Kolorimetrische Bewertung der Autoaußenlackierung VW 50195

Kolorimetrische Bewertung der Autoaußenlackierung VW 50195

Die vom Automobilkonzern Volkswagen entwickelte Norm „VW 50195 Kolorimetrische Bewertung von Außenlackierungen von Kraftfahrzeugen“ beschreibt die Bewertungskriterien für die Bewertung chromatischer Aberrationen bei Karosserielackierungen und die Mess- und Bewertungsbedingungen für die gerätebasierte Bestimmung von Farbunterschieden.

Kolorimetrische Bewertung der Autoaußenlackierung VW 50195

Für die Zwecke dieser Norm gelten die folgenden Definitionen:

  • Unter Volllack versteht man vor allem den Lackaufbau mit Farbpigmenten, die ein diffuses Reflexionsverhalten aufweisen. Der Farbeindruck ist weitgehend unabhängig von Beleuchtung und Betrachtungsrichtung.
  • Unter Effektlack versteht man eine Lackstruktur, die gerichtete Reflexionseffekte (Aluminiumplättchen o.ä.) und diffus reflektierende Farbpigmente enthält. Der Farbeindruck hängt maßgeblich von der gewählten Beleuchtung und Beobachtungsrichtung ab.
  • Wirkungswinkel (Prüfwinkel), Auftreffwinkel ist der Winkel gemessen aus dem Reflexionswinkel des einfallenden Lichts in Richtung des einfallenden Lichtstrahls (DIN 6175 Farbtoleranzen für Automobillacke – Uni- und Effektlacke).
  • Unter Referenz versteht man die von der zuständigen verfahrenstechnischen Abteilung vorgegebene Referenz der Marke (Originalton, Standard, Zielwert o.ä.).

Als Prüfgeräte dienen Messgeräte, die eine Farbmessung nach der Norm „DIN 5033-4 Farbmetrik, spektralfotometrisches Verfahren“ (Spektralverfahren) unter den erforderlichen Prüfwinkeln durchführen.

Aufgrund des Reflexionsverhaltens fester Farbstoffe reichen Primärmessungen unter einem einzigen Beleuchtungs- und Beobachtungswinkel aus, um die Farbe zu identifizieren.

Geeignete Messformen können 45/0 oder 0/45 sein (nach Norm DIN 5033-7). Die Beleuchtungsform kann im Fall einer 45/0-Form kreisförmig sein und die Beobachtungsform kann im Fall einer 0/45-Form kreisförmig sein. Effektfarben sollten bei einem Beleuchtungswinkel von 45° oder umgekehrt bei einem Betrachtungswinkel von 5° gemessen werden.

Die Kalibrierung erfolgt gemäß den technischen Spezifikationen des Herstellers. Die Kalibrierung wird durch eine Kontrollmessung am hellen Farbstandard überprüft. Farbunterschiede bezogen auf die Erstmessung des Farbstandards werden für alle Prüfwinkel erfasst. Der Farbton darf maximal um 1/6 der vorgeschriebenen Toleranz abweichen. Bei Überschreitung dieses Wertes wird das Messsystem im Sinne dieser Norm nicht mehr verwendet. Die Prüfgeräte werden in regelmäßigen Abständen durch Kontrollmessungen an mehreren hellen Farbstandards überwacht. Hierzu werden Prüfstandards verwendet, deren Oberfläche und Farbeindruck konstant bleiben. Werden inkonsistente Werte festgestellt, werden entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Die Probenoberfläche darf nicht durch Oberflächenfehler (Schmutz, Kratzer, Krater, Polierspuren etc.) beschädigt werden. Verpackungsmaterial sollte entsprechend ausgewählt werden. Eine Probenreinigung ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Dies sollte im Prüfprotokoll festgehalten werden.

Der Messpunkt auf der Probe muss möglichst flach sein, da die vorgegebene Winkelanordnung auf geneigten Flächen nicht möglich ist. Messpunkte müssen mit den Prüfexperten abgestimmt werden. Farbdaten für einen Messort sollten aus dem Durchschnitt von mindestens 5 Einzelmessungen erstellt werden. Referenz- und Probenmessungen sollten bei konstanter Raumtemperatur durchgeführt werden.

Proben, die aufgrund ihrer Form nicht direkt vermessen werden können, können wie folgt überprüft werden:

  • Messung einer ebenen, ebenfalls lackierten Prüfplatte (mindestens 50 mm x 100 mm) mit dem gleichen Untergrund und der gleichen Struktur wie das Bauteil. Es sollte kein optischer Farbunterschied zwischen der Komponente und der Testplatte bestehen. Dies sollte als Probe für die Farbmessung verwendet werden. Die Messung sollte mit geeigneten Messgeräten erfolgen.
  • Der genaue Standort der Prüftafeln sowie Art und Einbau der Messgeräte sind mit den Prüfexperten abzustimmen.

Farbveränderungen müssen anhand der nach der Norm DIN 6174 definierten Referenz berechnet werden.

Aufgrund technischer Faktoren kann es während der Produktionsphase zu Überarbeitungen der Skalierungs- und Gewichtungsfaktoren kommen. Diese Parameter werden von der zuständigen verfahrenstechnischen Abteilung der Marke festgelegt.

Die Größe der Skalierungsfaktoren hängt vom Farbort ab. Dabei wird der Einfluss des Farborts auf die visuelle Erkennung chromatischer Aberrationen berücksichtigt.

Die Größe der Gewichtungsfaktoren hängt von der Art der Verbindung (direkte oder indirekte Übergänge) ab.

Die Gesamtfarbänderung als Funktion von Skalierungsfaktoren wird durch das Freigabeverfahren wie folgt berechnet:

  • Verfahren A: Dieses Verfahren bewertet die maximale, winkelabhängige Gesamtfarbänderung.
  • Verfahren B: Dieses Verfahren bewertet die durch den Winkel bestimmte Gesamtfarbänderung.

Neben den zahlreichen Test-, Mess-, Analyse- und Bewertungsstudien, die es für Unternehmen in verschiedenen Branchen anbietet, bietet unsere Organisation auch Testdienstleistungen gemäß der Norm „VW 50195 Kolorimetrische Bewertung der Außenlackierung von Automobilen“ mit geschultem und fachkundigem Personal und fortschrittlicher Technologie an Ausrüstung.

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