GMW 6992 Beurteilung des visuellen Erscheinungsbildes

GMW 6992 Beurteilung des visuellen Erscheinungsbildes

Der von General Motors Worldwide (GMW) entwickelte Standard „GMW 6992 – Beurteilung des visuellen Erscheinungsbilds“ ist ein technischer Standard, der eine kontrollierte und einheitliche Methode zur Bewertung des visuellen Erscheinungsbilds von Fahrzeugkomponenten und -materialien schafft. Dieser Standard ist besonders wichtig, um zu beurteilen, ob Teile die von General Motors festgelegten Anforderungen an Aussehen, Farbe, Oberfläche, Textur, Glanz und die allgemeine visuelle Qualität erfüllen.

GMW 6992 Beurteilung des visuellen Erscheinungsbildes

Das Hauptziel der Norm GMW 6992 ist die Gewährleistung wiederholbarer und konsistenter Sichtprüfungen. Die visuelle Beurteilung kann subjektiv sein. Zwei Prüfer könnten dasselbe Bauteil unter verschiedenen Lichtverhältnissen untersuchen und zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gelangen. Daher legt die Norm GMW 6992 kontrollierte Bedingungen für Folgendes fest:

  • Beleuchtung
  • Bildgebende Geräte
  • Besichtigungsort und Bedingungen
  • Visuelle Inspektion
  • Vergleich mit genehmigten Kernstandards oder -zielen.
  • Beurteilung von Veränderungen des Erscheinungsbildes nach Umwelteinflüssen.
  • Beurteilung von Farbe, Helligkeit, Textur und Gesamterscheinung.

Dieser Standard ist für Bauteile mit optischen Anforderungen konzipiert und unterstützt das Ziel von General Motors, eine einheitliche optische Qualität bei allen Fahrzeugen zu erreichen.

Die Norm GMW 6992 ist auf eine Vielzahl von Automobilkomponenten anwendbar. Sie definiert insbesondere Anwendungen für Komponenten im Innenraum, Außenbereich, Motorraum und andere Bereiche mit optischen Anforderungen. Beispiele hierfür sind:

  • Instrumententafeln
  • Türverkleidung
  • Konsolenkomponenten
  • Dekorative Elemente für den Innenbereich
  • Sitz- und Polstermaterialien
  • Geformte Kunststoffkomponenten
  • Beschichtete Oberflächen
  • Lackierte Bauteile
  • Dekorative Folien
  • Textilien und Leder
  • Außenbodenbeläge
  • Sichtbares Gewebe oder Gewebebestandteile

Der GMW 6992-Standard ist nicht nur ein Farbmessstandard. Er umfasst verschiedene Merkmale, die mit dem gesamten visuellen Erscheinungsbild zusammenhängen.

  • Farbe: Der Prüfer beurteilt, ob das Bauteil optisch mit einem genehmigten Referenzmuster übereinstimmt. Mögliche Abweichungen sind:
    • Heller oder dunkler
    • Mehr oder weniger gesättigt
    • Tonunterschiede
    • Unterschiede zwischen Vorder- und Rückseite bei Effektflächen.

Die Farbmessung kann auch durch instrumentelle Verfahren unterstützt werden. Beispielsweise führen akkreditierte Labore diesen Standard für die Farbmessung zusammen mit den Standards ASTM D2244, SAE J1545 und ISO 3668 auf.

  • Helligkeit: Die Menge und Art des reflektierten Lichts beeinflussen, ob zwei Komponenten harmonisch wirken. Ein Objekt kann die richtige Farbe haben, aber dennoch anders aussehen, weil seine Helligkeit zu hoch oder zu niedrig ist.
  • Textur und Muster: Die Textur ist bei Materialien für den Fahrzeuginnenraum besonders wichtig. Bei der Bewertung können folgende Aspekte berücksichtigt werden:
    • Maserungsmuster
    • Körnung
    • Getreidedefinition
    • Grob-/Feinstruktur
    • Konsistenz zwischen ineinandergreifenden Teilen

Dies ist besonders wichtig für Formkunststoffe, Kunstleder und andere strukturierte Oberflächen im Automobilbereich.

  • Gesamteindruck: Anstatt nur einen einzelnen numerischen Farbwert zu bewerten, berücksichtigt der Gutachter den gesamten visuellen Eindruck. Dieser kann Folgendes umfassen:
    • Oberflächenglätte
    • Farbe
    • Helligkeit
    • Tane
    • Metallic- oder Spezialeffekt-Look
    • Die Beziehung zwischen benachbarten Komponenten.
    • Sichtbare Produktionsmerkmale

Ein zentrales Konzept der Norm GMW 6992 ist der Vergleich mit einem festgelegten Referenzwert. Ein Bauteil wird nicht einfach als gut oder schlecht bewertet, sondern sein Erscheinungsbild mit einem definierten Referenzwert verglichen. Dieser Ansatz ist wichtig, da Automobilbauteile oft auch optisch und funktional im Fahrzeug integriert sein müssen. Beispielsweise können ein Bauteil der Instrumententafel und ein angrenzendes Verkleidungsteil aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein.

Die Beleuchtung ist eines der wichtigsten Elemente bei der Beurteilung des visuellen Erscheinungsbildes. Ein Material kann unter folgenden Bedingungen anders wirken:

  • Tageslicht
  • Leuchtstofflampen
  • Verschiedene künstliche Lichtquellen
  • Unterschiedliche Perspektiven

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Norm GMW 6992 kontrollierte Betrachtungsbedingungen festlegt, um vergleichbare Ergebnisse für verschiedene Prüfer und Einrichtungen zu gewährleisten. Die Norm enthält Hinweise auf Beleuchtungsarten wie Tageslicht (D65) und kaltweißes Leuchtstofflampenlicht (CWF). Dies ist besonders wichtig für Materialien mit metamerischem Verhalten, bei denen zwei Farben unter einer Lichtquelle übereinstimmen, unter einer anderen jedoch unterschiedlich erscheinen.

Gleichzeitig ist auch die Kompetenz des Prüfers von Bedeutung. Diese Norm enthält einen Anhang zur Farbwahrnehmung von Personal, das Farbbewertungen für die Materialfarbentwicklung und die Freigabe des Erscheinungsbilds von Teilen durchführt. Dies verdeutlicht ein wichtiges Prinzip: Die visuelle Prüfung hängt nicht nur von der Ausrüstung und der Beleuchtung ab, sondern auch von der Kompetenz der prüfenden Person.

Der GMW-6992-Standard kann auch zur Beurteilung von Veränderungen im Aussehen zwischen Kontroll- und exponierten Proben herangezogen werden. Beispielsweise kann ein Material folgenden Einflüssen ausgesetzt werden:

  • Einwirkung künstlicher Wetterbedingungen
  • Einwirkung von UV-Strahlen
  • Einwirkung von Hitze
  • Einwirkung von Feuchtigkeit
  • Sonstige Umweltbedingungen

Die exponierte Probe kann dann mit einer nicht exponierten Kontrollprobe verglichen werden, um festzustellen, ob sich ihr visuelles Erscheinungsbild verändert hat.

Der Evaluierungsprozess folgt im Allgemeinen diesen Schritten:

  • Bauteilvorbereitung: Das Prüfmuster oder das Serienbauteil wird gemäß der entsprechenden Bauteilspezifikation vorbereitet.
  • Referenzidentifizierung: Eine zugelassene Master-, Ziel- oder Kontrollprobe wird ausgewählt.
  • Überprüfung der Betrachtungsumgebung: Die vorgegebene Beleuchtung, die Betrachtungsgeräte und die Umgebungsbedingungen sind eingerichtet.
  • Bauteilprüfung: Der Prüfer untersucht das Bauteil aus geeigneten Blickwinkeln und Positionen.
  • Erscheinungsbildvergleich: Das Teil wird mit einem verifizierten Referenzteil verglichen.
  • Beurteilung der Unterschiede: Dabei werden Farbe, Helligkeit, Maserung, Textur und andere optische Merkmale berücksichtigt.
  • Ergebnis speichern: Der Erscheinungsstatus und relevante Beobachtungen werden dokumentiert.

Die genaue Ausrüstung, die Beleuchtungskonfiguration, die Abnahmekriterien und die Bewertungsanforderungen sind in der Norm GMW 6992 enthalten.

Es ist wichtig, die visuelle Beurteilung von rein instrumenteller Farbmessung zu unterscheiden. Ein Spektralphotometer liefert zwar numerische Farbdaten, doch ein numerisches Ergebnis beschreibt nicht immer den vollständigen visuellen Eindruck eines Automobilbauteils. Beispielsweise können zwei Teile ähnliche gemessene Farbwerte aufweisen, aber aufgrund von Glanz, Kornstruktur, Textur, Ausrichtung oder speziellen Effekten unterschiedlich wirken. Daher bietet GMW 6992 einen Rahmen für die kontrollierte visuelle Erscheinungsbildbewertung, während instrumentelle Methoden quantitative Daten zur Unterstützung liefern.

Die Norm GMW 6992 ist wichtig, da das Erscheinungsbild ein für den Kunden sichtbares Qualitätsmerkmal ist. Ein Bauteil kann die Maß- und mechanischen Anforderungen erfüllen, aber dennoch unakzeptabel sein, wenn es sich optisch von den umliegenden Bauteilen unterscheidet. Diese Norm unterstützt Lieferanten in folgenden Bereichen:

  • Um subjektive Selbsteinschätzungen zu reduzieren.
  • Schaffung einheitlicher Prüfungsbedingungen.
  • Verbesserung der Farbharmonie
  • Prüfung der Korn- und Texturkonsistenz.
  • Beurteilung des Erscheinungsbildes nach dem Altern
  • Verbesserung der Konsistenz zwischen den Lieferanten.
  • Zustimmung zur unterstützenden Ansicht
  • Um Unterschiede im Erscheinungsbild des Fahrzeuginnenraums und -außenbereichs zu verringern.
  • Um eine gemeinsame Sprache für die Beurteilung des Erscheinungsbildes zu schaffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der GMW 6992-Standard insbesondere für Automobilzulieferer von großem Wert ist, da er eine gemeinsame Grundlage für die Beurteilung bietet, ob ein Bauteil optisch dem beabsichtigten Erscheinungsbild entspricht und ob verschiedene Bauteile die erforderliche Fahrzeugkompatibilität erfüllen.

Seit vielen Jahren versteht unser Unternehmen mit seinen kompetenten und erfahrenen Mitarbeitern die Bedürfnisse seiner Kunden, bietet ihnen die benötigten fortschrittlichen Prüfdienstleistungen und unterstützt sie beim Aufbau, der Implementierung und der Optimierung von Managementsystemen. In diesem Rahmen bieten wir auch Prüfdienstleistungen gemäß der Norm GMW 6992 an.

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