VW 2.8.1 Elastomere – Materialanforderungen und Prüfung

VW 2.8.1 Elastomere – Materialanforderungen und Prüfung

Die vom Automobilkonzern Volkswagen entwickelte Norm „VW 2.8.1 Elastomere – Materialanforderungen und Prüfung“ beschreibt die Materialanforderungen und Prüfmethoden für Elastomerwerkstoffe, die in Komponenten und technischen Formteilen in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden. Diese Norm gilt nicht für Fahrzeugreifen.

VW 2.8.1 Elastomere – Materialanforderungen und Prüfung

In dieser Norm werden die Anforderungen wie folgt festgelegt:

  • Erstauslieferungsgenehmigungen und Änderungen müssen der VW-Norm 01155 entsprechen.
  • Die Vermeidung gefährlicher Stoffe muss der VW-Norm 91101 entsprechen.
  • Es sollte kein DOTG (Di-o-tolylguanidin) und dessen Abbauprodukt o-Toluidin enthalten.
  • Elastomerqualitäten werden an Bauteilen, Bauteilabschnitten oder in Ausnahmefällen an Prüfplatten geprüft.
  • Grundsätzlich sollten Muster unter Angabe der Qualitätsbeschreibung des Herstellers eingereicht werden.
  • Die für die Laborauswertung benötigte Teileanzahl ist mit dem zuständigen Werkstofflabor abzustimmen.
  • Abweichungen von dieser Norm sollten in Zeichnungen und Prüfberichten vermerkt werden.
  • Teile, die nicht nach dieser Norm klassifiziert werden können, bedürfen einer gesonderten technischen Lieferspezifikation.
  • Für das Recycling von Fahrzeugen und Antriebssträngen werden die Bauteile nach der Norm VDA 260 gekennzeichnet. Hierzu sind Codes gemäß der Norm „DIN ISO 1629 Gummi und Latex – Nomenklatur“ zu verwenden.

Die in der Norm aufgeführten Codes stellen lediglich eine unvollständige Auswahl dar. Grundsätzlich sind Polymerrohstoffe für Bauteile nach der Norm DIN ISO 1629 zu bestimmen.

  • ACM-Copolymere, bestehend aus Ethylacrylat (oder anderen Acrylaten (normalerweise als Acrylatkautschuk bezeichnet)) mit einem kleinen Anteil an Monomeren, die die Vulkanisation erleichtern
  • AEM-Copolymer bestehend aus Ethylacrylat (oder anderen Acrylaten) und Ethylen
  • BR Butadienkautschuk
  • CM Chloriertes Polyethylen
  • CO Polychlormethanoxiran (normalerweise Epichlorhydrinkautschuk genannt)
  • CR Chlorophenkautschuk
  • CSM chlorsulfonierter Polyethylenkautschuk
  • ECO-Copolymer bestehend aus Ethylenoxid (Oxiran) und Chlormethyloxiran (auch Epichlorhydrin-Copolymer oder Epichlorhydrin-Kautschuk genannt)
  • EPDM-Terpolymer bestehend aus Ethylen, Propylen und einem Dien mit einem ungesättigten Teil des Diens in der Seitenkette
  • EPM Ethylen-Propylen-Copolymer
  • FKM Fluorkautschuk mit Fluor-, Perfluoralkyl- oder Perfluoralkoxygruppen in der Polymerkette
  • FVMQ Silikonkautschuk mit Methyl-, Vinyl- und Fluorgruppen in der Polymerkette
  • IIR Isobuten-Isopren-Kautschuk (normalerweise Butylkautschuk genannt)
  • NBR Acrylnitril-Butadien-Elastomer
  • NR Naturkautschuk
  • SBR Styrol-Butadien-Kautschuk
  • VMQ Silikonkautschuk mit Methyl- und Vinylgruppen in der Polymerkette

Bei Anlieferung müssen die Bauteile eine einwandfreie Oberflächenbeschaffenheit aufweisen. Klebrigkeit, Einschlüsse, Lunker, Risse, Beschädigungen und ähnliche Mängel sind nicht zulässig.

Merkmale und Nennwerte sind in den Tabellen der Norm enthalten.

Bei der Alterung von Kraftstoffen, Ölen oder Fetten sollte das Volumen 80 plus/minus dem 5-fachen des Volumens der Prüfprobe entsprechen. Es sollten Prüfgefäße (sowie Probenhalter bei Alterung in Flüssigkeiten) entsprechend der Norm PV 3323 verwendet werden. Für die angegebenen Alterungszeiten gelten die in der Norm VDA 674 002 festgelegten Toleranzen. Sofern nicht anders angegeben, sollten die Messungen 30 Minuten nach Entnahme der Probe aus der Testumgebung durchgeführt werden. Die Proben sollten unmittelbar nach der Entnahme mit einem fusselfreien Tuch gereinigt werden. Von dieser Norm abweichende Prüfbedingungen müssen in den Zeichnungen und Prüfberichten angegeben werden.

Die Tests werden an S53505A-Hantelproben gemäß der Norm DIN 3 durchgeführt. Diese Proben sollten von Fertigteilen entnommen werden. Für bestimmte Fertigteilabmessungen (z. B. Radialwellendichtring) können alternativ S3-Standardprüfkörper verwendet werden. In Ausnahmefällen, wenn Standard-Prüfkörper nicht aus Fertigteilen entnommen werden können, beispielsweise mit einer Bandmesser-Sortiermaschine, können Prüfplatten (Dicke 2 mm) verwendet werden.

In Fällen, in denen eine andere als die bevorzugte Härte verwendet werden muss, sollte die gewählte Härte im Anschluss an die Klassenbeschreibung angegeben werden. In solchen Fällen beträgt die Toleranz immer plus/minus 5 Shore A.

Die Hochtemperaturalterung erfolgt 53508 Stunden lang in einem Umluftofen gemäß DIN 94. In begründeten Fällen können auch andere Reifefristen vereinbart werden. Die Messungen werden bei Raumtemperatur (23 Grad plus/minus 2 Grad) durchgeführt.

Die Norm umfasst auch Alterungsanforderungen im Kontakt mit Substanzen wie Benzin, Dieselkraftstoff, Fettsäuremethylester (FAME), Erdöl, Öl, Fett und Kühlmittelzusätzen.

Die Proben werden 2 bis 4 Stunden bei Raumtemperatur vorgetrocknet und anschließend 53508 Stunden bei 85 Grad im Umluftofen nach DIN 22 getrocknet. Die Proben sollten bei voller Luftzirkulation um sie herum gealtert werden.

Neben den zahlreichen Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsstudien, die es für Unternehmen in verschiedenen Branchen anbietet, bietet unsere Organisation mit geschultem, fachkundigem und fortgeschrittenem Personal auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „VW 2.8.1 Elastomere – Materialanforderungen und Prüfung“ an technologische Ausrüstung.

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