbestimmung“ an.
