Mercedes-Benz DBL 7399 Liefervorschrift: Farben, Lacke, ähnliche Werkstoffe und verwandte Beschichtungen
Der vom Mercedes-Benz Konzern entwickelte Standard „Mercedes-Benz DBL 7399 Liefervorschrift: Farben, Lacke, ähnliche Materialien und verwandte Beschichtungen“ beschreibt die Rahmenbedingungen und Prüfverfahren für Farben, Lacke und verwandte Beschichtungen zur Verwendung auf Fahrzeugbauteilen. Diese Norm stellt sicher, dass Beschichtungen die Qualitäts- und Leistungsanforderungen erfüllen, insbesondere hinsichtlich Haltbarkeit, Aussehen und Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen.

Diese Norm gilt für Emaille, Farbe und ähnliche Beschichtungsmaterialien, einschließlich der damit verbundenen Beschichtungen für Fahrzeugteile. Diese Norm umfasst verschiedene Prüfverfahren zur Bewertung der Qualität und Leistung von Beschichtungen. Darüber hinaus,
- Die Umweltbeständigkeit bewertet, wie gut Beschichtungen Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit standhalten.
- Bewertet die mechanische Festigkeit von Beschichtungen, einschließlich Haftung und Kratzfestigkeit.
- Stellt sicher, dass Beschichtungen den Umwelt- und Sicherheitsstandards der Mercedes-Benz-Gruppe entsprechen.
Im Rahmen der Norm DBL 7399 werden folgende allgemeine Tests durchgeführt:
- Kratzfestigkeitstest: Bewertet die Widerstandsfähigkeit der Beschichtung gegenüber mechanischen Beschädigungen wie Messerkratzern.
- Haftungstests: Bestimmen, wie gut die Beschichtung auf dem Untergrund haftet.
- Abriebtests: Bewerten Sie die Haltbarkeit der Beschichtung unter simulierten Umweltbedingungen, einschließlich der Einwirkung von UV-Licht und Feuchtigkeit.
- Prüfung der chemischen Beständigkeit: Testet die Widerstandsfähigkeit der Beschichtung gegenüber der Zersetzung durch verschiedene Chemikalien.
Der Standard DBL 7399 ist wichtig, da er sicherstellt, dass die in Fahrzeugen der Mercedes-Benz-Gruppe verwendeten Farben, Lacke und Beschichtungen strenge Anforderungen an Qualität, Haltbarkeit und Sicherheit erfüllen. Hier sind einige weitere Gründe, warum es so wichtig ist:
- Qualitätssicherung: Sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild (wie Glanz, Farbe, Textur) und eine einheitliche Leistung aller lackierten oder beschichteten Teile. Minimiert Defekte wie Abblättern, Risse, Verblassen oder Korrosion.
- Schutz und Haltbarkeit: Beschichtungen müssen beständig gegen UV-Strahlen, extreme Temperaturen, Feuchtigkeit, Chemikalien und Abrieb sein. Schützt Fahrzeugteile (Metall oder Kunststoff) vor Umweltschäden.
- Standardprüfung: Bietet eine einheitliche Prüfmethode, sodass Lieferanten und der Mercedes-Benz-Konzern dieselben Kriterien verwenden. Es umfasst Tests wie Haftung, Kratzfestigkeit, Witterungsbeständigkeit und chemische Beständigkeit.
- Umweltverträglichkeit: Stellt sicher, dass Beschichtungen die Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und geringem Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) erfüllen. Es unterstützt die Mercedes-Benz-Gruppe bei der Einhaltung globaler Umweltvorschriften.
- Lieferantenabstimmung: Hilft Lieferanten, genau zu wissen, was bei der Lieferung von Beschichtungsmaterialien oder Fertigteilen von ihnen erwartet wird. Reduziert Produktionsverzögerungen, Nacharbeiten und Kostenüberschreitungen.
- Kompatibilität und Leistung: Garantiert, dass die Beschichtungen gut mit den von der Mercedes-Benz-Gruppe gewählten Materialien und Produktionsprozessen harmonieren.
Einige der nach dieser Norm durchgeführten Tests sind:
- Gitterschnitt-Haftprüfung: Mit dieser Prüfmethode lässt sich feststellen, wie gut eine Beschichtung auf einem Untergrund (z. B. Metall oder Kunststoff) haftet. Eine schlechte Haftung kann mit der Zeit zum Ablösen oder Abplatzen führen. Während der Test durchgeführt wird öDabei wird mit einem speziellen Schneidwerkzeug ein Raster aus kleinen Schnitten in das Furnier geschnitten (meist 6 x 6 oder 11 x 11 Linien). Das Klebeband wird fest über die Schnitte geklebt. Anschließend wird das Band schnell in einem bestimmten Winkel abgezogen. Die Menge der entfernten Beschichtung wird visuell beurteilt.
Die Akzeptanzkriterien lauten wie folgt: Gemäß der Klassifizierungsnorm „ISO 2409 Farben und Lacke – Gitterschnittprüfung“ muss der Klassifizierungswert 0 oder 1 erreichen, d. h. es darf sich keine oder nur sehr wenig Beschichtung mit dem Klebeband lösen. Höhere Werte wie 4 oder 5 weisen auf eine schlechte Haftung hin und der Test gilt als nicht bestanden.
Solche Tests sind wichtig, um sicherzustellen, dass Teile wie Karosserieteile, Zierleisten oder Instrumententafeln bei normaler Abnutzung oder Umweltbelastung ihre Beschichtung nicht verlieren.
- Prüfung der Kratzfestigkeit: Mit dieser Prüfmethode lässt sich beurteilen, wie gut eine Beschichtung mechanischen Beschädigungen (beispielsweise durch Schlüssel, Ringe oder Werkzeuge) widersteht. Für Teile wie Instrumententafeln, Türverkleidungen oder Außenverkleidungen sind diese Tests von entscheidender Bedeutung. Während der Test durchgeführt wird kMit einem Stift oder einer speziellen Metallnadel (normalerweise mit einer Spitze von 1 mm) wird eine konstante Kraft auf die abgeriebene Oberfläche ausgeübt. Mit dem Bleistift wird eine gerade Linie über die Fläche gezogen. Die aufgebrachte Kraft kann je nach Beschichtungsart zwischen 5 N und 20 N variieren. Anschließend wird der Kratzer optisch untersucht oder mit dem Mikroskop ausgewertet.
Annahmekriterien sind: Keine sichtbaren Schäden oder nur geringe Einkerbungen ohne Farbabtrag. Die Beschichtung darf keine Risse, Abblätterungen oder Ablösungen aufweisen. Dazu kann die Messung der Helligkeit oder Farbänderung vor und nach dem Test gehören. Einige Tests umfassen auch Nagelfestigkeit (manuelles Kratzen mit dem Fingernagel) oder mehrere Durchgänge mit zunehmender Belastung, bis ein Versagen eintritt.
- Künstlicher Verschleißtest: Der Zweck dieser Testmethode besteht darin, die Einwirkung längerer Sonneneinstrahlung, Hitze, Feuchtigkeit und Temperaturzyklen zu simulieren und so im Wesentlichen die jahrelange Verwendung im Freien in einer kontrollierten Umgebung zu simulieren. Bei der Durchführung des Tests werden mit dem Material beschichtete Testplatten in eine Abriebkammer gelegt und UV-Licht (normalerweise von einem Xenonbogen oder einer fluoreszierenden UV-Lampe) ausgesetzt. Anschließend werden Licht und trockene Wärme in Zyklen aus Dunkelheit und Feuchtigkeit (Kondensation oder Wassersprühnebel) angewendet. Die Testdauer beträgt in der Regel 500 bis 1000 Stunden, was einer monate- oder jahrelangen Beanspruchung im Freien entspricht. Nach der Belichtung werden Beschichtungen auf Verfärbung, Glanzverlust, Kreidung, Riss- oder Blasenbildung und Haftungsverlust untersucht. Die Farbänderung sollte zwischen 1,5 und 2,0 liegen, die Glanzbeständigkeit sollte mindestens 85 Prozent betragen. Es dürfen keine Risse, Blasen oder Abblätterungen sichtbar sein. Diese Prüfung ist für Außenteile, die Sonne, Regen oder Straßensplitt ausgesetzt sind, wie etwa Spiegelgehäuse, Kühlergrills oder lackierte Karosserien, von entscheidender Bedeutung.
- Prüfung der Witterungsbeständigkeit: Mit dieser Prüfmethode lässt sich feststellen, wie gut eine Beschichtung Umweltbelastungen standhält, ohne mit der Zeit Schaden zu nehmen. Dies ist insbesondere bei äußeren Automobilkomponenten von entscheidender Bedeutung. Unter Witterungsbeständigkeit versteht man die Haltbarkeit der Beschichtung bei langfristiger Einwirkung von UV-Strahlung (Sonnenlicht), Feuchtigkeit (Regen, Tau, Kondensation), Temperaturschwankungen (Hitze und Kälte, Gefrieren und Auftauen) und Schadstoffen (saurer Regen, Salznebel, Abgase).
Bei Freibewitterungstests werden Beschichtungen an realen Standorten platziert. Es ist 6–12 Monate oder länger dem natürlichen Sonnenlicht und Klima ausgesetzt. Anschließend werden die Beschichtungen auf Verfärbungen, Glanzverlust, Risse, Abplatzungen oder Blasen, Haftungsverlust, Oberflächenkreidebildung (weißer, pulverförmiger Rückstand) und Korrosionsbildung unter der Beschichtung untersucht.
Unsere Organisation, die seit Jahren versucht, Unternehmen aus allen Branchen mit einer breiten Palette von Test-, Mess-, Analyse- und Bewertungsstudien zu unterstützen, verfügt über einen starken Mitarbeiterstamm, der die Entwicklungen in der Welt der Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgt und sich ständig verbessert. In diesem Rahmen werden für Unternehmen auch Prüfdienstleistungen nach der Norm „Mercedes-Benz DBL 7399 Liefervorschrift: Farben, Lacke, ähnliche Werkstoffe und verwandte Beschichtungen“ erbracht.