
Die von Volkswagen entwickelte Norm „ Porsche PN 11011 Oberflächenschutz für Metallteile – Grundlegende Informationen und Übersicht“ hat die Norm PN 11003-1 ersetzt. Die EU-Altfahrzeugrichtlinie 2000/53/EG verbietet die Verwendung von sechswertigem Chrom (Cr(VI)) als Korrosionsschutzmittel. Dies erfordert eine Anpassung der Oberflächenschutzsysteme.

Alle Oberflächen müssen den Anforderungen der Norm PN 1004 zur Vermeidung von Verunreinigungen entsprechen. Bisherige Cr(VI)-haltige Oberflächenschutzarten verlieren ihre Gültigkeit. Aufbau und Gliederung der Norm bleiben erhalten. Die Abkürzung Oberflächenschutz bezeichnet eine bestimmte Korrosionsschutzstufe und Beschichtungsfarbe.
Die Porsche-Norm PN 11011 befasst sich mit dem allgemeinen Oberflächenschutz metallischer Fahrzeugkomponenten durch das Aufbringen metallischer und nichtmetallischer Beschichtungen. Hängt die Funktionalität eines Teils direkt vom Oberflächenschutz ab, können zusätzliche Angaben ergänzt werden. So sind beispielsweise spezifische Oberflächenschutzsysteme für Bremsleitungen, Räder und Karosserielackierung in den Normen und Liefervorschriften festgelegt. Diese sind im Anhang der Norm (Anhang B) aufgeführt.
Oberflächenschutz wird in Zeichnungen und technischen Unterlagen durch Abkürzungen sowie die Nummer dieser Norm gekennzeichnet. Diese kennzeichnen eine bestimmte Beschichtung mit zugehörigen Eigenschaften wie Korrosionsbeständigkeit und Oberflächenbeschaffenheit. Der Aufbau der vierstelligen Abkürzung ist in der Abbildung der Norm dargestellt. Die erste Ziffer kennzeichnet das Verfahren. Die zweite Ziffer kennzeichnet die Beständigkeitsklasse (Verfahren und Beständigkeitsarten sind in den Tabellen der Norm aufgeführt). Die dritte und vierte Ziffer differenzieren Merkmale innerhalb eines Oberflächenschutzverfahrens wie Design, Aussehen und Oberflächenbeschaffenheit sowie die zugehörige Beständigkeitsklasse.
Oberflächenschutzbehandlungen werden wie folgt in Beständigkeitsklassen eingeteilt:
Unterschiedliche Oberflächenschutzbehandlungen können bei gleicher Beständigkeitsklasse zu unterschiedlichen Korrosionsschutz- und Funktionseigenschaften führen.
Bei der Auswahl des Oberflächenschutzes ist es wichtig, zwischen den vorgeschriebenen und den am Markt verfügbaren Schutzarten zu unterscheiden.
Die Auswahl des vorgeschriebenen Oberflächenschutzes richtet sich nach der Einbaulage, der Art der Korrosionsbeanspruchung und den spezifischen Anforderungen der Betriebsteile. Diese Schutzarten mit ihren Abkürzungen und Anforderungen sind in der Tabelle „Schutzklassen, Abkürzungen und Anforderungen“ der Norm zusammengefasst. Für Standardteile sind Dickrahmen-Schutzarten zu bevorzugen.
Bei manchen Teilen ist die Angabe des Oberflächenschutzes weder möglich noch notwendig. In diesen Fällen genügt die Angabe des Verfahrenskennbuchstabens gefolgt von der Ziffer 010 gemäß der Tabelle „Handelsübliche Schutzarten“ der Norm (z. B. c010 = verzinkt).
Die in den Tabellen angegebenen Werte sind Mindestschichtdicken. Bei der Beschichtung muss der Hersteller sicherstellen, dass die Fertigmaße der Teile innerhalb der zulässigen Toleranzen liegen. Können in begründeten Fällen bestimmte Schichtdicken nicht überschritten werden, ist die maximal zulässige Schichtdicke auf der Zeichnung anzugeben.
Beschichtungsverfahren zum Aufbringen von Zinklamellenbeschichtungen auf Massivteile erfordern oft Kompromisse bei der Gleichmäßigkeit der Schichtdicke. Selbst wenn über weite Teile eine gleichmäßige, maßhaltige Schichtdicke erreicht wird, kann es insbesondere im Zahnfuß und an Kontaktflächen (z. B. unter dem Schraubenkopf) zu Materialanhaftungen kommen, die die vorgegebenen Toleranzgrenzen überschreiten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Teile unbrauchbar sind. Die Maßhaltigkeit beschichteter Gewindeteile lässt sich in solchen Fällen nicht mehr messtechnisch, sondern nur durch Einzelmessungen ermitteln. Bei der Prüfung mit einem Lehrring gilt die Maßhaltigkeit daher als erreicht, wenn sich der Lehrring mit dem maximalen Anzugsdrehmoment einschrauben lässt.
Sofern nicht anders vereinbart, sollte für Gewindeteile, die endbearbeitet oder zur Erhöhung der Dauerfestigkeit endbearbeitet wurden, ein Beschichtungsverfahren mit einer Einbrenntemperatur von maximal 220 °C gewählt werden. Diese Einschränkung gilt auch für einsatzgehärtete Gewindeteile. Andernfalls ist mit einer spürbaren Reduzierung der Dauerfestigkeit des Gewindeteils zu rechnen.
Zum Verkleben, Überlackieren und Abdichten eignen sich grundsätzlich nur bestimmte Oberflächenschutzarten und schmiermittelfreie elektrotauchlackierte Oberflächen.
Mechanische Verbindungselemente mit Gewinde erfordern eine Schmierung gemäß den Normen PTL 7540 bzw. VDA 235-101. Der Gesamtreibungskoeffizient sollte im Bereich von 0,09 bis 0,14 liegen. Der Einfluss von Schmiermitteln auf die Wirksamkeit von Haftbeschichtungen (z. B. Mikroverkapselung) für Befestigungs- oder Dichtungszwecke ist zu berücksichtigen.
Nur bestimmte Oberflächenschutzarten sind elektrisch leitfähig. Alle anderen Dichtungsarten sind isolierend. Zinklamellenbeschichtungen sind für elektrische Verbindungen nicht geeignet. Durch Oxidation der Zinklamellen unter Korrosionsbelastung steigt der Innenwiderstand.
Kurz gesagt: Die Porsche-Norm PN 11011 ist eine interne Spezifikation, die die Anforderungen an den Oberflächenschutz von Metallkomponenten in Porsche-Fahrzeugen detailliert beschreibt. Sie beschreibt verschiedene Beschichtungssysteme und deren Anwendungsmöglichkeiten, um Korrosionsbeständigkeit und die Einhaltung von Umweltstandards zu gewährleisten. Diese Norm bietet einen umfassenden Überblick über Oberflächenschutzmethoden für Metallteile und verweist auf andere Normen für spezifische Beschichtungssysteme und Anwendungsbereiche.
Diese Norm behandelt verschiedene Beschichtungssysteme, wie beispielsweise Zink-Eisen- und Zink-Nickel-Beschichtungen, mit Vorgaben hinsichtlich Schichtdicke, Passivierung und Versiegelungsprozessen.
Darüber hinaus legt dieser Standard Wert auf die Verwendung von Beschichtungen, die frei von sechswertigem Chrom (Cr(VI)) sind, der Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe (RoHS) entsprechen und den Umwelt- und Sicherheitsvorschriften entsprechen.
Im Wesentlichen legt diese Norm Leistungskriterien für die Korrosionsbeständigkeit fest. Beispielsweise sind bestimmte Zinklamellenbeschichtungssysteme so ausgelegt, dass sie je nach Beschichtung und Anwendung einem Salzsprühtest bis zu 480 Stunden ohne Rotrost standhalten.
Zusammenfassend dient die Norm PN 11011 als Leitfaden für Lieferanten und Hersteller, um sicherzustellen, dass Metallkomponenten durch entsprechende Oberflächenbehandlungen den Qualitäts- und Haltbarkeitsstandards von Porsche entsprechen.
Unsere Organisation, die seit Jahren Unternehmen aller Branchen durch ein breites Spektrum an Prüf-, Mess-, Analyse- und Bewertungsaktivitäten unterstützt, verfügt über ein starkes Team von Mitarbeitern, die die globalen Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgen und sich ständig weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm „Porsche PN 11011 Oberflächenschutz für Metallteile – Grundlegende Informationen und Übersicht“ an.
