VW 50190 Innenausstattungsteile - Messtechnische Beurteilung von Farbe und Glanzgrad - Visuelle Beurteilung von Chromoberflächen

VW 50190 Innenausstattungsteile - Messtechnische Beurteilung von Farbe und Glanzgrad - Visuelle Beurteilung von Chromoberflächen

Die von Volkswagen entwickelte Norm „VW 50190 Innenausstattungsteile – Messtechnische Beurteilung von Farbe und Glanzgrad – Visuelle Beurteilung von Chromoberflächen“ beschreibt die Anforderungen an die Messung und Bewertung von Farbabweichungen sowie den Einsatz technischer Geräte zur Feststellung von Farbunterschieden bei Fahrzeug-Innenausstattungsteilen. Diese Norm gilt für die Bemusterung und Produktionsüberwachung folgender Materialien:

VW 50190 Innenausstattungsteile - Messtechnische Beurteilung von Farbe und Glanzgrad - Visuelle Beurteilung von Chromoberflächen

  • Unifarbene und nicht glänzende Textilien
    • Schlagunempfindlich, strukturlos
    • Schlagfest, gut gebaut
    • Schlagempfindlich, strukturlos
  • Kunststoffteile
    • Solche mit gemusterten Oberflächen (Ledermuster, Feinstruktur etc.)
    • Solche mit lackierten Oberflächen (Soft-Touch-Lack, Dekorlack usw.)
    • Nassteil, Schaumfolie, PU-Hartschaum (Armaturenbrettbereich, Sonnenblende)
  • Lackierte Metallteile (Ausnahme: in Wagenfarbe lackierte Teile)
  • Leder (Echtleder und Kunstleder)

In dieser Norm werden die Anforderungen wie folgt definiert:

  • Die messtechnischen Toleranzen basieren auf der Plausibilitätsprüfung messtechnisch ermittelter optischer Abnahmegrenzen, die im Rahmen der Vorentwicklung des Volkswagen Konzerns definiert wurden. Aus technischen Gründen können während der Produktion Änderungen vorgenommen werden.
  • Der Lieferant ist verpflichtet, den Prozess mittels statistischer Prozesskontrolle zu überwachen.
  • Bauteile müssen vom Lieferanten ausnahmslos vermessen und mit entsprechendem Bericht eingereicht werden. Weiterhin ist die Plausibilität der Messwerte aus optischer Sicht zu prüfen (auch wenn die messtechnische Auswertung ein zufriedenstellendes Ergebnis liefert).
  • Alle messtechnischen und visuellen Auswertungen erfolgen ausnahmslos sowohl unter der Normlichtart D65 (Tageslicht) als auch unter der Normlichtart F11 (Kunstlicht). Die Werte sind in Prüf- und Messberichten entsprechend zu dokumentieren.
  • In allen Fällen erfolgt die farbmetrische Beurteilung unter Berücksichtigung der jeweiligen Helligkeitswerte. Diese Werte sind auch in den Prüf- und Messberichten anzugeben.
  • Für die farbmetrische Beurteilung unlackierter Kunststoffteile wird unabhängig vom Material immer ein teilkristalliner Probenstandard als Referenz verwendet.
  • Bei farbmetrischen Bewertungen von Leder wird immer die Kunstledervariante als Referenz verwendet.
  • Die Schwankungsbreite der aus 10 Einzelmessungen gewonnenen Farbwerte sollte plus/minus 0,15 CIELAB-Einheiten nicht überschreiten.
  • Grundsätzlich erfolgt die Beurteilung nach optischer Abnahme im Einbauzustand.
  • Die in dieser Norm festgelegten Standardtoleranzwerte dienen als Zielwerte zu Beginn der Bemusterungsphase. Je nach Material und Farbvariante sind abweichende Werte möglich. Existieren abweichende Toleranzwerte, werden diese in der jeweiligen Norm, Zeichnung oder Musternorm festgelegt oder den Prüfparteien mitgeteilt. Sind keine anderen Toleranzwerte vereinbart, gelten die Angaben dieser Norm.
  • Sollte ein Farbstandard die entsprechende Textur nicht enthalten, empfiehlt es sich, alternative Texturen aus der Tabelle zur farbmetrischen Auswertung zu verwenden.

Bei der Probenvorbereitung sollte eine Sichtprüfung durchgeführt werden, um die Gleichmäßigkeit von Textur und Glanz sicherzustellen. Die Oberfläche sollte frei von Fremdkörpern sein. Nicht absichtlich zu Prüfzwecken erzeugte Beschädigungen (z. B. Kratzer, Spannungsbleiche) sollten von der Messung ausgeschlossen werden. Kunststoffteile und lackierte Teile erfordern keine spezielle Vorbereitung für die Prüfung.

Stoßempfindliche Textilien sollten vor der Messung gebürstet werden: zunächst einmal gegen die Florrichtung (die Probe erscheint dunkler), dann 10-mal gegen die Florrichtung (die Probe erscheint heller und die Struktur wirkt homogener). Zum Einsatz kommt eine Kleiderbürste mit Polyesterborsten von ca. 18 mm Länge und 0,3 mm Dicke.

Bei Nadelvliesstoffen genügt es, den Stoff zunächst 1 Mal gegen die Florrichtung (die Probe erscheint dunkler), dann 10 Mal gegen die Florrichtung (die Probe erscheint heller und die Struktur wirkt homogener) mit der Hand zu bürsten, wobei darauf zu achten ist, dass die Hand sauber und ölfrei ist.

Bei unempfindlichen Textilien ist keine Vorbereitung erforderlich.

Eine mögliche Fleckenbildung bei mehrfarbigen Fasersystemen muss ignoriert werden.

Auch wenn die technischen Messungen erfolgreich sind, müssen die Komponenten von den Lieferanten vermessen, Aufzeichnungen geführt und Sichtprüfungen durchgeführt werden.

Die Prüfverfahren nach VW 50190 konzentrieren sich auf die Bewertung von Farbe, Glanz und Gesamterscheinungsbild von Innenausstattungskomponenten unter kontrollierten, standardisierten Bedingungen. Diese Verfahren stellen sicher, dass die Komponenten strenge Toleranzen hinsichtlich der optischen Integrität einhalten.

Die wichtigsten verwendeten Testmethoden sind:

  • Spektralphotometrische Farbmessung
  • Leuchtdichtemessung
  • Visueller Vergleich (subjektive Bewertung)
  • Textur- und Oberflächenvergleich
  • Dokumentation und statistische Auswertung

Kurz gesagt handelt es sich bei VW 50190 um einen Volkswagen-Standard zur farbmetrischen und visuellen Bewertung von Fahrzeuginnenausstattungskomponenten, einschließlich Elementen wie Farbkonsistenz und Glanzgrad. Er stellt sicher, dass die Komponenten sowohl objektiv gemessene Werte als auch subjektive visuelle Kriterien erfüllen.

Die Tests umfassen Farb- und Helligkeitsmessungen aus mehreren Winkeln unter standardisierter Beleuchtung, um sicherzustellen, dass alle Innenraummaterialien, insbesondere Oberflächen wie Chrom oder Holzoptik, ihre optische Konsistenz behalten. Der Innenraum unterliegt einer Reihe von VW-Standards in Bezug auf Materialanforderungen, Emissionen, Witterungsbeständigkeit und mehr.

Der VW-Standard 50190 ist wichtig, da er die optische und qualitative Konsistenz aller Innenausstattungskomponenten von Volkswagen gewährleistet. Die Hauptgründe für seine Bedeutung sind:

  • Einheitliches Erscheinungsbild = Wertanmutung: Kunden erwarten ein makelloses und einheitliches Erscheinungsbild des Fahrzeuginnenraums. Das bedeutet:
    • Alle Kunststoffe, Leder, Hölzer und Metalle müssen hinsichtlich Farbe, Glanz und Struktur kompatibel sein, auch wenn sie von unterschiedlichen Lieferanten oder aus unterschiedlichen Materialien stammen.
    • Ohne einen Standard können kleine Unterschiede im Farbton oder in der Verarbeitung dazu führen, dass der Innenraum eines brandneuen Fahrzeugs billig oder schlecht verarbeitet aussieht.

Wenn Sie beispielsweise ein Armaturenbrett mit zwei Kunststoffplatten haben, von denen eine etwas röter oder glänzender ist als die andere, stört dies die optische Harmonie und mindert die Wertwahrnehmung.

  • Qualitätskontrolle der Lieferanten: Moderne Fahrzeuginnenausstattungen werden von mehreren Lieferanten aus verschiedenen Regionen bezogen. Dieser Standard
    • Definiert präzise Messmethoden und Toleranzen (z. B. mithilfe von Spektralphotometern und Glanzmessgeräten).
    • Es dient als gemeinsame Sprache für die Qualitätskontrolle zwischen VW und den Zulieferern.
    • Es verhindert Inkompatibilitäten zwischen Komponenten, die in verschiedenen Fabriken oder Ländern hergestellt wurden.
  • Wiederholbarkeit in der Massenproduktion: Dieser Standard trägt dazu bei, Folgendes sicherzustellen:
    • Egal ob 10 oder 10 Millionen Fahrzeuge produziert werden, die Hardware ist immer kompatibel.
    • Fertigungsprozesse (Spritzguss, Lackieren, Beschichten) sind kontrolliert und wiederholbar.
  • Reduziert Nacharbeit, Abfall und Kosten: Die Nichteinhaltung dieser Norm:
    • Die Ablehnung von Teilen führt zu einer Neufertigung oder zu Verzögerungen in der Montagelinie.
    • Dies kann zu Garantieansprüchen oder Unzufriedenheit des Kunden nach dem Kauf führen.

Daher spart die strikte Einhaltung des Standards VW und seinen Zulieferern Zeit, Geld und schadet ihrem Ruf.

  • Unterstützt die Markenidentität: Die Innenraum-Designphilosophie von Volkswagen basiert auf Präzision und klarer Ästhetik. Dieser Standard unterstreicht das Engagement der Marke für Designintegrität. Er stellt sicher, dass Fahrzeuge aller Regionen und Ausstattungsvarianten den globalen Standards von Volkswagen entsprechen.

Letztendlich ist der VW 50190-Standard entscheidend dafür, dass jedes Innenraumteil unabhängig von Herstellungsort und -methode optisch und haptisch optimal aussieht. Er schützt sowohl das Kundenerlebnis als auch den Herstellungsprozess und ist damit ein zentraler Standard in der Qualitätssicherung im Automobilbereich.

Unser langjähriges und aufmerksam die globale Entwicklung in Wissenschaft und Technik verfolgendes Unternehmen verfügt über ein kompetentes Team und eine umfangreiche Infrastruktur, um für Unternehmen aller Branchen Prüfungen, Messungen und Analysen in den unterschiedlichsten Bereichen durchzuführen. In diesem Zusammenhang bieten wir auch Prüfdienstleistungen nach der Norm „VW 50190 Innenausstattungsteile – Messtechnische Beurteilung von Farbe und Glanzgrad – Visuelle Beurteilung von Chromoberflächen“ an.

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