GMW 4726 Wasserabweisende Eigenschaften von Automobiltextilien

GMW 4726 Wasserabweisende Eigenschaften von Automobiltextilien

Die von General Motors Worldwide (GMW) entwickelte Norm „GMW 4726 Waterproofing Properties of Automotive Textiles“ ist ein Prüfstandard zur Bewertung der Wasserdichtigkeit von Textilien für die Automobilindustrie. Typischerweise wird hierfür ein Sprühtest durchgeführt, um die Wirksamkeit einer Textiloberfläche gegen Wasser zu beurteilen.

GMW 4726 Wasserabweisende Eigenschaften von Automobiltextilien

Wasserundurchlässigkeit ist eine entscheidende Eigenschaft für Automobiltextilien, die beispielsweise für Sitzbezüge, Türverkleidungen, Dachhimmel, Gepäckträger und andere textilbezogene Innenraumkomponenten verwendet werden. Die Wasserbeständigkeit eines Gewebes verhindert, dass das Material schnell durchnässt, Flecken bekommt, Wasser aufnimmt und sich zersetzt.

Das Hauptziel der Norm GMW 4726 ist die Bereitstellung eines reproduzierbaren Verfahrens zur Bestimmung der Oberflächenwasserabweisung von Automobiltextilien. Im Gegensatz zu Wasseraufnahmetests, die die Wasseraufnahme eines Materials ermitteln, bewerten Wasserabweisungstests das Verhalten von Wassertropfen beim Kontakt mit der Textiloberfläche. Ein wasserabweisendes Gewebe bewirkt typischerweise, dass Wassertropfen auf der Oberfläche verbleiben oder abperlen, anstatt sofort in das Textil einzudringen.

Das in der Norm GMW 4726 beschriebene Verfahren wird von Prüflaboratorien als Sprühtest bezeichnet. Im Allgemeinen wird dabei eine konditionierte Textilprobe kontrolliert mit Wasser besprüht. Anschließend wird das Aussehen der benetzten Probe visuell anhand eines standardisierten Bewertungssystems beurteilt. Beispielsweise werden 250 ml destilliertes Wasser auf eine gedehnte Stoffprobe gesprüht und der resultierende Oberflächenzustand anschließend visuell auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet.

Das Grundkonzept lässt sich daher wie folgt zusammenfassen: Textilkonditionierung, Probenvorbereitung, Aufbringen eines standardisierten Wassersprühnebels, visuelle Beurteilung der Benetzung und Vergabe einer Wasserabweisungsklasse.

Probenvorbereitung, Gerätekonfiguration, Sprühbedingungen, Bewertungskriterien und Abnahmeanforderungen sind in der Norm GMW 4726 detailliert beschrieben. Diese Details hängen von der Veröffentlichung der Norm und der Fahrzeug-/Materialspezifikation ab.

Im Allgemeinen umfasst der Testprozess folgende Schritte:

  • Probenvorbereitung: Aus dem zu bewertenden Material werden repräsentative Textilproben angefertigt. Die Proben sollten repräsentativ für das Produktionsmaterial sein, einschließlich seiner Struktur und aller relevanten Veredelungsprozesse.
  • Konditionierung: Die Proben werden vor der Prüfung gemäß den in der jeweiligen Prüfprozedur festgelegten Umgebungsbedingungen konditioniert. Die Konditionierung ist wichtig, da der Feuchtigkeitsgehalt des Textils und seine Umweltgeschichte das Benetzungsverhalten beeinflussen können.
  • Montage: Die Textilprobe wird in der vorgegebenen Ausrichtung und unter den vorgegebenen Bedingungen in die Prüfvorrichtung eingelegt. Laut den veröffentlichten Spezifikationen kann das Textil unter kontrollierter Spannung geprüft werden.
  • Wassersprühen: Eine bestimmte Wassermenge wird mithilfe eines kontrollierten Sprühmusters auf das Textil aufgebracht. Ziel ist es, einen reproduzierbaren Wassereffekt auf der Textiloberfläche zu erzeugen.
  • Visuelle Beurteilung: Nach dem Sprühvorgang wird die Oberfläche auf folgende Merkmale untersucht:
    • Oberflächenbenetzung
    • Wasserverteilung
    • Tröpfchenbildung
    • Wassereintritt in Textilien
    • Gesamtansicht des überfluteten Bereichs.

Das beobachtete Ergebnis wird in den entsprechenden Wert für die Wasserabweisung umgerechnet.

  • Bewertung: Der gemessene oder beobachtete Wert wird mit den spezifizierten Anforderungen des jeweiligen Textil-, Bauteil- oder Werkzeugprogramms verglichen. Es ist wichtig, zwischen Prüfverfahren und Abnahmekriterium zu unterscheiden: Während das Prüfverfahren das Standardverfahren vorgibt, kann das erforderliche Leistungsniveau in der jeweiligen Material- oder Bauteilspezifikation separat festgelegt sein.

Die Norm GMW 4726 verwendet eine visuelle Bewertungsskala von 0 bis 10 zur Beurteilung des Oberflächenbildes nach dem Sprühen. Die Bewertung gibt grundsätzlich die scheinbare Benetzungsbeständigkeit des Textils wieder. Ein mit einem stark wasserabweisenden Mittel behandeltes Gewebe sollte deutlich weniger Wasser aufnehmen als ein Gewebe, das Wasser leicht aufnimmt und wieder abgibt.

Typische Ausrüstung, die bei der Durchführung der GMW 4726-Prüfung verwendet wird, umfasst:

  • Wasserdichtigkeits-/Sprühtestgerät
  • Sprühdüse und Wasserverteilungssystem
  • Probenmontage- oder Spannvorrichtung
  • Messbecher für die angegebene Wassermenge.
  • Destilliertes oder ionisiertes Wasser, wie angegeben.
  • Kontrollierte Klimatisierungsumgebung
  • Bewertungssystem für die visuelle Beurteilung.

Der GMW 4726-Standard ist prinzipiell eng mit dem Sprühtestverfahren zur Bestimmung der Wasserabweisung von Textilien verwandt, und Labore führen häufig sowohl den GMW 4726- als auch den ISO 4920-Standard gemeinsam unter der Prüfung der Wasserabweisung auf.

Wasserdichtigkeit ist eine wichtige Leistungseigenschaft für Automobiltextilien, da Innenraumstoffe während der Fahrzeugnutzung, Reinigung, des Transports und durch Umwelteinflüsse mit Wasser in Berührung kommen können. Diese Norm gilt aus folgenden Gründen als wichtig:

  • Es hilft, das Eindringen von Wasser zu kontrollieren: Eine wasserdichte Oberfläche kann das Eindringen von Wasser in die Textilstruktur verzögern.
  • Trägt zum Erhalt des Aussehens bei: Wasser kann auf manchen Textiloberflächen sichtbare Verfärbungen, Flecken oder lokale Verfärbungen verursachen. Eine gute Wasserbeständigkeit hilft, diese Auswirkungen zu reduzieren.
  • Es erleichtert die Reinigung: Wenn Wasser und flüssige Verunreinigungen auf der Oberfläche des Stoffes bleiben, anstatt sofort einzudringen, lassen sie sich potenziell leichter entfernen.
  • Es fördert die Materialbeständigkeit: Wiederholter Feuchtigkeitseinfluss kann zu unerwünschten Veränderungen im Aussehen und in den Eigenschaften von Textilien führen. Daher kann die Imprägnierung ein Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Gewährleistung der Langlebigkeit sein.
  • Es unterstützt eine gleichbleibende Lieferantenqualität: Eine standardisierte Testmethode ermöglicht es Textillieferanten und Laboren, Materialien anhand eines gemeinsamen Verfahrens zu bewerten, anstatt sich ausschließlich auf subjektive Beschreibungen wie die Wasserbeständigkeit zu verlassen.

Die Norm GMW 4726 gilt für textile Materialien, die in Automobilanwendungen verwendet werden, einschließlich:

  • Polsterstoffe
  • Polsterstoffe
  • Türverkleidungstextilien
  • Deckenstoffe
  • Textilien für die Innenausstattung
  • Andere mit Textilien bezogene Innenausstattungskomponenten

Zu den Qualifizierungsprogrammen für Textillaboratorien gehören Prüfungen der Wasserabweisung sowie Prüfungen der Zugfestigkeit, Reißfestigkeit, Elastizität und Haltbarkeit, Entflammbarkeit, Abriebfestigkeit, Reibung, Dimensionsstabilität und Nahtermüdung.

Die Norm GMW 4726 sollte nicht mit vielen anderen gängigen Prüfverfahren für Automobiltextilien verwechselt werden. Diese Normen und die wichtigsten zu bewertenden Merkmale sind wie folgt:

  • GMW 4217 Dimensionsstabilität
  • GMW 3326 Trapezreißfestigkeit
  • GMW 3405 Stichermüdung
  • GMW 3414 Künstliche Witterungsbeständigkeit
  • GMW 3232 Entflammbarkeit
  • GMW 3208 Verschleißfestigkeit
  • GMW 4090 Webart / Garnnummer

Diese Prüfungen ergänzen einander. Beispielsweise kann ein Textil eine ausgezeichnete Abriebfestigkeit aufweisen, aber dennoch eine separate Prüfung auf Wasserdichtigkeit erfordern.

Zusammenfassend definiert die Norm GMW 4726 ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Wasserbeständigkeit von Textiloberflächen im Automobilbereich. Dieses Verfahren umfasst einen kontrollierten Sprühtest mit anschließender visueller Beurteilung der Textiloberfläche.

Dieser Test eignet sich besonders gut zur Überprüfung der Konsistenz von Imprägnierverfahren und der Leistungsfähigkeit von Fahrzeugpolstern und Innenraumtextilien. Die Ergebnisse können Automobilherstellern und -zulieferern helfen, Materialqualität, Aussehen und Beständigkeit gegenüber Flüssigkeiten zu überprüfen.

Für Eignungsprüfungen im Labor oder Produktionsfreigaben sollte stets die neueste Fassung der geltenden Norm verwendet werden, einschließlich der festgelegten Probenvorbereitung, Konditionierung, Sprühparameter, Bewertungskriterien und Akzeptanzanforderungen.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm GMW 4726 an.

WhatsApp