GMW 14688 Kratz- und Abriebfestigkeit

GMW 14688 Kratz- und Abriebfestigkeit

Der von General Motors Worldwide (GMW) entwickelte Standard „GMW 14688 Kratz- und Abriebfestigkeit“ ist ein Prüfstandard zur Bewertung der Kratz- und Abriebfestigkeit von Kunststoffmaterialien und -bauteilen. Er eignet sich insbesondere für Kunststoffteile im Fahrzeuginnen- und -außenbereich, bei denen Oberflächenbeschaffenheit, Haltbarkeit und wahrgenommene Qualität von Bedeutung sind.

GMW 14688 Kratz- und Abriebfestigkeit

Diese Norm gilt für unbeschichtete Kunststoffteile im Innen- und Außenbereich und definiert zwei verschiedene Bewertungsansätze:

  • Methode A Kratzfestigkeit: Diese Methode ist die Standardmethode. Sie kann sowohl für Formteile als auch für Probenplatten verwendet werden. Das Grundprinzip besteht darin, die Kunststoffoberfläche kontrolliert zu kratzen und anschließend die entstandenen sichtbaren Schäden zu beurteilen. Ein typischer Kratztest umfasst ein definiertes Kratzwerkzeug, eine kontrollierte Kraft und eine kontrollierte Bewegung auf der Probe. Der entstandene Kratzer wird dann hinsichtlich seiner Sichtbarkeit bzw. der Veränderung des Oberflächenbildes bewertet.

In der praktischen Automobilprüfung können Kreuzkratzgeräte gemäß der Norm GMW 14688 mithilfe kontrollierter Lasten und Kratzpfade reproduzierbare Oberflächenbeschädigungen erzeugen. Das Schlüsselprinzip ist die Reproduzierbarkeit: Die beiden Werkstoffe müssen im Wesentlichen der gleichen mechanischen Beanspruchung ausgesetzt werden, damit ihre Kratzfestigkeit objektiv verglichen werden kann.

  • Methode B: Abriebfestigkeit: Diese Methode bewertet die Abriebfestigkeit anstelle der herkömmlichen Kratzfestigkeit. Abrieb ist eine Veränderung des Oberflächenbildes, die typischerweise durch relativ leichte mechanische Einwirkung entsteht. Im Gegensatz zu einem tiefen Kratzer äußert sich Abrieb vor allem in einer Veränderung des Glanzes, der Farbe, der Textur oder des Reflexionsvermögens der Oberfläche.

Die Norm GMW 14688 definiert dieses Verfahren als Entwicklungsmethode und beschränkt es auf Probenplatten mit der korrekten Farbe und Textur. Diese Unterscheidung ist wichtig, da ein Material zwar eine gute Beständigkeit gegen relativ tiefe Kratzer aufweisen kann, aber dennoch durch leichten Kontakt sichtbare Oberflächenspuren zeigen kann.

Während der Fahrzeugnutzung können Kunststoffoberflächen durch Fingernägel, Werkzeuge, Kleidungsaccessoires, Gepäck, Reinigungsgeräte und andere Gegenstände beschädigt werden. Selbst wenn der Kunststoff strukturell intakt bleibt, können sichtbare Kratzer oder Glanzveränderungen die wahrgenommene Qualität des Fahrzeugs erheblich mindern. Die Norm GMW 14688 bietet ein kontrolliertes Laborverfahren zur Bestimmung der Anfälligkeit einer Kunststoffoberfläche für solche Beschädigungen. Daher unterstützt diese Norm Hersteller in folgenden Bereichen:

  • Vergleich verschiedener Kunststoffmaterialien und -rezepturen.
  • Bewertung der Oberflächenbeständigkeit während der Materialentwicklung.
  • Auswahl geeigneter Materialien für interne und externe Bauteile.
  • Festlegung einheitlicher Qualitätsanforderungen an Lieferanten.
  • Zur Reduzierung sichtbarer Oberflächenfehler an Produktionsanlagen.
  • Prüfung der kosmetischen Qualität von Kunststoffen im Automobilbereich.

Die Norm GMW 14688 gilt primär für unbeschichtete Kunststoffbauteile, einschließlich Teile für den Fahrzeuginnen- und -außenbereich. Beispiele hierfür sind:

  • Instrumententafeln
  • Türverkleidungen
  • Mittelkonsolen
  • Mastabdeckungen
  • Handschuhfachkomponenten
  • Armlehnen
  • Schlüsselbilder
  • Dekorative Kunststoffkomponenten
  • Kunststoffbodenbelag für den Außenbereich

Prüflaboratorien führen auch Kunststoffe, Elastomere und Folien als Werkstoffe auf, die nach der Norm GMW 14688 bewertet werden können.

Kratzfestigkeit und Abriebfestigkeit sind unterschiedliche Dinge:

Kratzfestigkeit, Abriebfestigkeit

  • Die Hauptsorge:
    • Kratzfestigkeit: Physische Kratzer/Beschädigungen
    • Abriebfestigkeit: Veränderung des Oberflächenbildes.
  • Typische Beurteilung:
    • Kratzfestigkeit: Sichtbarkeit des Kratzers
    • Abriebfestigkeit: Veränderung des Aussehens/Glanz.
  • Die Standardsituation:
    • Kratzfestigkeit: Standardmethode
    • Verschleißfestigkeit: Entwicklungsmethode
  • Anwendungsbeispiel:
    • Kratzfestigkeit: Formteile und Musterplatten.
    • Verschleißfestigkeit: Präzise Farb-/Maserungsmusterplatten.
  • Hauptanwendung:
    • Kratzfestigkeit: Material-/Komponentenbeständigkeit.
    • Abriebfestigkeit: Kosmetische Oberflächenbeständigkeit.

Daher sollten Kratzer und Abnutzungsspuren nicht als ein und dasselbe Merkmal betrachtet werden.

Nach der mechanischen Bearbeitung wird die geprüfte Fläche untersucht, um den Grad der sichtbaren Oberflächenveränderung zu bestimmen. Je nach Verfahren und Material kann die Beurteilung eine visuelle Bewertung oder eine instrumentelle Messung der Veränderungen im Oberflächenbild umfassen. Dies ist besonders wichtig bei Kunststoffen für die Automobilindustrie, da zwei Kratzer ähnlicher Abmessungen je nach Farbe, Textur, Kornstruktur, Glanz und Pigmentierung des Materials sehr unterschiedliche optische Effekte haben können. Beispielsweise kann ein Kratzer auf einem glänzend schwarzen Teil deutlich auffälliger sein als ein ähnlicher Kratzer auf einem strukturierten grauen Teil.

Die Norm GMW 14688 ist wichtig, da das Oberflächenbild ein entscheidender Faktor für die wahrgenommene Qualität von Automobilteilen ist. Ein Kunststoffteil kann zwar die Maß- und mechanischen Anforderungen erfüllen, weist aber bei normalem Gebrauch sichtbare Oberflächenschäden auf, kann es vom Kunden abgelehnt werden. Daher unterstützt die Prüfung verschiedene Phasen der automobilen Lieferkette: Materialauswahl, Rezepturentwicklung, Teileentwicklung, Lieferantenqualifizierung, Produktionsqualitätskontrolle und Fahrzeuglebensdauer. Sie hilft dabei, Materialien zu identifizieren, die widerstandsfähiger gegen alltägliche Beanspruchung sind und somit ihr Aussehen länger bewahren.

Automobilbauteile können vielen Ursachen für Oberflächenbeschädigungen ausgesetzt sein, darunter:

  • Zitate
  • Schlüssel und andere persönliche Gegenstände
  • Werkzeuge, die während der Montage verwendet wurden
  • Clips und Befestigungselemente
  • Gepäck und Fracht
  • Reinigungsgeräte
  • Gleitende Objekte
  • Wiederholter Kontakt zwischen reaktionsfähigen Komponenten
  • Montage- und Servicearbeiten

Insbesondere bei internen Bauteilen kann es, selbst wenn ein einzelnes Ereignis keinen ernsthaften Schaden verursacht, durch wiederholte kleine Berührungen allmählich zu sichtbaren Verschlechterungen kommen.

Die Norm GMW 14688 ist insbesondere für Fahrzeuginnenräume von Bedeutung, da viele Bauteile ständig berührt werden. So kann beispielsweise eine Mittelkonsole im Laufe der Fahrzeuglebensdauer Hunderte oder Tausende Male angefasst werden. Auch Türverkleidungen und Armaturenbrettoberflächen werden beim Ein- und Aussteigen, Reinigen, Beladen und bei Wartungsarbeiten berührt. Daher muss ein geeignetes Material nicht nur ausreichende Festigkeit und Formstabilität, sondern auch eine gute optische Beständigkeit aufweisen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Norm GMW 14688 durch die Spezifizierung von Materialien und Oberflächengestaltungen, die resistent gegen sichtbare Beschädigungen sind, zu einem langfristigen Fahrzeugerscheinungsbild, wahrgenommener Qualität, Lieferantenkompetenz, Materialauswahl und Kundenzufriedenheit beiträgt.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm GMW 14688 an.

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