GMW 14130 Kratz- und Abriebfestigkeit

GMW 14130 Kratz- und Abriebfestigkeit

Die von General Motors Worldwide (GMW) entwickelte Norm „GMW 14130 Kratz- und Abriebfestigkeit“ ist ein Prüfverfahren zur Bewertung der Widerstandsfähigkeit von Oberflächen im Fahrzeuginnenraum gegen sichtbare Beschädigungen durch Reibung oder Kontakt mit relativ harten Gegenständen. Diese Norm ist insbesondere für Kunststofffolien, Vinyl, Leder, beschichtete Textilien, Folien und andere Materialien anwendbar, die in der Fahrzeuginnenausstattung verwendet werden.

GMW 14130 Kratz- und Abriebfestigkeit

Der Hauptzweck der Norm GMW 14130 besteht darin, die Beständigkeit eines Werkstoffs oder einer bearbeiteten Oberfläche gegen Kratzer und Abrieb zu bestimmen. Diese Norm unterscheidet zwischen zwei Arten von Beschädigungen:

  • Verschleiß: Abrieb ist eine sichtbare Veränderung einer Oberfläche, die durch Abnutzung, Kontakt oder Reibung verursacht wird. Folgende Veränderungen können auf der Oberfläche auftreten:
    • Helligkeitsänderungen
    • helle oder dunkle Markierungen
    • Oberflächenverformung
    • Gewebeverlust
    • Lokaler Farbwechsel
    • Sichtbare Reibungsspuren
  • Reibung: Reibungsspuren entstehen in der Regel durch reibenden oder gleitenden Kontakt, der eine sichtbare Spur oder Verformung auf der Oberfläche verursacht. Beispielsweise kann eine Innenverkleidung zerkratzt werden, wenn der Schuh eines Fahrgastes beim Ein- und Aussteigen wiederholt damit in Berührung kommt.

Daher befasst sich die Norm GMW 14130 im Wesentlichen damit, ob normaler mechanischer Kontakt zu unannehmbaren optischen Schäden an der Fahrzeugoberfläche führt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil ein Material strukturell intakt bleiben kann, aber dennoch einen inakzeptablen optischen Mangel entwickeln kann.

Die Norm GMW 14130 bezieht sich hauptsächlich auf die Prüfung von Oberflächen aus Verkleidungen im Fahrzeuginnenraum. Die Anwendbarkeit der Norm wurde für folgende Werkstoffe festgestellt:

  • Kunststofffolien
  • Vinyl
  • Leder
  • Beschichtete Textilien
  • Kunststoffrollenprodukte
  • Folien
  • Kunststoffe
  • Elastomere
  • Lederfaserplatten

Prüflaboratorien führen die Norm GMW 14130 speziell für die Prüfung der Oberflächeneigenschaften und Kratzfestigkeit von Materialien für den Fahrzeuginnenraum auf. Typische Anwendungsbereiche sind beispielsweise:

  • Instrumententafeln
  • Türverkleidungen
  • Mittelkonsolen
  • Armlehnen
  • Dekorative Innenpaneele
  • Beschichtete Kunststoffkomponenten
  • Flexible Innenfolien
  • Andere sichtbare Bodenflächen

Die Norm GMW 14130 verwendet prinzipiell ein kontrolliertes Abriebverfahren, um festzustellen, ob eine Oberfläche unzulässig stark beschädigt wurde. In einer gängigen Anwendung wird eine Büroklammer als Abriebelement verwendet und in einer linearen, unidirektionalen Bewegung auf die Probe ausgeübt. Dieses Verfahren untersucht im Wesentlichen, ob die Oberfläche Kontakt und Abrieb standhält, ohne unzulässige, dauerhafte oder sichtbare Schäden zu erleiden. Nach dem Test wird die entstandene Oberflächenspur auf der Probe untersucht und Art und Schwere des Schadens bewertet. Daher unterscheidet sich dieses Verfahren von herkömmlichen Verschleißtests, die eine lang anhaltende Reibung über viele Zyklen simulieren. Die Norm GMW 14130 konzentriert sich stärker auf lokale Oberflächenschäden, die durch Abrieb/Kontakt entstehen.

Um den Unterschied zwischen Oberflächenbeschädigung und Verschleiß zu verstehen, ist es notwendig, die Norm GMW 14130 richtig zu interpretieren:

Merkmale Oberflächenschäden Abnutzung

  • Oberflächenbeschaffenheit:
    • Sichtbare Spuren oder Rillen durch Reibung.
    • Schwerwiegendere sichtbare Schäden durch Abnutzung.
  • Beschichtungsdurchdringung:
    • Durch Reibung erfolgt normalerweise kein Eindringen.
    • Durch Abnutzung kann die Beschichtung reißen oder durchstochen werden.
  • Oberschicht:
    • Es bleibt auch unter Reibung weitgehend intakt.
    • Es kann durch Abnutzung beschädigt werden oder entfernt werden.
  • Dauerhaftigkeit:
    • Reibung kann vorübergehend oder dauerhaft sein.
    • Abnutzung gilt im Allgemeinen als dauerhaft.
  • Typisches Problem:
    • Das kosmetische Erscheinungsbild wird durch Reibung beeinträchtigt.
    • Das kosmetische Erscheinungsbild und die Unversehrtheit der Beschichtung werden durch Abnutzung beeinträchtigt.

Komponenten im Fahrzeuginnenraum kommen häufig mit Gegenständen wie den folgenden in Kontakt:

  • Schalter
  • Stifte
  • Zitate
  • Werkzeug
  • Schnallen
  • Persönliche Gegenstände
  • Reinigungszubehör
  • Weitere Innenausstattungskomponenten

Eine Oberfläche, die im Neuzustand ansprechend wirkt, kann schnell unbrauchbar werden, wenn sie leicht verkratzt, Flecken bekommt oder abgenutzt ist. Daher unterstützt die Norm GMW 14130 Hersteller bei der Beurteilung der Oberflächenbeständigkeit und der optischen Qualität eines Materials, bevor es in die Produktion geht.

Dieser Test ist besonders wichtig für moderne Fahrzeuginnenräume, da viele Komponenten dekorative Beschichtungen, strukturierte Kunststoffe, Soft-Touch-Oberflächen, Folien und andere Oberflächenbehandlungen verwenden, die ihr Erscheinungsbild anfälliger für lokale Beschädigungen machen können.

Im Allgemeinen umfasst das Testverfahren folgende Schritte:

  • Probenvorbereitung: Aus dem zu bewertenden Material oder Bauteil werden repräsentative Proben hergestellt.
  • Konditionierung: Die Proben können je nach Material- und Programmanforderungen konditioniert werden.
  • Prüfverfahren: Ein spezielles Schleifelement und ein spezieller Prüfaufbau werden verwendet, um die erforderliche mechanische Spannung auf die Oberfläche aufzubringen.
  • Überblick: Der Untersuchungsbereich wird aus folgenden Perspektiven betrachtet:
    • Sichtbare Kratzer
    • Reibungsspuren
    • Beschädigung der Beschichtung
    • Oberflächendurchdringung
    • Veränderungen im Aussehen
    • Dauerhaftigkeit der Genehmigung
    • Beurteilung
  • Der entstandene Schaden wird mit den geltenden Akzeptanzkriterien verglichen.

Die Norm GMW 14130 sollte nicht mit jedem beliebigen Kratz- oder Verschleißtest für Kraftfahrzeuge verwechselt werden. Zum Beispiel:

  • Die Norm GMW 14130 legt den Schwerpunkt auf Verschleißfestigkeit.
  • Die Norm GMW 14698 bezieht sich auf Kratz- und Abriebfestigkeit.
  • Die Norm GMW 14132 hingegen bezieht sich auf die Beständigkeit gegen Verklebung.
  • Reibungstests bewerten die Farbübertragung durch Reibung.
  • Bei Verschleißtests nach Taber wird der Verschleiß bewertet, der typischerweise durch wiederholten abrasiven Kontakt entsteht.

Der GMW-14130-Standard kann in verschiedenen Phasen der Automobilproduktentwicklung eingesetzt werden:

  • Materialauswahl: Unterschiedliche Beschichtungen, Kunststoffe, Folien und Lederoberflächen sind hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen sichtbare Beschädigungen vergleichbar.
  • Lieferantenqualifizierung: Ein Materiallieferant kann nachweisen, dass sein Produkt die von General Motors festgelegten Anforderungen an die Oberflächenleistung erfüllt.
  • Produktentwicklung: Ingenieure können feststellen, ob eine vorgeschlagene Oberflächenbehandlung eine ausreichende Haltbarkeit bietet.
  • Qualitätskontrolle in der Produktion: Tests können helfen, Abweichungen in der Beschichtungsrezeptur, der Verarbeitung, der Textur oder der Materialqualität zu erkennen.
  • Fehlerprüfung: Wenn an einer internen Komponente während des Gebrauchs sichtbare Gebrauchsspuren entstehen, kann eine Kratz-/Verschleißprüfung helfen festzustellen, ob das Material eine unzureichende Oberflächenbeständigkeit aufweist.

Die Bedeutung der Norm GMW 14130 für die Gestaltung von Fahrzeuginnenräumen beschränkt sich nicht allein auf die Vermeidung von Kratzern. Fahrzeuginnenräume sind in Bezug auf ihr Aussehen äußerst empfindliche Produkte. Ein Bauteil kann weiterhin einwandfrei funktionieren, obwohl es durch eine einzige sichtbare Oberflächenmarkierung als defekt wahrgenommen wird. Daher trägt die Kratz- und Abriebfestigkeit zu Folgendem bei:

  • Langfristige visuelle Qualität
  • Kundenwahrnehmung
  • Wahrgenommene Fahrzeugqualität
  • Haltbarkeit dekorativer Beschichtungen
  • Konsistenz zwischen den Produktionschargen
  • Reduzierung von Garantie- und Aussehensreklamationen.

Diese Merkmale sind besonders wichtig für hochwertige Innenausstattungen, da bereits relativ kleine kosmetische Mängel von den Passagieren bemerkt werden können.

Der Wert der Norm GMW 14130 liegt letztlich in der Lösung eines sehr praktischen Problems in der Automobilindustrie: Ein Bauteil kann zwar funktionsfähig bleiben, aber durch täglichen Gebrauch und Reibung optisch unansehnlich werden. Für Zulieferer von Kunststoffen, Vinyl, Leder, beschichteten Textilien, Folien und anderen Materialien für den Fahrzeuginnenausbau bietet die Norm GMW 14130 eine standardisierte Methode zur Bewertung der Oberflächenbeständigkeit und unterstützt die Material- und Bauteilqualifizierung von General Motors.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm GMW 14130 an.

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