VW TL 52671 Hochglanzkunststoffe für den Außenbereich (außer ASA) - Bauteilbezogene Materialanforderungen
Die von Volkswagen entwickelte Norm „VW TL 52671 Hochglänzende Kunststoffe für Außenanwendungen (ausgenommen ASA) – Bauteilbezogene Werkstoffanforderungen“ beschreibt die bauteilbezogenen Werkstoffanforderungen für unlackierte, hochglänzend beschichtete Kunststoffteile aus Polymethylmethacrylat (PMMA) oder modifiziertem PMMA (mit Schlagzähigkeitsmodifikationen), PMMA mit Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) als Trägermaterial und ähnlichen Werkstoffen für Außenanwendungen (z. B. A-, B- und C-Säulenverkleidungen, Seitenspoiler, Stoßfängergitter). Teile aus Acryl-Styrol-Acrylnitril für diese Anwendungen werden gemäß der Technischen Lieferspezifikation VW 52311 geprüft.

Nach dieser Norm werden die allgemeinen Anforderungen wie folgt festgelegt:
- Die Erstlieferung und Genehmigung von Änderungen muss der VW-Norm 01155 entsprechen.
- Granulatmaterial muss der VW-Norm 50026 entsprechen.
- Die Witterungsbeständigkeit im Außenbereich muss der Norm VW 50185 entsprechen.
- Die Materialprobenprüfung muss der VW-Norm 52000 entsprechen.
- Die Material- und Chemikalienverträglichkeit muss der Norm VW 91101 entsprechen.
- Die thermische Stabilität und Funktionsfähigkeit sollte im Temperaturbereich von minus 30 Grad bis 90 Grad liegen.
In dieser Norm werden die Typen wie folgt bestimmt:
- TL 52671-A Zierblenden, Embleme mit Hochglanzoptik, für Einkomponenten-Spritzguss ohne erhöhte Festigkeitsanforderungen.
- TL 52671-B sind Verkleidungsteile für Seitenspoiler, die alternativ im Zweikomponenten-Spritzgussverfahren ohne erhöhte Festigkeitsanforderungen mit dem Trägerteil verklebt werden.
- TL 52671-C An Bauteile im Front- und Heckbereich (z. B. Stoßfängergitter) werden erhöhte Anforderungen an die Schlagfestigkeit gestellt.
Die technologischen Eigenschaften der in den Teilen verwendeten Materialien müssen deren Funktion und Sicherheit über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs gewährleisten. Modifikatoren zur Hitze- und Ultraviolett(UV)-Stabilisierung sollten, sofern sie nicht bereits in der endgültigen Verbindung vorhanden sind, je nach Art und Anforderungen der Anwendung in ausreichenden Mengen verwendet werden.
Bei Teilen aus Verbundwerkstoffen (Metall/Kunststoff, Klebeverbindungen, Hart-Weich-Verbindungen) muss auf die Materialverträglichkeit geachtet werden. Gegebenenfalls müssen die Materialien durch Vorbehandlungen (z. B. Bindemittel) miteinander verträglich gemacht werden.
Eine Beschreibung der relevanten Materialanforderungen für das Teil finden Sie in der Tabelle „Anforderungskategorien“. Die Tabellen „Materialanforderungen für Typ A und B“ und „Materialanforderungen für Typ C“ beziehen sich auf die Zusammensetzung des Grundmaterials (hier Polymethylmethacrylat) und nicht auf definierte Handelstypen. Maßgeblich sind die Anforderungen im Pflichtenheft. Sie dienen als Grundlage für die Veröffentlichung von Material kommerzieller Art. Daher sollten Produkte ausgewählt werden, deren Datenblattwerte des jeweiligen Handelstyps mindestens dem jeweiligen Typ dieser Norm entsprechen.
Bei der Beschreibung der Materialanforderungen wird jeder Typ (A, B und C) in fünf Anforderungskategorien unterteilt:
- Werkstoffqualität: Die Werkstoffqualität umfasst Informationen über den tatsächlichen Werkstoff und über notwendige Werkstoffänderungen, um die Funktionalität des Bauteils grundsätzlich sicherzustellen. Enthält auch Beispiele zum Zeichnen von Text.
- Werkstoffrichtwerte: Werkstoffrichtwerte dienen dazu, den Einfluss des Werkstoffs auf die Verarbeitung besser beurteilen zu können, da die Wandstärke keinen oder nur geringen Einfluss auf die Berechnung mechanischer Eigenschaften (z. B. durch Anpassung des Stützabstandes) hat. Darüber hinaus sollen die dort ermittelten Eigenschaften zur Ermittlung von Werkstoffkennwerten beitragen. Je näher die Eigenschaften der aus dem jeweiligen Teil entnommenen Proben am Rohstoffdatenblatt des Herstellers liegen, desto besser ist der Produktionsprozess. Ziel ist es immer, möglichst nahe an den Kennwerten im Werkstoffdatenblatt zu liegen, sofern dort die notwendigen Daten vorhanden sind.
- Bauteilbezogene Werkstoffeigenschaften: Hier werden die tatsächlichen, auf die Bauteilkonstruktion bezogenen Werkstoffeigenschaften (z. B. Einfluss der Wandstärke im Kugelfallversuch) nachgebildet.
- Oberflächenbeschaffenheit: Bei unbeschichteten Fertigteilen wird die Oberflächenbeschaffenheit nur berücksichtigt, wenn sich Bereiche dieser Teile im direkt sichtbaren Bereich befinden. Bei Hochglanzanwendungen ist zusätzlich die Norm VW TL 52726 zu beachten. Die Oberflächenqualität wird nur während des Produktionsprozesses und bei der Produkteinführung bewertet, da sie keine Auswirkungen auf die Funktion oder Sicherheit hat. Für eine zeitnahe Bewertung sollten jedoch aufgrund der langen Prüfzeiten frühzeitig Witterungsbeständigkeitsprüfungen eingeleitet werden. Bereits bei einer frühen Prüfung muss die Oberflächenstruktur der später verwendeten Struktur entsprechen.
- Möglicher Einsatz von Recyclingmaterial: In diesem Abschnitt wird beschrieben, welche Art von Recyclingmaterial für die jeweilige Anwendung verwendet werden kann und ob es verwendet werden kann. Die Auswahl sollte mit der Norm VW 50026 verglichen werden.
Der Materialbedarf wird je nach Einsatzgebiet wie folgt ermittelt:
- Als nicht gelistete Werkstoffe gelten alle Werkstoffe, die nicht in der Werkstofffreigabeliste nach dieser Norm aufgeführt sind. Gleiches gilt für recycelte Materialien.
- Werkstoffe auf der Werkstofffreigabeliste, reduziertes Prüfprogramm, nur noch wenige ausgewählte Prüfungen erforderlich. Die Tests können je nach Anwendung variieren. Gleiches gilt für recycelte Materialien.
- Bei Recyclingmaterialien (chargenbezogene Prüfung) ist neben dem normalen Prüfprogramm auch eine chargenbezogene Prüfung erforderlich. Diese Tests können je nach Anwendungsanforderungen variieren.
Die Tabellen „Werkstoffanforderungen für Typ A und B“ sowie „Werkstoffanforderungen für Typ C“ enthalten die jeweils erforderlichen Prüfungen.
Unsere Organisation, die seit Jahren versucht, Unternehmen aus allen Branchen mit einer breiten Palette von Test-, Mess-, Analyse- und Bewertungsstudien zu unterstützen, verfügt über einen starken Mitarbeiterstamm, der die Entwicklungen in der Welt der Wissenschaft und Technologie aufmerksam verfolgt und sich ständig verbessert. In diesem Rahmen werden für Unternehmen auch Prüfdienstleistungen nach der Norm „VW TL 52671 Outdoor Hochglanzkunststoffe (ohne ASA) – Bauteilbezogene Materialanforderungen“ angeboten.