VW TL 256 Pulverbeschichtung auf Metalloberflächen - Anforderungen an den Oberflächenschutz

VW TL 256 Pulverbeschichtung auf Metalloberflächen - Anforderungen an den Oberflächenschutz

Die von der Volkswagen Automobile Company entwickelte Norm „VW TL 256 Pulverbeschichtung auf Metalloberflächen – Anforderungen an den Oberflächenschutz“ legt Anforderungen an Pulverbeschichtungen auf verschiedenen Substraten fest. Diese Norm gilt jedoch nicht für dekorative Oberflächen im Außen- und Innenbereich (Normen VW TL 52451 und VW TL 226), Antriebswellen (Norm VW TL 216), Schraubenfedern (Norm VW TL 261) und Räder (Normen VW TL 238 und VW TL 239).

VW TL 256 Pulverbeschichtung auf Metalloberflächen - Anforderungen an den Oberflächenschutz

Als Oberflächenschutzarten gelten die in der Normtabelle aufgeführten Oberflächenschutzarten. Die Schutzarten in der Tabelle werden wie folgt ermittelt:

  • Ofl-x340: Mittlerer Schutz mit beliebiger Vorbehandlung (für Innenteile im nicht sichtbaren Bereich)
  • Ofl-x650: Starker Schutz mit film- oder schichtbildender Vorbehandlung
  • Ofl-x651: extra starker Schutz mit film- oder schichtbildender Vorbehandlung und Grundierung

Die grundlegenden Anforderungen dieser Norm werden wie folgt festgelegt:

  • Die Erstversorgung und Änderungsfreigabe muss gemäß der Norm VW 01155 sichergestellt sein.
  • Die Materialkonformität muss gemäß der Norm VW 91101 sichergestellt sein.
  • Für eine vollständige Überprüfung sind mindestens 10 Komponenten erforderlich.
  • Zu einer vollständigen Produktdokumentation gehören folgende Angaben: Art der Vorbehandlung (Produktname und Firma), Lackname und Bindemitteltyp, Lackhersteller und Beschichtungsbetrieb sowie Lackierdatum.

Der Lackbedarf wird wie folgt ermittelt:

  • Die Lackierung muss vollflächig den erforderlichen Oberflächenschutz mit den angegebenen Spezifikationen gewährleisten.
  • Beschichtungen müssen frei von Poren, Rissen, Farbläufern, Fremdmaterialeinschlüssen, Beschädigungen und sonstigen Fertigungsunregelmäßigkeiten sein, die den Korrosionsschutz oder das gewünschte Erscheinungsbild beeinträchtigen könnten.
  • Bei bestimmungsgemäßer Verwendung der Teile sollte die Lackierung fest auf dem Grundmaterial haften.
  • Der Herstellungsprozess muss so gestaltet und gesteuert werden, dass die Leistungsmerkmale des fertigen Teils nicht beeinträchtigt werden.
  • Durch eine fachgerechte Montage sollen Schäden vermieden werden, die die Funktionalität beeinträchtigen oder den vorgeschriebenen Korrosionsschutz mindern könnten.

Im Rahmen dieser Norm werden folgende Prüfungen durchgeführt:

  • Lackhaftung: Für die Prüfung wird ein Klebeband mit einer Klebkraft von 10 N plus/minus 1 N pro 25 mm Breite verwendet. Das Klebeband wird mit der Hand fest angedrückt, schräg aufgezogen und anschließend ruckartig senkrecht zur Oberfläche abgezogen. Geeignet ist beispielsweise das Tesa Tape 4657.
  • Steinschlagfestigkeit: Anhaftende Lackreste werden durch Abziehen des Klebebandes entfernt. Das Klebeband wird mit der Hand fest auf die freiliegende Oberfläche gedrückt und anschließend ruckartig senkrecht zur Oberfläche abgezogen. Für diese Prüfung eignet sich beispielsweise das Tesa Tape 4657.
  • Ritzspur: Diese Prüfung entspricht der Norm DIN EN ISO 9227. Zugelassen sind Ritzwerkzeuge (Sikkens-Ritzwerkzeug) nach DIN EN ISO 9227, die rechteckige oder trapezförmige Ritzprofile erzeugen oder Ritzwerkzeuge (van Laar-Ritzstift) nach DIN EN ISO 17872, die U-förmige Ritzprofile erzeugen.
  • Kondenswasser-Konstantklima: Die Prüfdauer beträgt 240 Stunden. Anschließend werden die Prüflinge mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisiert (gemäß Norm VW 50554-2).
  • Wärmelagerung: Die Prüfkörper werden 240 Stunden im Umluftofen bei 90°C plus/minus 2°C gelagert. Anschließend werden die Prüfkörper gemäß VW 50554-2 mindestens 30 Minuten akklimatisiert.
  • Kältelagerung: Nach der Wärmelagerung werden die gleichen Proben für 24 Stunden einer Kältelagerung bei minus 40 Grad Celsius (+/- 3 Grad Celsius) unterzogen. Unmittelbar danach werden die gleichen Proben gemäß der in der Norm angegebenen Tabelle geprüft.
  • Schlagprüfung: Nach der Wärmelagerung (Wärme- und Kältephase) erfolgt die Prüfung auf einer starren, steifen Unterlage mit einer vorgegebenen Prüfkraft von 90 N, angelehnt an DIN ISO 4532. Nach der Kälteschlagprüfung muss die verschüttete Flüssigkeit im Bereich des Eindringbereichs vollständig entfernt werden. Der maximale Durchmesser der verschütteten Flüssigkeit ist zu ermitteln und die neben der verschütteten Flüssigkeit ermittelte Schichtdicke zu dokumentieren.

Kurz gesagt handelt es sich bei der VW TL 256-Norm um eine interne Spezifikation des Volkswagen-Konzerns (VW), die die Anforderungen an Motorkühlmittel (Frostschutzmittel/Kühlmittel) in seinen Fahrzeugen definiert. Diese technische Lieferbedingung (TL) beschreibt physikalische, chemische und Leistungskriterien wie:

  • Korrosionsschutz
  • Temperaturbeständigkeit
  • Kompatibilität mit den im Motor und Kühlsystem verwendeten Materialien
  • Frost- und Kochschutz
  • Lebensdauer / Haltbarkeit

Die VW-Norm TL 256 gilt grundsätzlich für Kühlmittel der Klassifizierung G11 oder G12, je nach Revision bzw. Version. Erfüllt ein Kühl- oder Frostschutzmittel die VW-Norm TL 256, bedeutet dies, dass es die internen Tests von Volkswagen bestanden hat und für die Verwendung in den angegebenen Fahrzeugen von VW, Audi, Skoda oder SEAT sicher ist.

Welche VW-Kühlmittelspezifikation (z. B. G13, TL 774-J) erforderlich ist, sollte in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs nachgelesen werden, da die Verwendung eines falschen Kühlmittels zu Motorschäden führen kann.

Unsere Organisation, die seit Jahren Unternehmen aller Branchen durch ein breites Spektrum an Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsaktivitäten unterstützt, verfügt über ein starkes Team von Mitarbeitern, die die globalen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgen und sich ständig weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW TL 256 Pulverbeschichtung auf Metalloberflächen – Anforderungen an den Oberflächenschutz“ an.

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