
Lackbenetzungsstörstoffe (LABS) sind in der Automobilindustrie seit Jahren ein wichtiges Thema, das Problem betrifft aber natürlich alle Lackierbetriebe. Betreiber von Lackieranlagen kontrollieren in diesem Zusammenhang die eingesetzten Materialien und Komponenten und stellen Anforderungen an LABS-konforme Produkte an ihre Lieferanten. Lackbenetzungsstörende Substanzen (LABS) können bereits in kleinsten Mengen Lackdefekte verursachen und so die Qualität der Beschichtung beeinträchtigen.

Ob eine Substanz Lackbenetzungsstörungen verursacht, hängt von ihrer Wechselwirkung mit dem Lacksystem ab. Die PWIS-Konformitätserklärung definiert die Klausel-unabhängige Anforderung. Je nachdem, wo ein Produkt eingesetzt wird, können unterschiedliche Anforderungen an die LABS-Konformität bestehen.
Lackbenetzungshemmer sind im täglichen Leben allgegenwärtig und der Kontakt mit diesen Substanzen ist regelmäßig. Daher müssen besondere Vorkehrungen getroffen werden, um eine Kontamination mit lackbenetzungsstörenden Stoffen zu verhindern.
Typische LABS-Quellen in der Fertigung sind:
Durch LABS-Verunreinigungen können Beschichtungsfehler in Form von Kratern und großflächigen Benetzungsfehlern auf der Lackoberfläche entstehen. Diese Mängel führen zur Nacharbeit bzw. Ausschuss und gegebenenfalls zur Produktionsunterbrechung.
Der Grund für das Auftreten von Lackbenetzungsstörungen liegt darin, dass die zu lackierende Oberfläche, der Lack oder das Lackversorgungssystem mit inhibitorischen Substanzen oberhalb der Lackbenetzungsgrenzkonzentration verunreinigt sind, wodurch die Benetzungsstörung wirksam wird.
Damit eine Farbe einen Untergrund vollständig benetzen kann, muss die Oberflächenspannung dieses Untergrunds höher sein als die der Farbe. Die Oberflächenspannung lackbenetzungshemmender Substanzen ist geringer als die des Lackes.
Daher können mit LABS kontaminierte Oberflächen nicht einwandfrei überstrichen oder beschichtet werden. Ein praktisches Beispiel für die Wirkung unterschiedlicher Oberflächenspannungen im Alltag ist der vollständig benetzte Wasserfilm auf dem Boden einer Edelstahlpfanne und der nicht vollständig benetzte Wasserfilm auf dem Boden einer antihaftbeschichteten Pfanne.
Ob eine Substanz die Lackbenetzung stört, hängt von ihrer Wechselwirkung mit dem Beschichtungssystem, der zu lackierenden Oberfläche und den Umgebungsbedingungen ab.
Da Silikone ursprünglich vor allem als lackbenetzungsstörende Substanzen bekannt waren, wird die Bezeichnung „silikonfrei“ auch heute noch fälschlicherweise verwendet. Silikonfreiheit bedeutet nicht, dass sie LABS-konform ist. Eine allgemeingültige Negativliste lackbenetzungsstörender Substanzen ist nicht möglich.
Es wird oft gefordert, dass PWIS als Produktfunktion kostenlos sein soll. Allerdings ist diese Grundvoraussetzung technisch nicht immer umsetzbar. So enthalten viele Kunststoffe beispielsweise Weichmacher oder Trennmittel, die eine Benetzung des Lacks verhindern. Solche Werkstoffe können nie LABS-frei, aber je nach Anwendung bzw. Einsatzgebiet LABS-verträglich sein. Diese erfordern für den Einsatz in LABS-kritischen Bereichen eine Einzelfallprüfung. Die LABS-Konformität beschreibt den Zustand eines Werkstoffs oder Prüflings, der nach der vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) entwickelten Richtlinie „VDMA 24364:2008-05 Prüfung auf lackbenetzungsstörende Stoffe (LABS-Konformität)“ geprüft wurde. Allerdings können unterschiedliche Prüfverfahren und Beschichtungssysteme zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Das Verfahren zur Prüfung der Verträglichkeit mit lackbenetzungsstörenden Substanzen (LABS) (LABS-freie Analyse) umfasst die folgenden Schritte:
Der VDMA-Standard 24364:2008-05 unterteilt Oberflächen hinsichtlich lackbenetzungsstörender Substanzen in folgende Zonen:
Die Ergebnisse von LABS-Konformitätsprüfungen, die nach unterschiedlichen Prüfnormen durchgeführt wurden, sind grundsätzlich nicht vergleichbar. Ein Verständnis für die Vergleichbarkeit von Tests, die anhand unterschiedlicher Teststandards durchgeführt werden, kann durch die parallele Durchführung einer Reihe von Tests anhand der zu vergleichenden Teststandards gewonnen werden. Um die Vergleichbarkeit von Tests gegenüber den zu vergleichenden Teststandards beurteilen zu können, müssen Testergebnisse von mehreren Personen ausgewertet werden.
Lackbenetzungsstörer und nicht-LABS-konforme Produkte sollten aus der Lieferkette und Produktion verbannt werden. In folgenden Fällen muss die LABS-Verträglichkeit geprüft werden (LABS-Freianalyse muss durchgeführt werden)
Mit LABS verunreinigte Produkte (z. B. mit Komplexbildnern verunreinigte Produkte) können mit Nasschemikalien oder Plasma gereinigt werden. LABS-haltige Produkte (z. B. elastomerhaltige Dichtungen) können vorübergehend LABS-konform konditioniert werden.
Ist der Einsatz von LABS-haltigen Stoffen zwingend erforderlich, ist es erforderlich, diesen Produktionsbereich vom LABS-konformen Produktionsbereich so abzutrennen, dass eine Handhabung (z. B. durch Produktionsprozesse, Mitarbeiter) nicht möglich ist. Ist ein Lufttransport nicht möglich, genügt eine räumliche Trennung durch Trennwände oder Zäune.
Produktionsbereiche müssen als „LABS-konform“ oder „nicht-LABS-konform“ gekennzeichnet sein. Für LABS-konforme Produktionsbereiche müssen Transportbehälter, Werkzeuge, Prüfmittel und ähnliches bereitgestellt werden.
Unsere Organisation verfügt über einen starken Mitarbeiterstamm, der die Entwicklungen im Bereich Wissenschaft und Technologie weltweit aufmerksam verfolgt und sich ständig verbessert. Zu den zahlreichen Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsstudien, die wir für Unternehmen in verschiedenen Branchen anbieten, gehören auch kostenlose Analysedienste für lackbenetzungsstörende Substanzen (LABS).
